Landwirt Weblog - Fachschule_Lambach

Benutzername: Fachschule_Lambach


Mein Betrieb:
Ferkelproduktion

Eigenschaften: DI Hannes Mader ist Ferkelerzeuger und Lehrer an der Fachschule Lambach
Hobbies:

Dezember: Rescue Deck – die neue Ammentechnik 04-Dec-2009 11:39

Dank der fortschreitenden Züchtung und des immer besseren Managements auf den Betrieben konnten viele Sauenhalter ihre Ferkelzahlen in den letzten Jahren steigern. Doch bei großen Würfen kümmern meist einige Ferkel. Gleichzeitig verlieren die Sauen während der Säugezeit zuviel an Gewicht. Unter diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage: wie managet man große Würfe? Zwangsläufig wird man bei der Beantwortung dieser Frage auf die „Amme“ stoßen. Einerseits auf die Ammensau, andererseits auf die technische Amme.

Technische Ammen wurden schon vor vielen Jahren beworben und verkauft – mit dem Ergebnis, dass sie heute auf den Sauenbetrieben in einer Ecke verstauben. Zu anfällig, zu viel Arbeit. Das sind die Antworten auf die Frage, warum sie nicht verwendet werden.

 

 

 

Auf der EuroTier 08 wurde erstmals eine völlig neue Ammentechnik vorgestellt. Das sogenannte „Rescue Deck“, was soviel heißt wie „Rettungsbox“. Diese bei uns neue Technik der mutterlosen Aufzucht von Ferkel kommt ursprünglich aus den USA. Seit gut einem Jahr wird sie aber von Holland aus beworben.

Seit Dezember 2008 wird diese Technik im Lehr- und Forschungsstall der landw. Fachschule Lambach eingesetzt  und genau unter die Lupe genommen.

Die Ergebnisse aus einem Jahr Erfahrung werden bei der „Lambacher Schweinetagung“ am 13.Jänner 2010 im neuen Agrarbildungszentrum Lambach präsentiert.

November: Klauenpflege beim Schwein 02-Nov-2009 07:26

Seit gut einem Jahr sind etliche Artikel in den Fachzeitungen über Klauenpflege beim Schwein erschienen. Anfangs von vielen Schweinehaltern etwas belächelt, griffen wir von der Landw. Fachschule Lambach (neue Bezeichnung abz lambach = Agrarbildungszentrum Lambach) dieses Thema auf. Gemeinsam mit den Tierärzten Dr. Wolf, und Dr. Stoiber haben wir uns intensiv mit dem Thema Klauenpflege beim Schwein auseinandergesetzt.

 

 

 

Gehen sie einmal bewusst durch ihren Stall und betrachten die Klauen der Schweine. Sie werden bei nicht wenigen Sauen überlange, zum Teil eingerollte Klauen sehen. Vor allem aber werden sie überlange Afterklauen sehen.

Bei der heute vielfach verbreiteten Haltung der Sauen auf Spalten passiert es immer wieder, dass die Afterklauen in den Schlitzen der Spalten hängen bleiben. Leichte bis schwerste Verletzungen an den Schweineklauen sind die Folge.

Wie aber verhindere ich durch richtige Pflege der Klauen diese Verletzungen. Wie fixiere ich die Beine der Sau? Wieviel zwickt, schneidet oder schleift man weg? Welche Gerätschaften verwende ich?

Diesen und noch weiteren Fragen sind wir nachgegangen. Im Zuge unserer Arbeit haben wir einen Klauenpflegestand entworfen und den Prototyp eines Pflegestandes einer Firma überarbeitet und praxistauglich gemacht.

All die Ergebnisse unserer Arbeit werden wir ihnen am 13. Jänner 2010 bei der „Lambacher Schweinetagung“ im neuen abz lambach präsentieren.

(Einladung mit Programm wird auf www.landwirt.com rechtzeitig erscheinen).

 

 

 

Oktober: Drücken der Schwanzspitze regt Atmung an 12-Oct-2009 06:49

Immer wieder kommt es vor, gerade bei länger andauerndem Geburtsverlauf, dass Ferkel lebensschwach geboren werden. Durch das Trockenreiben der Ferkel mit Stroh oder mit einem Stück von der Küchenrolle und dadurch gleichzeitigem Massieren, werden die Lebensgeister wieder angeregt. Das Trockenreiben hat außerdem den Zweck, dass die Ferkel nicht so rasch auskühlen. Bei sehr lebensschwachen Ferkeln mit einer verringerten Atmung ist diese Massage aber oft zu wenig. Die Atmung der Ferkel kann auch angeregt werden indem man eine „Akupressur“ anwenden. Nehmen sie die Schwarzspitze des Ferkels fest zwischen die Finger und pressen sie etwa 5 Sekunden fest zusammen, wiederholen sie es einige male.

