Schweinemarkt: 2010 war ein mittelmäßiges Schweinejahr
Das Jahr 2010 neigt sich dem Ende zu. In einer erste Bilanz stellt Schweinebörse-Chef Schlederer fest, dass 2010 für heimische Schweinemäster kein einfaches Jahr war.
Keine Vollkostendeckung in der Schweinemast
"Mit einem Basispreis von EUR 1,23 je kg und einem Durchschnittserlös pro Schlachtschwein von knapp EUR 150,- konnte in der Mast ein Deckungsbeitrag von EUR 17,- erzielt werden ", berichtet Dr. Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse. Dieses Ergebnis entspreche zwar einer Verdoppelung des DB-Ergebnisses von 2009, es bleibe allerdings klar unter der Zielvorstellung einer Vollkostendeckung von EUR 22,-. Die Prognose für 2010 war laut Schlederer ursprünglich etwas höher angesiedelt. Insbesondere im Frühjahr wurden diese Erwartungen auch erfüllt. Speziell im zweiten Quartal kam es zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der Preise. Die zu Beginn des Jahres für Drittlandexporte sehr günstige Wechselkurs-Situation des Euro zum US-Dollar führte zu einer gesteigerten Nachfrage seitens der Schlachtbranche, insbesondere von international tätigen Großschlachtunternehmen.
Verstärkter Warenstrom aus Deutschland drückte auf Erlöse
Leider hielt die wechselkursbedingt gestiegene Wettbewerbsfähigkeit in den Zuschussmärkten in Osteuropa und Asien nur kurze Zeit. Der zwischenzeitlich auf 1,40 Dollar gestiegene Euro bremste den Warenstrom Richtung Drittländer. Aus Deutschland, dem produktions- und absatzseitig wichtigsten EU-Schweineland, wurde eine Rekorderzeugung gemeldet, jedoch auch ein abnehmender Konsum bei Schweinefleisch. Dies führte zu einem verstärkten Warenstrom von Deutschland nach Österreich, was einen bis Anfang November anhaltenden Preisdruck bewirkte.
Deutsche Fleischindustrie: Wettbewerbsvorteile durch deutlich geringe Lohnkosten
Ein maßgeblicher Grund für die starke Expansion der gesamten Produktionskette in Deutschland waren die vergleichsweise sehr geringen Lohnkosten. Analysen haben ergeben, dass deutsche Schlacht- und Zerlegebetriebe pro Arbeitskraftstunde mit ca. EUR 10,- bis 12,- belastet werden, während der Vergleichswert in Österreich laut Wirtschaftskammer bei EUR 18,- bis 20,- liegt. Laut Fleischbranche erreichen deutsche Unternehmen dabei einen Wettbewerbsvorteil von 30 Cent pro Kilogramm zerlegtem Schweinefleisch. Daher hatten Fleisch-LKWs aus der BRD meist Vorfahrt an den Entladungsrampen der österreichischen Fleischindustrie.
Preissteigerungen bei Rindfleisch wirkten sich aus
Das 4. Quartal fiel im Inland im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich gut aus. Neben einem wieder weicheren Euro dürfte dabei der boomende Rindfleischmarkt eine Rolle gespielt haben. Hintergrund waren die stark eingeschränkten Exporte aus Südamerika, insbesondere aus Argentinien, nach Europa. Dadurch kam es am EU-Binnenmarkt zu einer Rindfleischverknappung mit entsprechenden Preissteigerungen. Zudem exportierten EU-Länder in die Türkei, die bisher den Großteil der Rindfleischimporte aus Südamerika bezogen hatte. Schweinefleisch wurde dadurch preislich attraktiver, insbesondere bei der Fleischindustrie in der Wursterzeugung. Auch im Frischebereich konnte das hohe Verbraucherpreisniveau bei Rindfleisch den einen oder anderen Fleischeinkauf Richtung Schweinefleisch lenken. Diese Verhältnisse könnten auch den üblicherweise schwierigen Fleischmarkt im Jänner begünstigen.
Österreichische Schweinemäster produzieren auf Rekordniveau
Nicht nur die deutschen Nachbarn, sondern auch die heimischen Erzeuger konnten heuer mit einer Rekordproduktion aufwarten. Mit voraussichtlich 5,1 Mio. Schlachtschweinen wurde die höchste Menge seit zehn Jahren erzielt, wodurch der Selbstversorgungsgrad wieder bei 100% liegen dürfte. "Drei Gründe spielen dabei eine wichtige Rolle:
2011: Schwierigkeiten für Schweinehalter mit hohem Anteil an Zukauffutter
Laut Schweinezählung aller EU-Mitgliedstaaten dürfte zumindest bis Mitte 2011 die Produktion EU-weit weiter leicht zunehmen. Unter der Annahme, dass die Absatzmöglichkeiten zumindest auf unvermindertem Niveau verbleiben, wird seitens der EU-Kommission mit einem ähnlichen Preisniveau wie 2009 und 2010 gerechnet. "Diese Prognose beschert besonders jenen Schweinehaltern großes Kopfzerbrechen, die auf starken Futterzukauf angewiesen sind. Die um 30 bis 40% gestiegenen Futterkosten dürften demnach zu einer erheblichen Ergebnisverschlechterung führen ", befürchtet Schlederer (Quelle: AIZ v. 20.12.2010).
