Milcherzeuger in Deutschland kritisieren Einschränkungen bei Preisvergleichen

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Beim Fachforum Milch des Deutschen Bauernverbandes kritisierten Bauernvertreter die kritische Haltung des Bundeskartellamtes zu Erzeugerpreisvergleichen. Eine Vertreterin des Kartellamtes stand beim Forum Rede und Antwort.
Das Deutsche Bundeskartellamt präsentierte kürzlich seinen Bericht über den Milchsektor und äußerte sich dabei kritisch zu den aktuellen Erzeugerpreisvergleichen.
Das Deutsche Bundeskartellamt präsentierte kürzlich seinen Bericht über den Milchsektor und äußerte sich dabei kritisch zu den aktuellen Erzeugerpreisvergleichen.
"Milcherzeuger sehen aktuelle, molkereibezogene Preisvergleiche als eine informative Errungenschaft an, für die sie sich seit Langem eingesetzt haben und die ihre Position bei Verhandlungen mit den Molkereien stärkt.“ Dies stellte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Udo Folgart, anlässlich des DBV-Fachforums Milch in Berlin fest. "Die Milchbauern teilen nicht die Auffassung, dass durch aktuelle Erzeugerpreisvergleiche die Rohmilchpreise nivelliert werden und würden daher in den kartellrechtlichen Einschränkungen keinen Sinn sehen ", so Folgart. Das Deutsche Bundeskartellamt präsentierte kürzlich seinen Bericht über den Milchsektor und äußerte sich dabei kritisch zu den aktuellen Erzeugerpreisvergleichen. Der Austausch dieser Daten vermindere die ohnehin begrenzten Anreize für Wettbewerb um die Rohmilch und begünstige so eine Vereinheitlichung der Auszahlungspreise bei benachbarten Molkereien, die eigentlich regional im Wettbewerb stehen sollten, argumentiert das Bundeskartellamt.

Dialog mit Milchbauern und Molkereien
Beim DBV-Fachforum in Berlin erfolgte der erste öffentliche Auftritt einer Vertreterin des Bundeskartellamtes nach Veröffentlichung des Endberichtes zur Sektoruntersuchung Milch. "Markttransparenz ist an sich weder schlecht noch gut, es kommt darauf an, was wem transparent gemacht wird und unter welchen Marktbedingungen. Statt einer generalisierenden Aussage sind Einzelprüfungen notwendig ", so Eva-Maria Schulze vom Bundeskartellamt. Schulze bot Milchbauern und Molkereien den Dialog mit dem Kartellamt für die Klärung offener Fragen an. Sie betonte weiters, dass die Milcherzeuger auch in Zukunft die Möglichkeit hätten, sich innerhalb von anerkannten Erzeugervereinigungen über Molkereiauszahlungspreise zu informieren. DBV-Vizepräsident Folgart erklärte, er teile die kritische Haltung des Kartellamtes, dass durch die häufige Orientierung an den Auszahlungspreisen von Vergleichsmolkereien aus Sicht der Milchbauern Potenzial in den Preisverhandlungen verschenkt werden könnte. Keineswegs einverstanden sei er aber mit der kartellrechtlichen Aussage, dass zuviel Markttransparenz nachteilig sei und den "Geheimwettbewerb" reduziere. Damit spricht sich das Bundeskartellamt als Hüter der freien Märkte indirekt für intransparente Märkte aus, unterstrich Folgart. Tatsächlich stelle der Wegfall aktueller Milchpreisvergleiche gerade für die Bauern einen Informationsverlust dar und führe zu keinem höheren Wettbewerb. AIZ

veröffentlicht: 28.01.2012 00:06

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