Fleckvieh Austria Vollversammlung in Seitenstetten:

Neue Wege in der Fleckviehzucht?

Die Vollversammlung 2007 der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Fleckviehzüchter (AGÖF) war nicht nur bestens besucht, sondern auch von sehr ungewöhnlichen Inhalten mit möglicherweise weitreichenden Veränderungen auf fachlicher und organisatorischer Ebene begleitet.
Obmann ÖR Willibald Rechberger freute sich in Anwesenheit fast aller Mitgliedsverbände über das Erscheinen zahlreicher geladener Ehrengäste. Große Aufmerksamkeit fand der Kurzbericht des Vertreters des BMLFUW Dipl.-Ing. Josef Wiesböck zu den Themen Förderung der Rinderzucht, Tierzuchtrecht, Zuchtbuchordnung und die neuesten diesbezüglichen Beschlüsse der EU.

Auch die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Rinderzüchter (ZAR) nahm zu höchst aktuellen Fragen Stellung: Förderung der Tierzucht, Tiertransport, Tierzuchtrecht, Blauzungenkrankheit, Gewebeohrmarke, Auswirkungen der Trockenheit auf den Rindermarkt, Gespräche in Brüssel, Stand der Bemühungen um die Veränderung der Organisationsstrukturen in der österreichischen Tierzucht und die Vorbereitung einer Pressefahrt mit der neuen Gesundheitsministerin.

Aus dem interessanten Bericht der Österreichischen Jungzüchter Vereinigung (ÖJV) unter ihrem neu gewählten Obmann Johannes Penz, waren die vielfältigen fachlichen und gemeinschaftsfördernden Veranstaltungen zu entnehmen.

Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA

Das 1999 beschlossene gemeinsame Zuchtprogramm FLECKVIEH AUSTRIA trug 2006 wiederum „reiche Frucht“, 33 positive Vererber kamen in den Wiedereinsatz, hervorragende positive genetische Trends behaupten sich im internationalen Vergleich.

§ Genetischer Trend Interbull-MW – letzte 5 Jahre


FV Austria + 3,1
FV Italien + 2,6
FV Deutschland + 2,8
FV Tschechien + 2,3


§ Genetischer Trend Interbull – Milch kg - letzte 5 Jahre


FV Austria + 128 kg
FV Italien + 105 kg
FV Deutschland + 98 kg
FV Tschechien + 87 kg


§ Steigerung des Gesamtzuchtwertes der Teststiermütter von 119,1 auf 120,0

§ Steigerung des Gesamtzuchtwertes der eingesetzten Teststierväter von 128,0 auf 129,7

§ Der Ø Gesamtzuchtwert der 2006 eingesetzten Altstiere verbesserte sich von 123,3auf 125,0; der Fleischwert blieb konstant bei 104,6 und der Fitnesswert stieg von 106,5auf 109,2.

Was sind die neuen Herausforderungen?

Nunmehr zeichnet sich die Anwendung einer neuen Methodik zur Berechnung von Zuchtwerten mit hoher Sicherheit bei allen wichtigen Merkmalen auf der Basis einer Genomanalyse ab. Wenn dadurch die Trefferquote für Positivvererber gesteigert werden kann, weil Minusvarianten erst gar nicht in die Prüfung genommen werden müssen und dadurch die Kosten der Stierprüfung gesenkt werden können, werden sowohl Züchter wie auch die Zuchtorganisationen großes Interesse haben.

FLECKVIEH AUSTRIA fasste Grundsatzbeschluss zum Einstieg in die Genomselektion (GS)

Den 5 besten Fleckviehzüchterfamilien Österreichs –Sieger des Wettbewerbes 2006 – wurden die Urkunden und Preise überreicht:


1. Familie Franz und Margarete Maier, Innermanzing NÖ. Genetik RZV 372 Punkte Kuhstamm: K-Linie

Positivvererber: RESS, MALINT, HESS 7 Teststiere 2006
2. Familie Johann und Gertraud Ratzberger, Ramingtal NÖ. Genetik RZV 340 Punkte Kuhstamm: I-Linie

Positivvererber: WELF, HORESTI, RAU 5 Teststiere 2006
3. Familie Maria Gutenthaler, Gutau RZO 261 Punkte Kuhstamm: O-Linie

Positivvererber: RAINER, RUMENIK, RUN 2 Teststiere 2006
4. Familie Simon und Christine Sigl, St.Radegund FIH 246 Punkte Kuhstamm: T-Linie

Positivvererber: RECK

4 Teststiere 2006
5. Familie Franz und Monika Zehetner, Ybbs NÖ. Genetik RZV 220 Punkte Kuhstamm: B-Linie

Positivvererber: WONROU

2 Teststiere 2006



Aktualisiert am: 21.05.2007 15:26
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