Unwettergefahr - Getreideernte läuft auf Hochtouren
In Österreich rollten vergangene Woche die Mähdrescher auf Hochtouren, um einzubringen, was geht, ehe am Wochenende neuerliche Unwettergefahr droht. Indes revidierte die Landwirtschaftskammer dieser Tage ihre Prognose für die heimische Ernte 2010 um 4 % nach unten.
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EU-Kommission: Vorerst kein Verkauf von Interventionsgerste
Die Europäische Kommission kündigte dieser Tage an, sSie wolle erst das Ergebnis der Ernte abwarten und sich vom aktuellen Anstieg der Gerstenpreise noch nicht zu Verkäufen verleiten lassen. Die EU häufte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2009/10 einen Gerstenberg von 5,79 Mio. t in ihren Interventionslagern an. Gerste stellte damit das Gros des zu garantierten Mindestpreisen in öffentliche Lagerhaltung übernommenen Getreides von insgesamt 6,67 Mio. t. In Österreich lagert die AMA 44.201 t Gerste, davon 37.621 t aus der jüngsten Interventionsperiode. Ab dem laufenden Wirtschaftsjahr 2010/11 gilt die Mindestpreisgarantie der Europäischen Union von bisher EUR 101,31 nur mehr für Weizen - das aber auch nur in stark eingeschränktem Umfang.
Getreideernte in Deutschland
Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht in seiner jüngsten Schätzung davon aus, dass die Bundesrepublik heuer 10 bis 20% weniger Weizen ernten wird als 2009. "Der gesamte Norden und Osten Deutschlands, aber auch zum Beispiel die fränkische Getreidebauregion, leiden seit Anfang Juni unter einem erheblichen Wassermangel und extremem Hitzestress", sagte DBV-Generalsekretär Helmut Born. Die Getreideernte war im vergangenen Jahr mit 49,7 Mio. t überdurchschnittlich gut, heuer sollen es mit 45 Mio. t aber immer noch mehr als 2007 - dem Jahr der Missernten und sprunghaften Preisanstiege - mit 40,6 Mio. t werden. Der Preis für Brotweizen kletterte in Deutschland laut Born aktuell auf rund EUR 140,- pro t, während es im vergangenen Jahr zeitweise unter EUR 100,- waren. Weil der Rohstoffanteil bei Gebäck und Brot aber so gering sei, würden die Verbraucherpreise wohl nicht deutlich steigen müssen, es sei denn, es gebe Kostensteigerungen in anderen Bereichen.
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