Pferdeweide richtig gepflegt
Wie man Pferdeweiden und -koppeln optimal für die bevorstehende grüne Saison vorbereitet und pflegt, verrät Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber vom LFZ Raumberg-Gumpenstein.
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Gatschkoppel oder Weide
Gehen die Pferde im Winter oder bei feuchten Witterungsbedingungen auf die Koppel, so wird die Grasnarbe oft völlig zerstört – die einstmals grüne Weide mutiert zur Gatschkoppel.
Rechtzeitig nachsäen
Im Frühjahr sollten diese lückigen oder offenen Grünkoppeln bei abgetrockneten Bodenverhältnissen mit einem Starkstriegel (Güttler oder APV) oberflächlich eingeebnet und aufgeraut werden. Mit dem gleichen Gerät kann dann die ÖAG-Saatgutmischung NiK ohne Klee – erhältlich im Lagerhaus – im Ausmaß von 20 kg/ha nachgesät werden.
Bei einer Gatschkoppel muss mit dem Starkstriegel zuerst für die Einebnung der aufgetretenen Unebenheiten gesorgt werden. Bei leichteren Böden wird das mit dem Striegel gehen. Bei tonreicheren Böden hilft oft nur der Pflug oder die Fräse, sofern überhaupt möglich.
Ist die Gastschkoppel eingeebnet oder umgepflügt, so wird ein Saatbett bereitet und mit 30 kg/ha Nik eingesät. Das Saatgut sollte nur oberflächlich eingesät und danach mit der Walze rückverfestigt werden. Die Geräte Güttler und APV sind über den Maschinenring erhältlich und haben auch eine Walze dabei.
Diese regenerierten Grünkoppeln und auch die Gatschkoppeln brauchen dann eine weidefreie Regenerationszeit von mindestens 6 bis 8 Wochen. Die Keimlinge müssen ohne Tritt heranwachsen können.
Reinigungsschnitt im Frühsommer
Je nach Klima und geografischer Lage soll dann im Juni/Juli ein Reinigungsschnitt (Schnitthöhe 5 – 7 cm) gemacht werden – das Futter kann zu Heu getrocknet werden. Der nächste Aufwuchs kann bereits leicht und vorsichtig bestoßen werden – jedoch nicht bei feuchten Bedingungen. Ist die Grasnarbe wieder strapazfähig, dann sollte schonend die Weide eingeführt werden.
Die Düngung von regenerierten Grünkoppeln sollte nach der Nachsaat mit 150 kg/ha Vollkorn gelb – soferne nicht Bio oder ÖPUL im Verzicht – erfolgen. Nach dem Reinigungsschnitt könnte bei Böden mit Nährstoffmangel diese Düngung wiederholt werden. Auch bei bei intakten Weiden kann man diese Düngung auch durchführen. Die Pferde sollten nach der Düngung 14 Tage nicht draufgehen. Die regenerierten Gatschkoppen erhalten keine Düngung, da sie über die Winterzeit genügend Nährstoffe über Harn und Kot bekommen haben.
Weidemangement
Ein guter Pferdewirt ist bemüht, kompakte Grasnarben auf der Weide herzustellen, man muss ständig dahinter sein und ein vorausschauendes Weidemanagement betreiben. Wenn Flächen offen getreten sind, so sollte mit dem zu Hause gelagerten NiK-Saatgut per Hand eine Übersaat gemacht werden. Die Flächen nicht kaputt weiden lassen! Ein regelmäßiger Umtrieb von Koppel zu Koppel – so ferne vorhanden – bei dementsprechenden Ruhezeiten tut der Grasnarbe gut.
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Die ÖAG (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau) hat sich durch zahlreiche Fachbroschüren, durch hochwertige Seminare, Tagungen und Kurse als Österreich weites Kompetenzzentrum für alle Grünland-Fragen profiliert.
Die Fachgruppe „Grünland & Pferd“ beschäftigt sich speziell mit dem Themenkomplex Pferdehaltung und -wirtschaft und hat 2008 unter dem Titel „Das Pferd braucht seine Weide“ eine umfassende Broschüre zum Thema Pferdeweide (Artikelnummer: 2008104) veröffentlicht.
Gegen einen geringen Kostenbeitrag können Sie diese direkt bei der ÖAG bestellen kann (Infos: www.oeag-gruenland.at, E-Mail: oeag@gumpenstein.at).
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