Schweinemast in der Blechdose

Was in Dänemark schon lange bekannt ist, haben auch zwei Landwirte aus Deutschland ausprobiert: Die Schweinemast in Rundbogenställen. Die Vorteile liegen in einer kurzen Bauzeit und geringen Baukosten.
Der Rundbogenstall für die Schweinemast ist in Dänemark üblich.
Der Rundbogenstall für die Schweinemast ist in Dänemark üblich.
Er hält inne und zieht die Augenbrauen hoch, also wolle er mir sagen: „Mann, überleg’ doch mal selbst!“ Doch dann kommt sie doch, die Antwort auf meine Frage: „Die kurze Bauzeit und die geringeren Baukosten. Das sind die Gründe, weshalb ich mich für den Rundbogenstall entschieden habe.“ Henning Jungemann aus Behring, rund 60 km südlich von Hamburg, ist der zweite Schweinehalter Deutschlands, der sich für dieses aus Dänemark stammende System entschieden hat.

Geringe Baukosten
Vor knapp zwei Jahren errichtete der damalige Ferkelerzeuger rund 500 m vom Betriebsstandort entfernt einen bezugfertigen Doppel-Rundbogenstall in dreieinhalb Monaten Bauzeit und produziert seither im geschlossenen System. „Bei guter Organisation schafft man das auch in zweieinhalb Monaten“, erklärt Jungemann, dessen Investitionskosten inkl. Erschließung (Brunnen, Stromanschluss, …) bei 530.000 Euro inkl. MwSt. lagen. Der Preis für die Hülle lag inkl. Montage bei ca. 165.000 Euro zzgl. MwSt., was laut Hersteller etwa ein Drittel günstiger ist als bei konventionellen Ställen. Bei einer Belegdichte von 0,8 m² pro Mastschwein könnte Jungemann ca. 1.200 Mastschweine halten. Die Investitionskosten pro Mastplatz liegen somit bei 440 Euro (inkl. Erschließungskosten). Laut Jungemann lägen die Stallplatzkosten für einen konventionellen Stall „auf die grüne Wiese gebaut“ um ca. 100 Euro da rüber. Aus steuerlichen Gründen hält der Landwirt derzeit „nur“ 990 Mastschweine in den beiden Rundbogenställen.

Die Fenstern müssen nach Norden ausgerichtet sein, damit der Stall sich im Sommer nicht zu stark erwärmt.
Die Fenstern müssen nach Norden ausgerichtet sein, damit der Stall sich im Sommer nicht zu stark erwärmt.
Aufbau der Außenwand
Die Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2010 mit dem Betonfundament, dem 50 cm tiefen Güllekanal im Wechselstauverfahren und dem Verlegen des Spaltenbodens. Danach wurden die Stahlträgerbögen in die vorbereiteten Aussparungen der Güllekanalwände gesetzt, ausgerichtet und einbetoniert. Kanthölzer dienen als Verbindung zwischen den Stahlträgerbögen. Nach innen wird der Rundbogenstall mit weißen Kunststoffelementen ausgekleidet. Zudem werden Lichtplatten angebracht. Gemeinsam mit der weißen Kunststoffauskleidung sorgen diese Lichtplatten für sehr helle Abteile. Wichtig ist allerdings, dass die Fensterflächen nach Norden ausgerichtet sind, damit sich die Stallabteile im Sommer nicht durch die direkte Sonneneinstrahlung aufheizen. Nach der so genannten Dampfsperre – einer Folie, die das Eindringen von Feuchtigkeit in die Isolierung verhindern soll – wird eine 240 mm dicke Dämmung mit Mineralwolle angebracht. Die Außenhülle besteht aus verzinktem und lackiertem Wellblech, das in verschiedenen Farben wählbar ist.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 9/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Probeheft bestellen.

Weitere Fotos finden Sie unter der Kategorie Bildberichte Schwein.


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veröffentlicht: 19.04.2012 08:38