Kastenstand Debatte: Agrar-Landesräte gegen österreichischen Alleingang

Kategorien zum Thema: Schweine Top Ferkelschutzkorb
Die Agrar-Landesräte von Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark setzen sich für Planungssicherheit ein. Gesonderte Auflagen für Österreich am freien EU-Markt hätten fatale Folgen für die gesamte heimische Wirtschaft.
Johann Seitinger spricht sich gegen einen nationalen Alleingang Österreichs in der Debatte um den Ferkelschutzkorb aus.
Johann Seitinger spricht sich gegen einen nationalen Alleingang Österreichs in der Debatte um den Ferkelschutzkorb aus.
Nachdem Gesundheitsminister Alois Stöger die Verhandlungen über eine Lösung in der Debatte um die weitere Verwendung der Ferkelschutzkörbe einseitig beendet hat, setzen sich die Agrar-Landesräte der drei großen schweineproduzenten Länder Max Hiegelsberger, Oberösterreich, Stephan Pernkopf, Niederösterreich und Hans Seitinger, Steiermark gemeinsam für eine Lösung ein: "Wir brauchen in der Nutztierhaltung Planungssicherheit für unsere Bäuerinnen und Bauern und für die Verarbeitungswirtschaft. Nur so kann die Landwirtschaft auch in Zukunft die Produktion von heimischem Schweinefleisch gewährleisten", so die drei Landesräte. Die Steiermark hat europaweit die mit Abstand höchste Dichte an Schlachthöfen und Verarbeitungsbetrieben. Tausende Mitarbeiter erarbeiten in diesen Veredelungsbetrieben ihre Existenz. Diese Entwicklung ist eine historische, die uns jedoch in der neuen geopolitischen Lage, in der sich die Steiermark seit der EU-Erweiterung befindet, große Wertschöpfungsmöglichkeiten und damit Arbeitsplätze sichert.

Der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger spricht sich vehement für ein hohes Niveau im Bereich des Tierschutzes aus. „Die Tierschutzstandards müssen jedoch europaweit gleich sein, da es andernfalls zu extremen Benachteiligungen und damit Wettbewerbsverzerrungen in einzelnen Mitgliedsstaaten kommt“, so der Landesrat. Es ist undenkbar, einen Sonderstatus für ein Mitgliedsland zu schaffen, der fatale Auswirkungen für die Landwirtschaft, Wirtschaft und tausende Arbeitsplätze mit sich zieht. Allein durch das Lohndumping in Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben benachbarter Länder sind schon viele Betriebe in ihrer Existenz gefährdet. Diese Ungerechtigkeit hätte zur Folge, dass die Steiermark die qualitätsorientierte und streng geprüfte Schweineproduktion und Fleischverarbeitung, und damit die hart erarbeitete AMA-Gütesiegelqualität, verliert und unser Land gleichzeitig mit Fleisch aus aller Herren Länder versorgt wird, ohne zu wissen, wie und wo diese Produkte erzeugt werden: „Das kann doch niemals auch im Sinne unserer Konsumenten sein“, zeigt sich Seitinger besorgt.


Bewerten Sie jetzt: Kastenstand Debatte: Agrar-Landesräte gegen österreichischen Alleingang
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
articleview;10645
veröffentlicht: 29.08.2011 13:46