 

 

(Akupressur ist eine aus der Akupunktur entwickelte Technik, bei der statt Nadeln Druck angewandt wird.). Oder sie wenden die Akupunktur an und stechen mit einer Nadel von hinten die Schwanzspitze und zwirbeln die Nadel.

 

September: Wiegungen schulen das Auge 02-Sep-2009 14:37

Kennen sie das durchschnittliche Geburtsgewicht ihrer Ferkel?

 

Bei den vielen Versuchen und Kontrollwiegungen in unserem Stall haben wir gesehen das sich Absetzgewichte von weit über 8 kg ja sogar über 9 kg bei 4wöchiger Säugezeit erreichen lassen. Deutlich sichtbar wurde aber auch immer, dass Würfe mit einem höheren Geburtsgewicht in der Regel die höchsten Absetzgewichte erreichen (natürlich auch abhängig von der Wurfgröße und der Milchleistung der Sau) und vor allem aber auch deutlich höhere Tageszunahmen in der Aufzucht erreichen. D.h. der Grundstein für optimales Ferkelwachstum ist das Geburtsgewicht. Dieses sollte im Mittel des Wurfes über 1300g betragen.

 

Neben der Wurfgröße ist hauptsächlich die Fütterung der tragenden Sau ausschlaggebend für optimale Geburtsgewichte.

Um die Leistungen in ihrem Stall zu kennen ist es unbedingt notwendig des öfteren Kontrollwiegungen zu machen. Mit einem großen Eimer und einer Federwaage können sie schnell das Wurfgewicht nach der Geburt feststellen. Für das Wiegen größerer Ferkel sollte eine Viehwaage am Betrieb vorhanden sein. Sie werden merken wenn sie längere Zeit regelmäßig wiegen können sie die Gewichte auch viel besser schätzen.

 

Faustzahlen für Ferkelgewichte (Mindestwerte):

Ø Geburtsgewicht        über 1300 g

Ferkelgewicht am 7. Lebenstag über 2,5 kg

 

Absetzgewicht:     3 Wo. min. 6,0 kg

                             4 Wo. min. 7,8 kg

 

Ø TGZ vom Absetzen bis Verkauf min. 450 g

 

Faustregel: 1 –2 –3 – 4 =       nach 1 Woche 2faches Geburtsgewicht,

                                               nach 3 Wochen 4faches Geburtsgewicht

 

Die Geburtsgewichte sollten im Mittel deutlich über 1300 g liegen.

August: Aktive Remontierung 03-Aug-2009 11:26

Ca. 33 – 40 % des Sauenbestandes sollte jährlich remontiert werden. Aktiv remontieren  heißt, sich zeitig zu überlegen, wann und wie viele JS zugekauft werden. Eine mögliche Vorgehensweise für eine Produktion im 3WochenRhythmus ist:

Alle 6 Wochen in einer Absetzwoche werden Jungsauen immer vom gleichen Vermehrungsbetrieb zugekauft. Beim Kauf darauf achten, dass die Sauen nicht alle das gleiche Alter haben. Die Jungsauen kommen in einen Eingliederungsstall um die Herde zu schützen und die zugekauften Sauen mit den betriebseigenen Keimen zu kontaktieren. Die Transportrausche und jede weitere Rausche ist zu dokumentieren. 6 Wochen nach dem Zukauf werden die Tiere in das Deckzentrum umgestallt. Neue Jungsauen werden zugekauft und kommen wiederum in den Eingliederungsstall. Eine Woche nach dem Umstallen ins Deckzentrum müssten die JS das 3.  Mal rauschen. Die Älteren der Gruppe werden besamt. Die jüngeren 3 Wochen später. JS sollten bei der ersten Belegung mind. 230 Tage alt und mind. 130 kg schwer sein.
Alle 6 Wochen werden JS zugekauft, aber alle 3 Wochen werden JS in die jeweilige Gruppe eingegliedert. Spätestens beim Absetzen einer Gruppe müssen sie entscheiden welche Sauen den Betrieb verlassen müssen.

 

 

Juli: Schnellere Reinigung 02-Jul-2009 08:23

Viele Stunden im Jahr verbringt man mit dem Waschen im Stall. Besonders eingetrockneter Kot lässt sich nur mit großem Zeitaufwand restlos entfernen.

