Wintergetreide: Mit der Aussaat die Basis für gute Erträge legen
Bei Roggen wirkt sich das Ende der Interventionsmöglichkeit besonders negativ aus. Auch für die anderen Getreidearten besteht wenig Aussicht, dass die Erzeugerpreise in den nächsten Monaten das Vorjahresniveau erreichen. Bei Weizen differieren die Preise der einzelnen Qualitäten deutlicher als in der Vergangenheit. Für den Landwirt geht es darum, entsprechende Erträge und Qualitäten mit möglichst geringen Produktionskosten zu erzeugen.
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Bei den Qualitätsweizen hat LUDWIG seine Leistungsfähigkeit heuer wiederum unter Beweis gestellt, im Alpenvorland sowie im Mittel- und Südburgenland waren Erträge von 70 dt/ha keine Seltenheit. Bei dem Ertragsniveau ist es naturgemäß schwierig, 14 % Protein zu erreichen. CAPO zeichnet sich durch sein Hektolitergewicht und die gegenüber Ludwig um etwa 0,7 % höheren Eiweißwerte aus. Im Pannonikum ist CAPO nach wie vor erste Wahl, in den Feuchtlagen wirkt seine mäßige Standfestigkeit (Note 6,5) öfters begrenzend. Der später reifende und mittel standfeste (Note 5) GRANAT hat eine beachtliche Schlechtwettertoleranz (stabile Fallzahl) und gute Backeigenschaften. Der kurzhalmige RENAN hat im östlichen Alpenvorland und in der Steiermark mehrjährig entsprochen, neigt aber zu etwas schwankenden Leistungen. Die neuen Qualitätssorten ASTARDO und ANTONIUS wurden erstmals außerhalb des Trockengebietes getestet. Ihre Hektolitergewichte und Proteinwerte liegen noch geringfügig über CAPO, ANTONIUS ist zudem recht standfest (Note 2,5). Der ebenfalls stabile (Lagerung 3) EDISON bringt seine Erträge aus höheren Einzelährenleistungen, auf die stärkere Braunrostanfälligkeit (sei hingewiesen. Eine gewisse Renaissance erlebt ERLA KOLBEN im Biolandbau, hier wirkt sich die geringe Standfestigkeit (Note 8) nicht so negativ aus. Sorten wie ATRIUM, FRIDOLIN, JOSEF, SATURNUS und SW MAXI werden derzeit fast nur in Ostösterreich kultiviert.
Von ANTONIUS, ASTARDO, ATRIUM, CAPO, EDISON, ERLA KOLBEN, EXKLUSIV, GRANAT, JOSEF, LUDWIG, RENAN und SATURNUS wird Biosaatgut angeboten.
Von knapp fünfzig Wintergetreidesorten gibt es Biosaatgut. Mit wenigen Ausnahmen sind es Sorten, die auch von konventionell wirtschaftenden Betrieben genutzt werden. Vor allem bei Weizen arbeiten die Züchter daran, Sorten mit spezifischer Bioeignung auf den Markt zu bringen. Beispielsweise Qualitätsweizen mit höherem Proteinbildungsvermögen und guter Unkrautunterdrückung. Wenig Aussicht besteht, das Problem des Weizensteinbrandes durch Züchtung zu lösen. Wenngleich in geringem Maße auch Infektionen aus dem Boden nachgewiesen worden sind, kann doch gelten: Mit gesundem Saatgut ist das Problem des Gewöhnlichen Steinbrandes weitgehend gelöst. Unsere Untersuchungen mit Winterweizen haben auch gezeigt, dass CAPO und SATURNUS beim 1. Nachbau (obwohl dieser nicht durch Steinbrand beeinträchtigt war) ertraglich um 2,4 dt/ha gegenüber Beständen aus Z-Saatgut abfielen. EXKLUSIV war ertragsgleich.
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