Schweineproduktion in den USA
Die USA sind weltweit der größte Exporteur von Schweinefleisch. Im Juni macht sich eine Landwirt-Leserreise auf Richtung Westen, um die Landwirtschaft und die Schweinehaltung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten näher kennen zu lernen.
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Größter Exporteur
Herausragend ist die Exportleistung: Lagen die Ausfuhren Anfang der 1990er-Jahre fast bei Null, so sind sie in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichten 2008 einen Rekordwert von 2,05 Mio. t. Schlachtgewicht. Maßgeblicher Motor des florierenden Exportgeschäfts war der Währungsvorteil aufgrund des schwachen US-Dollars. Parallel zu den wachsenden Exporten stieg auch der Schweinebestand rasant an. Während 2001 noch unter 60 Mio. Schweine gehalten worden waren, konnten sich 2008 bereits mehr als 68 Mio. Schweine als USamerikanisch bezeichnen. Ab Mitte 2008 zeichnete sich aber bereits ein Rückgang der Exportmengen ab. Die einsetzende Wirtschafts- und Finanzkrise drückte den Absatz sowohl im Inland als auch in den Exportmärkten merklich.
Wirtschaftkrise
Die Wirtschaftskrise wurde zusätzlich durch die H1N1-Grippe erschwert, welche anfangs fälschlicherweise als „Schweinegrippe“ bezeichnet worden war. Etliche Länder haben als Folge des Grippeausbruchs in den USA den Import von US-Schweinefleisch gestoppt. Die Folge waren fallende Erlöse. Insgesamt berechnete das National Pork Producers Council (NPPC) einen dadurch entstandenen Schaden von 5 Mrd. Dollar während des gesamten Zeitraums, das entspricht 22 Dollar pro verkauftem Mastschwein. Doch nicht nur erlösseitig musste die US-Schweinebranche Rückschläge hinnehmen. Der Großteil des errechneten Verlustes ist dem Anstieg der Futterkosten anzurechnen. Die Preise für Mais und Soja starteten bereits im Herbst 2007 einen steilen Anstieg. Ein Bushel (25,40 kg) Mais erreichte im Juni 2008 einen Spitzenpreis von 7,88 Dollar, ausgehend von 2,50 Dollar im Juni 2006. Der Hauptgrund für diesen Anstieg war der rapide Anstieg der Ethanolproduktion. Die Folge war ein Bestandsrückgang auf das derzeitige Niveau.
Ethanolproduktion erhöht Futterkosten
Mit Ende 2009 erholte sich der USSchweinemarkt, sodass im vergangenen Jahr laut NPPS mit durchschnittlich 12 Dollar Gewinn pro Schlachtschwein erstmals seit 2007 schwarze Zahlen geschrieben werden konnten. Aufgrund der prognostizierten Abferkelungen wird auch im Jahr 2011 noch mit einem leichten Bestandsrückgang von ein bis zwei Prozent gerechnet. Dieser sollte aber durch die steigende Wurfleistung kompensiert werden, sodass die heurige Produktion jener von 2010 entsprechen wird. Kostenseitig steht aber bereits der nächste Supergau ins Haus. Die weiter steigende Ethanolproduktion verbraucht mittlerweile bereits 40 % der US-Maisernte. Das USamerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzt den Maisendbestand vor der Ernte 2011 in Relation zum Inlandsverbrauch mit unter 5 % ein. Marktexperten gehen daher von weiter steigenden Maispreisen und somit Futterkosten aus.
Leserreise
Vom 7. bis zum 13. Juni 2011 macht sich eine „Landwirt“-Leserreise auf Richtung Westen, um die Landwirtschaft und die Schweinehaltung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten näher kennen zu lernen. Das Programm sowie weitere Details zur Reise finden Sie hier als Download.
Programm und Anmeldung
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