Mais- und Getreidemarkt vom 31.10.2011
In diesen Tagen sind die globalen Getreidemärkte von den politischen Entscheidungen im Bezug auf den EU-Finanzmarkt geprägt. Die Fundamentaldaten verloren etwas an Relevanz.
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Weltwirtschaft
Der EU Finanzdeal hat nach einer Schwächephase an den Terminmärkten wieder für steigende Kurse gesorgt. Vor allem an der Börse in Chicago schlug sich die positive Stimmung vergangen Freitag mit einem satten Plus von umgerechnet 5,12 Euro bei Weizen nieder. Auffallend ist, dass die fundamentalen Daten (Verbrauch und Produktion) in dieser Zeit kaum eine Rolle spielen. Die Weltwirtschaft bleibt klar im Fokus der Börsianer.
Fundamentaldaten
Der Internationale Getreiderat (IGC) hat in seinem aktuellen „Grain Market Report“ sowohl die Zahlen für die weltweite Produktion als auch für den Verbrauch nach oben korrigiert. Das hat zwar die Getreidebilanz leicht verbessert, unterm Strich bleibt trotzdem ein Bestandsabbau um 8 Mio. t. und somit eine negative Bilanz im zweiten Jahr in Folge. Die „Stock to use Ratio“, also der Endbestand im Vergleich zum Verbrauch bei Getreide und Mais liegt insgesamt weltweit bei nur 19,69 %, also knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 20 %. Während Weizen mit 29,84 % weit über diesem Wert liegt, trägt Mais mit nur 14,25 % die Hauptlast dieser Angebotsknappheit. In den USA liegt die Stock to use Ration bei Mais sogar nur bei 5 %. Weltweit wird heuer zwar mit einer historischen Rekordernte bei Mais von 855 Mio. t gerechnet, aber eben auch mit einem sehr hohen Verbrauch von 863 Mio t.
Exportpolitik
Gedrückt wird die Stimmung an den Realmärkten der EU aber durch reges Exportverhalten aus den Schwarzmeerländern. Vor allem Russland schnappte zuletzt durch eine aggressive Preispolitik den europäischen Exporteuren einigen Geschäfte in Nordafrika und China weg. Grundsätzlich ist aber von den großen Getreideimporteuren weiterhin mit einer regen Nachfrage zu rechnen.
Preisentwicklung
Während sich die Kurse an den Terminbörsen in Chicago und Paris Ende der vergangenen Woche wieder etwas erholten, zeigt sich der Kassamarkt von seiner ruhigen Seite. Bei Weizen ist zu hören, dass Qualitätsware weiterhin gefragt sei und preislich auch gut honoriert werde. Weizen niedriger Qualität (Mahl- und Futterweizen) stehe aber preislich unter Druck. Es ist von Preisen von 160 Euro (inkl. MWST) und darunter sind zu hören. Der Maismarkt verhält sich nach einem leichten ernte- und damit angebotsbedingten Rückgang wieder ruhig und stagniert bei 170 bis 180 Euro (inkl. MWST). Wirklich Bewegung in den Maismarkt kommt aber derzeit nicht ins Spiel.
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