Lohnmast: Lösung mit Weitblick?
Seit einigen Jahren mästen einige Schweinehalter ihre Schweine im Lohnverfahren für einen steirischen Schlachtbetrieb. Wie dieses System funktioniert und ob bzw. für wen es geeignet ist, haben wir recherchiert.
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Auslastung steigern
„Seit rund eineinhalb Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der Lohnmast“, erklärt Werner Pail von Steirerfleisch, einem Schlacht- und Zerlegebetrieb in Wolfsberg in der Steiermark. Zuvor gab es vereinzelte Projekte im Burgenland und Niederösterreich. Ziel des Angebots zur Lohnmast sei laut Pail die Erhaltung der Schlachtauslastung mit heimischen Schweinen: „In Zeiten, in denen für neue Schweineställe oft die Genehmigung ausbleibt oder unter empfindlichen Auflagen erteilt wird, macht es Sinn, leer stehende Ställe wieder zu füllen. Unsere Mäster sind großteils Betriebe, die ohne der Lohnmast keine Schweine hätten.“ Durch die Lohnmast sei das Risiko minimiert und die Wirtschaftlichkeit einfacher kalkulierbar. Außerdem brauche der Mäster weniger Geld in die Hand nehmen, so Pail.
Ziel 50.000 Schweine
Derzeit produzieren drei große Ferkelerzeuger mit insgesamt 1.000 Zuchtsauen die Ferkel für die aktuell sechs angeschlossenen Lohnmäster. Diese erhalten die Ferkel von einem Betrieb und mästen großteils Betriebs-Rein-Raus. Dies macht für Lohnmäster aus wirtschaftlicher Sicht auch Sinn, trägt doch der Vermarkter das Preisrisiko. Derzeit werden rund 5.000 Mastschweine in diesem System produziert. Ziel für das nächste Jahr seien etwa 8.000 Mastplätze, so die Organisatoren. Als langfristiges Ziel gelten 50.000 Mastschweine pro Jahr, das hieße etwa 18.000 Mastplätze.
Fazit
Die Lohnmast hat Einzug gehalten und wird nunmehr von einem namhaften Schlacht- und Zerlegebetrieb gefördert. Für Betriebe, die ein Risikosplitting erreichen wollen, ist diese Form der Mast eine gute Alternative. Mit Unternehmergewinn darf aber nur bei optimalem Masterfolg (sehr gute Futterverwertung, kleine Ausfallraten) und günstigen Rohstoffpreisen gerechnet werden, was auch verständlich ist, da das Unternehmerrisiko ein anderer trägt.
Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach
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