Strategie für heimische Eiweißkomponenten

Donau-Soja soll zum höchstmöglichen Eigenversorgungsgrad mit Eiweißfuttermitteln beitragen. Hiegelsberger und Brunner fordern die EU-Kommission auf, die heimische Eiweißstrategie zu unterstützen.
Die EU muss ihren Beitrag zum heimischen Soja leisten, fordern Hiegelsberger und Brunner.
Die EU muss ihren Beitrag zum heimischen Soja leisten, fordern Hiegelsberger und Brunner.
Oberösterreichs Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und Bayerns Staatsminister Helmut Brunner überreichten der EU eine Erklärung zur Schaffung einer regionalen Eiweißstrategie auf europäischer Ebene. Die Forderung: ein echter Impuls für den heimischen Anbau von hochwertigen Eiweißpflanzen. Weiters soll anstatt des Sojaimports aus Übersee der Anbau von Eiweißpflanzen im Donauraum über die Bereitstellung von Forschungsgeldern forciert werden.
"Eiweißpflanzen für Futtermittel sind in Österreich und der gesamten EU Mangelware. Anstatt diese aus Übersee zu importieren, wollen wir mit dem Verein 'Donau Soja' Anbauflächen in der Region und im europäischen Raum nutzen. Die Bereitstellung von Forschungsgeldern für diese Länder könnte den Anbau zukunftsträchtiger und innovativer Eiweißpflanzen und damit die Eigenversorgung in Europa entscheidend voranbringen", so Hiegelsberger.
Pflanzenbauliche Analysen zeigen immerhin ein Potenzial von rund 10 Mio. Hektar in den Donauanrainerländern. Entstehen soll daraus das überregionale europäische Projekt Donau-Sojabohne - ausgehend vom "Verein Soja aus Österreich" und dem Bundesland Oberösterreich, mit starkem Engagement Niederösterreichs und Bayerns. Die Idee sieht die Ausweitung der Anbaufläche entlang der Donau auf Ost-Europa vor, womit die heimische Landwirtschaft zukünftig vermehrt mit gentechnikfreiem Sojaschrot beliefert werden könnte. Die Erarbeitung einer "Soja-Goes-East"-Strategie wird von den Ländern Oberösterreich und Niederösterreich stark vorangetrieben und soll Österreich zum Know-how-Zentrum machen.

Österreichs Soja ist zu wenig
Oberösterreich ist mit 13.500 ha Anbaufläche von bundesweit 37.500 ha Sojaanbauland Nummer 1 in Österreich. Zwar wird die Anbaufläche jedes Jahr erweitert - mittelfristig sind 17.000 ha möglich -, doch auch damit wäre der Eigenbedarf an Eiweißfuttermitteln nicht gedeckt. Alleine die oberösterreichischen Bauern benötigen 250.000 t Soja, produziert werden aber nur 40.000 t jährlich. Klimatische Bedingungen und die Topografie setzen dem heimischen Sojaanbau Ertragsgrenzen, die zwischen 150.000 bis 200.000 t liegen - also ist Österreich zur Bedarfsdeckung auf Importe angewiesen. Jährlich werden rund 570.000 t Sojaschrot im Wert von bis zu 200 Mio. € aus Übersee eingeführt. Um diese Eiweißlücke bestmöglich zu verkleinern, sei ein möglichst großer Eigenversorgungsgrad anzustreben. Das müsse erklärtes Ziel der EU sein, so Hiegelsberger. Da die Pflanzen jedoch ein feuchtwarmes Klima benötigen, werden die Anbauflächen in Süd-Europa liegen.


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veröffentlicht: 29.03.2012 17:51


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