Wissenswerte Fakten rund um Klaue und Horn – Irrmeinungen und Fehler und deren Behebung

Nach dem Motto „Es gibt keine blöden Fragen – nur blöde Antworten!“ bemühe ich mich ebenso logische wie verständliche Antworten zu geben. Ich möchte auf einige häufig vorkommende Punkte eingehen.

Zwischenzehenphlegmone: Hier sind Antibiotika ein „Muss“ – je schneller desto besser.
Zwischenzehenphlegmone: Hier sind Antibiotika ein „Muss“ – je schneller desto besser.
Homöopathie bei Klauendefekten

So sehr ich die hervorragende Arbeit meiner Kollegen in diesem Fachgebiet schätze, so sehr die Homöopathie als unterstützende Maßnahme helfen kann, so wenig kann sie Belastungsverhältnisse, Fütterungsfehler und Stallprobleme bekämpfen. Ein Sohlengeschwür an einer überhöhten Klaue wird durch ein paar Globuli D30 ebensowenig zu beeinflussen sein wie ein Stein im Schuh. Nach orthopädisch korrekter Beschneidung können die richtigen Medikamente sicherlich die Heilung unterstützen.

Biotin, Zink und andere Futterzusätze

Der Einsatz von „Klauen-Spezial-Futter“ wird Problembetrieben häufig von Vertretern der Herstellerfirmen empfohlen. Da die Ratlosigkeit/Verzweiflung angesichts hoher Lahmheitsraten oft groß ist, werden diese Produkte trotz ihres Preises auch gut verkauft – und helfen dann nicht wirklich, so wie das Wuchten eines Autoreifens bei kaputten Radlagern nicht helfen würde. Der Einsatz von Vitaminen und Spurenelementen wird in einigen Studien (von wem bezahlt?) als positiv für die Hornqualität bestätigt, macht aber für mich in der Praxis nur unter folgenden Bedingungen Sinn:

1.) Korrektur der Hauptfaktoren für die Klauengesundheit (Fütterung, Stall, Klauenpflege)

2.) Herdenleistung über 8000 kg Milch und

3.) Einsatz über mehrere Monate (monatliches Hornwachstum an der Wand 5 mm, an der Sohle 3 mm), sofern bei der Klauenpflege schlechte Hornqualität der Klauen festgestellt wurde.

Autor: Mag. med. vet. Michael HULEK, Oberneukirchen


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Aktualisiert am: 25.10.2005 11:57
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