Lebensmittelindustrie wird positiv gesehen

Lebensmittel sind heute so sicher wie noch nie – und stehen trotzdem so oft wie noch nie im Mittelpunkt von Diskussionen. Um die Einstellung der Österreicher zur Lebensmittelindustrie zu erheben, hat der Fachverband der Lebensmittelindustrie eine repräsentative Studie beauftragt.
66 % der Österreicher sehen die Lebensmittelindustrie positiv. Pluspunkte sind die Vielfalt, Qualität und Kontrollen.
66 % der Österreicher sehen die Lebensmittelindustrie positiv. Pluspunkte sind die Vielfalt, Qualität und Kontrollen.
Jeweils 1.000 Personen wurden in Einzelinterviews in zwei Durchgängen befragt: Vor und nach den medialen Diskussionen um Lebensmittel-Themen wie Pferdefleisch zu Jahresbeginn. Das Ergebnis ist überaus erfreulich: Zwei Drittel der Österreicher haben eine positive oder sehr positive Einstellung zur Lebensmittelindustrie. „Das ist für uns Bestätigung und Herausforderung zugleich,“ betont Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie.
Dr. Sophie Karmasin, Autorin der Studie, hob die besonderen Aspekte hervor, die von den Befragten genannt wurden: „Die gebotene Vielfalt, verlässliche Qualität, heimische Lebensmittel mit gutem Preis-Leistungsverhältnis und die garantierten Kontrollen wurden spontan am häufigsten als positiv genannt. Auch Frische und Qualität sowie die hohe Wertigkeit der Lebensmittel sind wichtig. Kritisiert wurden hingegen Zusatzstoffe, Chemie und Gentechnik. 10 % der Befragten haben gar keine konkreten Punkte zu beanstanden.“
Überraschend war selbst für die Studienautorin das Ergebnis, dass unter dem Begriff „Lebensmittelindustrie“ von den Österreichern nicht nur die Herstellung von Lebensmitteln im engeren Sinn, sondern vielmehr der gesamte Prozess von der Produktion bis zur Vermarktung verstanden wird. Es ergibt sich somit ein Bild ähnlich des EU-Ansatzes „from farm to fork – Vom Feld bis auf den Teller“.

Zusatzstoffe, Chemie und Gentechnik ernst nehmen
Zu den Themen Zusatzstoffe, Chemie und Gentechnik kündigte Koßdorff eine verstärkte Kommunikation des Verbandes an. „Wir nehmen diese Themen ernst und werden ein Konzept erarbeiten, das diesen Aspekten Rechnung trägt. Dazu zählen sicher verstärkte Kommunikationsmaßnahmen. Wir wollen der positiven Grundeinstellung der Österreicher zur Lebensmittelindustrie weiterhin gerecht werden und diese ausbauen.“ Die Studie hat auch gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung ist, der Staat nehme Einfluss darauf, was und wie viel an Lebensmitteln wir essen. Und genau diesen Einfluss des Staates sehen 71 % der Befragten als nicht gerechtfertigt an.

Mehr über Lebensmittel wissen
„Den Österreichern sind Qualität, Sicherheit und Wert von Lebensmitteln wichtig und sie wollen mehr darüber wissen. Staatlichen Einfluss lehnen sie aber ab. Da sehen wir uns als Fachverband der Lebensmittelindustrie gefordert, über Lebensmittel noch mehr zu kommunizieren als bisher. Wir stehen für eine sachliche Diskussion und sind in der glücklichen Situation, dass die Unternehmen in Österreich in Bezug auf Know-How und Qualität hervorragende Leistungen erbringen. Als Fachverband wollen wir diesen Info-Pool in Zukunft stärker zugänglich machen,“ kündigte Koßdorff abschließend an.

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den Top 5 aller Industriebranchen in Österreich. Sie bietet in 220 Unternehmen aus 30 Branchen Arbeit für 27.000 Menschen. Das Produktionsvolumen beträgt jährlich rund 8 Mrd. €. Rund zwei Drittel der in Österreich erzeugten Lebensmittel und Getränke werden erfolgreich in mehr als 180 Länder der Welt exportiert (Top 3: Deutschland, USA, Italien).


Aktualisiert am: 09.07.2013 12:05
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