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Verstärkter Warenstrom aus Deutschland drückte auf Erlöse
Leider hielt die wechselkursbedingt gestiegene Wettbewerbsfähigkeit in den Zuschussmärkten in Osteuropa und Asien nur kurze Zeit. Der zwischenzeitlich auf 1,40 Dollar gestiegene Euro bremste den Warenstrom Richtung Drittländer. Aus Deutschland, dem produktions- und absatzseitig wichtigsten EU-Schweineland, wurde eine Rekorderzeugung gemeldet, jedoch auch ein abnehmender Konsum bei Schweinefleisch. Dies führte zu einem verstärkten Warenstrom von Deutschland nach Österreich, was einen bis Anfang November anhaltenden Preisdruck bewirkte.
Deutsche Fleischindustrie: Wettbewerbsvorteile durch deutlich geringe Lohnkosten
Ein maßgeblicher Grund für die starke Expansion der gesamten Produktionskette in Deutschland waren die vergleichsweise sehr geringen Lohnkosten. Analysen haben ergeben, dass deutsche Schlacht- und Zerlegebetriebe pro Arbeitskraftstunde mit ca. EUR 10,- bis 12,- belastet werden, während der Vergleichswert in Österreich laut Wirtschaftskammer bei EUR 18,- bis 20,- liegt. Laut Fleischbranche erreichen deutsche Unternehmen dabei einen Wettbewerbsvorteil von 30 Cent pro Kilogramm zerlegtem Schweinefleisch. Daher hatten Fleisch-LKWs aus der BRD meist Vorfahrt an den Entladungsrampen der österreichischen Fleischindustrie.
Preissteigerungen bei Rindfleisch wirkten sich aus
Das 4. Quartal fiel im Inland im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich gut aus. Neben einem wieder weicheren Euro dürfte dabei der boomende Rindfleischmarkt eine Rolle gespielt haben. Hintergrund waren die stark eingeschränkten Exporte aus Südamerika, insbesondere aus Argentinien, nach Europa. Dadurch kam es am EU-Binnenmarkt zu einer Rindfleischverknappung mit entsprechenden Preissteigerungen. Zudem exportierten EU-Länder in die Türkei, die bisher den Großteil der Rindfleischimporte aus Südamerika bezogen hatte. Schweinefleisch wurde dadurch preislich attraktiver, insbesondere bei der Fleischindustrie in der Wursterzeugung. Auch im Frischebereich konnte das hohe Verbraucherpreisniveau bei Rindfleisch den einen oder anderen Fleischeinkauf Richtung Schweinefleisch lenken. Diese Verhältnisse könnten auch den üblicherweise schwierigen Fleischmarkt im Jänner begünstigen.
Österreichische Schweinemäster produzieren auf Rekordniveau
Nicht nur die deutschen Nachbarn, sondern auch die heimischen Erzeuger konnten heuer mit einer Rekordproduktion aufwarten. Mit voraussichtlich 5,1 Mio. Schlachtschweinen wurde die höchste Menge seit zehn Jahren erzielt, wodurch der Selbstversorgungsgrad wieder bei 100% liegen dürfte. "Drei Gründe spielen dabei eine wichtige Rolle:
- Die sogenannten Zukunftsbetriebe arbeiten immer professioneller.
- Dabei werden auch auf Basis verbesserter Genetik höhere biologische Leistungen erzielt.
- Durch die flächendeckende Impfung gegen Circovirus wurden Tierverluste stark minimiert ", erläutert Schlederer.
2011: Schwierigkeiten für Schweinehalter mit hohem Anteil an Zukauffutter
Laut Schweinezählung aller EU-Mitgliedstaaten dürfte zumindest bis Mitte 2011 die Produktion EU-weit weiter leicht zunehmen. Unter der Annahme, dass die Absatzmöglichkeiten zumindest auf unvermindertem Niveau verbleiben, wird seitens der EU-Kommission mit einem ähnlichen Preisniveau wie 2009 und 2010 gerechnet. "Diese Prognose beschert besonders jenen Schweinehaltern großes Kopfzerbrechen, die auf starken Futterzukauf angewiesen sind. Die um 30 bis 40% gestiegenen Futterkosten dürften demnach zu einer erheblichen Ergebnisverschlechterung führen ", befürchtet Schlederer (Quelle: AIZ v. 20.12.2010).
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