Winterraps 2012: Auswinterungsschäden beurteilen

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Der Kälteeinbruch im Februar 2012 hat nach derzeitigem Stand dem Raps in unterschiedlicher Stärke zugesetzt. Jetzt gilt es nicht voreilig zu handeln sondern die Bestände richtig zu beurteilen und das weitere Vorgehen genau zu planen.
Starke Blattverluste, jedoch kaum Erfrierungen am Vegetationskegel. Diese Pflanzen haben noch ausreichend Regenerationskraft und erholen sich unter angepasster Düngung rasch.
Starke Blattverluste, jedoch kaum Erfrierungen am Vegetationskegel. Diese Pflanzen haben noch ausreichend Regenerationskraft und erholen sich unter angepasster Düngung rasch.
Der im Februar auftretende Kälteeinbruch, in manchen Gebieten verstärkt durch eine mangelnde Schneedecke setzt besonders Winterraps stark zu. In erster Linie gilt es nun zu beurteilen wie stark Rapsbestände, die generell eine Winterhärte zwischen -15 und -20°C besitzen diese Frostperiode überstanden haben.
Die Winterhärte selbst wird von mehreren Faktoren beeinflusst: der Pflanzenentwicklung, Abhärtungsphase, Ernährungszustand und der Stärke und Dauer der Stressphase.

Pflanzenbestand entscheidet über Schädigungsgrad
Die beste Winterhärte weisen Pflanzen mit 8–12 Laubblättern, einem Wurzelhalsdurchmesser von 1–1,5 cm sowie flache anliegender Blattrosette und tief liegendem Vegetationskegel auf. Je stärker die Pflanze / der Bestand von diesem Optimum abweicht, desto gefährdeter ist er.
Die Rapspflanze bedarf einer Abhärtungsphase während der sie sich langsam an die kälteren Temperaturen adaptiert. Dann können Bestände Temperaturen bis -25°C überstehen.
Der Ernährungszustand mit dem Rapsbestände in den Winter gegangen sind spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle: So fördert z.B. eine gute Bor-Versorgung im Herbst die Winterhärte, ebenso spielt Kali eine wichtige Rolle.
Ob es schließlich zu Frostschäden kommt hängt von den Temperaturen, doch vor allem von der Länge der Kälteeinwirkung ab. Schnee und auch Blätter bilden Wind- und Sonnenschutz für den Vegetationskegel, der über die Auswinterung entscheidet. Der Herbst 2011 ließ auch eine gute, tiefe Wurzelentwicklung zu, die dauerhafte Frostschäden etwas abmildert.

Bestandsaufnahme anstatt voreiliger Schlüsse
Zu Vegetationsbeginn gilt es Rapsbestände genau zu beurteilen: Vegetationskegel und Wurzel sind entscheidend. Ziehen Sie einzelne Pflanzen heraus und schneiden Sie sie der Länge nach auf. Ist das Pflanzenmaterial des Vegetationskegels noch fest (nicht gefroren!) und dabei weiß der grün, so ist dieser noch intakt. Ein geschädigter oder toter Vegetationskegel ist am weichen, matschigen, später ausgetrockneten braunen Gewebe zu erkennen. Falls die Schädigung bis zur Wurzel reicht, stirbt die Pflanze ab. Frostschäden an der Wurzel können zum Ablösen der Wurzelrinde führen. Betroffene Pflanzen lassen sich dann leicht aus dem Boden ziehen und können später absterben. Solange die Wurzel noch lebt, wird die Pflanze versuchen zumindest aus Seitentrieben neu auszutreiben. Weiße Spitzen an den Wurzeln zeigen neue Wurzelbildung an und damit die Regeneration der Pflanze.
Wer frühzeitig seinen Rapsbestand beurteilen muss, der kann einige Pflanzen ausgraben und in einem Eimer oder Messbecher zuhause in Wasser stellen. An diesen Pflanzen wird dann schneller erkennbar sein, wie viel Leben noch in ihnen steckt. Zur Absicherung sollten mehrere Stichproben auch mit kleineren und größeren Pflanzen erfolgen.



Raps – Pflanze mit enormen Regenerationsvermögen
Der vergangene Herbst 2011 ließ eine optimale Entwicklung der Rapsbestände zu, die damit kräftig und mit tief reichendem Wurzelsystem in den Winter gegangen sind. Selbst mit stark geschädigten, aber wiederaustreibenden Beständen können unter optimalen Witterungeeinflüssen im neuen Vegetationsjahr noch akzeptable Erträge erzielt werden.

Weitere Empfehlungen zum Umgang mit frostgeschädigten Winterrapsbeständen 2012 (Quelle: RAPOOL-RING) zum downloaden.

Quelle: RAPOOL-Ring GmbH


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veröffentlicht: 23.02.2012 10:10


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