Welser Abferkelbucht: Zeit ist Geld!

Die Welser Abferkelbucht ist ein neu entwickelter Abferkelstall für die biologische Schweinehaltung, welche vor allem die Arbeitszeit minimieren soll. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Liegebereich der Welser Abferkelbucht.
Liegebereich der Welser Abferkelbucht.
Die biologische Ferkelproduktion ist einerseits durch hohe Investitionskosten, andererseits durch einen hohen Arbeitszeitaufwand gekennzeichnet. Um den Abferkelstall bezüglich dieser Parameter zu optimieren, wurde die Welser Abferkelbucht entwickelt. Die Bucht zeichnet sich durch eine deutliche Strukturierung der Funktionsbereiche Liegen/Säugen, Aktivität/Ausscheidung, Fressen und Ferkelnest aus. Der Liegebereich sowie das Ferkelnest wurden aus 58 mm Dreischichtplatten ohne Verwendung von Metallstehern gefertigt. Im Auslauf kamen PVC-Paneele mit Gittereinsätzen zum Einsatz. Der Liegebereich kann, wenn nötig, mit einem Deckel aus Kokosfaser oder anderem Dämmmaterial komplett verschlossen werden. Die Sau gelangt vom Liegebereich direkt in den großzügig dimensionierten Auslauf, in dem sich die Tränke sowie eine Heuraufe befinden. Das Ferkelnest und der Trog sind zum Kontrollgang hin angeordnet, um ständig gute Einsicht zu ermöglichen. Die strikte Trennung zwischen Liege- und Fressbereich gewährleistet eine optimale Sauberkeit im Liegebereich, da Wasser und Futterreste nicht dorthin gelangen können. Ein großer Unterschied zu anderen Bio-Abferkelbuchten besteht darin, dass es in der Welser Abferkelbucht nur eine Mistachse gibt. Dies ist arbeitstechnisch von Vorteil, da eine regelmäßige Entmistung im Innenbereich wegfällt und die Entmistung des Auslaufs auch mit Kleinfahrzeugen möglich ist.

Arbeitszeitbedarf der täglichen Arbeiten
Die täglichen Arbeiten werden in der biologischen Haltung lediglich 21 Tage lang durchgeführt, da die Sauen und Ferkel anschließend in einem Gruppensäugesystem gehalten werden. Es ist jedoch auch möglich, die Sauen und Ferkel bis zum Zeitpunkt des Absetzens in der Welser Bucht zu halten. Bei der Welser Abferkelbucht ergibt sich ein Arbeitszeitbedarf von 3,99 Arbeitskraftminuten (AKmin) pro Sau und Tag.

Der Auslauf der Welser Bucht wird bei belegten Buchten eingestreut.
Der Auslauf der Welser Bucht wird bei belegten Buchten eingestreut.
Zeitbedarf der nicht täglichen Arbeiten
Der Zeitbedarf für die nicht täglichen Arbeiten wurde für eine durchschnittliche Wurfgröße von 12 Ferkeln, sechs davon männlich, ermittelt. Bei der Welser Abferkelbucht liegt der Arbeitszeitbedarf für die nicht täglichen Arbeiten pro Bucht und Jahr bei 54,4 AKmin.
Der Arbeitszeitbedarf für die Verweildauer (Abferkel- und Säugephase) der Zuchtsau mit Ferkeln in der Welser Bucht setzt sich aus den täglichen und nicht täglichen Arbeiten zusammen. Pro Sau und Jahr ergeben sich somit 3,8 Arbeitskraftstunden (AKh) bei 2,1 Würfen. Dieser Wert ist im Vergleich zur „FAT 2 Bucht“ niedriger, was auf einen geringeren Arbeitszeitbedarf bei der Entmistung zurückgeführt werden kann. Vergleichend dazu wird für die konventionelle Ferkelproduktion von einem Arbeitszeitbedarf zwischen 3,9 und 5,9 AKh pro Sau/Jahr ausgegangen. Dies hängt natürlich vom Produktionssystem des jeweiligen Betriebes ab.
Beim Vergleich mit anderen Systemen muss ebenfalls beachtet werden, dass bei dieser Erhebung die Sauen und Ferkel nach drei Wochen in ein Gruppensäugesystem umgestallt wurden. Die Schweine befanden sich somit 21 Tage in der Welser Abferkelbucht.

Autoren: DI Paul PÖTZ und Dr. Elisabeth QUENDLER (Institut für Landtechnik, BOKU Wien) sowie Dr. Werner HAGMÜLLER (LFZ Raumberg-Gumpenstein, Außenstelle Wels)

Weitere Details zur Welser Abferkelbucht können Sie der Ausgabe 8/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" entnehmen. Probeheft bestellen.


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veröffentlicht: 05.04.2012 21:16


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