Vorsichtsmaßnahmen bei der Saat von gebeiztem Mais
Seit kurzem ist die neue Maiswurzelbohrer-Verordnung in Kraft. Erstmals wird beim Anbau von Mais eine Fruchtfolge vorgeschrieben.
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Laut Auskunft von Saatgutfirmen ist in Oberösterreich der Absatz von neonicotinoidgebeiztem Maissaatgut weiter deutlich zurückgegangen. Dies ist auch ein aktiver Beitrag zu einem verstärkten Bienenschutz. Den besten Schutz gegen den Maiswurzelbohrer bietet weiterhin eine geregelte Fruchtfolge.
Was ändert sich?
Neu ist, dass Mais innerhalb von vier Jahren nur dreimal auf derselben Fläche gesät werden darf. Basisjahr ist 2011, d.h. man muss spätestens im Jahr 2014 eine andere Kultur anbauen. Weiterhin aufrecht bleibt die Auflage, dass nach einer nicht vom Maiswurzelbohrer gefährdeten Vorfrucht (defacto sind das alle Kulturen außer Mais) kein neonicotinoidgebeizter Mais angebaut werden darf. Ausgenommen von beiden Vorschriften sind weiterhin Saatmaisflächen. Eine neonicotinoide Beizung gegen Drahtwurm ist auf allen Maisflächen auch ohne Mais-Vorfrucht weiterhin möglich.
Auflagen bei der Ausbringung
Die Ausbringung von Mais- und Kürbisaatgut darf bei Verwendung von pneumatischen Geräten (Saugluftsysteme) ausschließlich mit staubabdriftmindernder Sätechnik erfolgen. Betroffen sind neben den neonicotinoiden Beizen Poncho, Cruiser 350 FS und Gaucho 600 FS auch der zum Vogelschutz mit Mesurol gebeizte Mais. Der Landwirt erhält auf dem Sackanhänger Informationen über die neuen Auflagen.
Folgendes ist zu beachten
- Zur Vermeidung von mechanischer Belastung des Saatgutes dürfen die Säcke nicht geworfen oder gestürzt werden.
- Beim Befüllen der Säbehälter ist darauf zu achten, dass eventueller Staub aus dem Saatgutsack nicht mit eingeleert wird bzw. in angrenzende Pflanzenbestände (insbesondere blühende Randstreifen, Feldraine, etc.) verfrachtet wird.
- Ein Befahren von angrenzenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen mit eingeschaltetem Gebläse ist nicht erlaubt (Achtung auf Blühstreifen, angrenzende Wiesen mit blühendem Löwenzahn, etc.).
- Gebeiztes Saatgut darf bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s (18 km/h) nicht ausgebracht werden. Das ist vergleichbar mit der Pflanzenschutzarbeit, wo man bei diesen Bedingungen ebenfalls nicht mehr behandelt.
- Es darf keine Aussaat erfolgen, wenn die Gefahr der Staubabdrift in benachbarte blühende Pflanzenbestände besteht. Zur Maissaat können Raps, Löwenzahn und viele Obstbäume blühen – es darf hier keine Abdrift in diese Bestände geben. Es darf nicht neben in Windrichtung liegenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen gesät werden.
- Die leeren Saatgutsäcke müssen fachgerecht entsorgt werden, d.h. diese können im örtlichen Altstoffsammelzentrum als Problemstoff abgegeben werden.
- Da das gebeizte Saatgut auch giftig für Vögel ist bzw. bei Regen Pfützen entstehen können, wo Bienen Wasser holen, müssen verschüttete Körner entfernt werden. Das behandelte Saatgut muss vollständig mit Erde bedeckt werden, es dürfen keine Körner an der Bodenoberfläche liegen bleiben.
Aufzeichnungspflicht
Die Verwendung von neonicotinoidgebeiztem Maissaatgut muss unter Angabe der betroffenen Fläche und des verwendeten Produktes aufgezeichnet werden. Diese Aufzeichnungen müssen mindestens vier Jahre lang aufbewahrt werden. Am besten hebt man sich auch Rechnung/Lieferschein und Sackanhänger auf. Die Kontrolle der Aufzeichnungen und auch der Verwendung von abdriftmindernder Sätechnik wird wie 2011 während des Maisanbaues erfolgen.
Es wird in diesem Jahr weiterhin Untersuchungen bei Bienen geben. Von den oben genannten Vorsichtsmaßnahmen ist besonders jene für die Windverhältnisse besonders zu beachten. Imkern wird empfohlen, Bienentränken in der Nähe der Völker aufzustellen, damit diese Maisfelder nicht zur Wasserversorgung nutzen. Zusätzlich wäre es vorteilhaft, Bienenstöcke nicht näher als 20 m von einem mit Mais zu bestellenden Acker aufzustellen.
Autor: DI Hubert Köppl, LK Oberösterreich
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