Einige Tipps die das Stallwaschen erleichtern:

a)      Je früher nach dem Ausstallen gereinigt wird desto schneller geht es.

b)      Beim Kauf eines Hochdruckreinigers ist nicht der Arbeitsdruck (bar) entscheidend, sondern die Wasserleistung. Diese sollte mindestens 900 l/h betragen. Hohe Wasserleistung bedeutet hohe Schwemmleistung. Ein Heißwasser-Hochdruckreiniger beschleunigt die Arbeit nochmals.

c)      Weichen sie den Stall vor dem Waschen gründlich ein - mit einer am Markt angebotenen Einweichanlage oder mit einer aus dem Gartenberegner selbst gebauten.

d)      Eine andere Möglichkeit besteht darin den Stall mit einem Schaumreiniger einzuweichen. Dazu bedarf es jedoch einer eigenen Schaumlanze, die auf die Hochdruckreinigerpistole aufgeschraubt wird. Durch das Mischen von Luft, Wasser, und Reinigungsmittel entsteht ein Schaum, der auf die Aufstallung aufgesprüht wird. Diesen Schaum lässt man ca. 30 Minuten einwirken. Dann wird der Stall mit der normalen Hochdruckreinigerlanze gewaschen. Vor dem Auftragen des Schaumes sollte jedoch eine Grobreinigung erfolgen.

 

 

Einweichen mit einem Schaumreiniger erleichtert das anschließende Waschen.

Juni: Futterzuteilung nach Wäscheklammern 01-Jun-2009 19:29

Die Empfehlungen über Futtermengen pro Sau und Tag im Wartestall gehen oft etwas auseinander. Einige Fachleute Empfehlen eine zweimalige Steigerung der Futtermenge während der Tragezeit, andere wiederum nur eine einmalige Mengenerhöhung.

Ganz egal für welche Futterkurve man sich entscheidet, neben der rechnerischen Tagesmenge ist vor allem die Genauigkeit der Zuteilung wichtig. Wenn Sie z.B. am 61. Trächtigkeitstag eine Futtersteigerung von 28 auf 33 MJ Umsetzbare Energie pro Sau und Tag vornehmen wollen, dürfen sie erstens den Zeitpunkt und die jeweiligen Sauen nicht übersehen. Zweitens  sollten Sie die Menge auch einigermaßen genau verabreichen. Den jeweiligen Trächtigkeitstag sagt Ihnen der Sauenplaner aufs genaueste. Falls Sie eine Fütterungsanlage mit Dosierbecher haben ist es notwendig die Füllmengen der Dosierer von Zeit zu Zeit nachzuwiegen. Füttern Sie per Hand geben Ihnen farbige Wäscheklammern wertvolle Hinweise. Z.B. eine gelbe Wäscheklammer vor der Sau angebracht (Kastenstand ist Voraussetzung – leider nicht mehr lange erlaubt im Wartestall) könnte bedeuten: zwischen 61 und 89 Tage trächtig - diese Sau bekommt z.B. 33 MJ pro Tag (16,5 MJ pro Mahlzeit). Eine blaue Wäscheklammer könnte bedeuten: zwischen 90 und 108 Tage trächtig – diese Sau bekommt z.B. 39 MJ pro Tag. Markieren Sie den Futterbecher mit einer gelben und einer blauen Linie, wissen Sie wie voll der Becher gefüllt werden muss. Je nach Kondition der Sau können Sie natürlich Zu- und Abschläge geben. Eine große Nummer bei jeder Sau (zusätzlich zur Nummer im Ohr) erleichtert das schnelle Auffinden der gesuchten Sauen.

 

 

Farbige Wäscheklammern und große Nummern erleichtern die Arbeit.

Mai: Tränker richtig platziert 01-May-2009 08:16

Teil einer optimalen Grundhygiene ist die richtige Platzierung der Ferkeltränken in der Abferkelbucht. In den meisten Fällen findet man diese im hinteren Teil der Bucht, also in der Nähe des  Abkotbereiches  der Sau. Dies hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die Tränken vom „Mistgang“ aus für den Tierhalter besser erreichbar sind. Eine derartige Platzierung nötigt die Ferkel jedoch geradezu, sich vor oder nach der Wasseraufnahme mit dem Kot und dem Urin der Sau zu beschäftigen und darin enthaltene Keime aufzunehmen.

Aus hygienischer Sicht ist es empfehlenswert die Ferkeltränken in der Nähe des Sauentroges anzubringen. Viele Ferkelerzeuger schwören auch auf die „Mutter-Kind-Tränke“, da die Ferkel früher Wasser aufnehmen. Bei der Frage, Nippel- oder Schalentränke, würde ich der Schalentränke den Vorzug geben. Frühere Wasseraufnahme und weniger Wasserverluste sprechen dafür. Man sollte auch darauf achten, dass die Stichleitungen bis zum Tränker möglichst kurz sind (weniger abgestandenes Wasser).

 

 

 

Bei diesem Test haben die Ferkel aus dem Nippeltränker so gut wie nie Wasser aufgenommen.