IG Milch verurteilt Milchpreissenkung durch Hofer
Unter dem Titel Bauernopfer zur Inflationsbekämpfung gab die IG-Milch anlässlich der abermaligen Preissenkung bei Milchprodukten durch die Handelskette Hofer eine Pressekonferenz in Wien. Die IG fordert eine Rücknahme der Preissenkung und eine direkte Weiterleitung der überhohen Spannen des österreichischen Lebensmittelhandels an die Bäuerinnen und Bauern! Das nahezu vollständige Pressepapier der IG finden Sie nun hier:
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Zurück zum Ursprung nur Marketinggag?
Es ist der IG Milch absolut unverständlich, dass die unsägliche Preisdiskussion für Lebensmittel alleine auf dem Rücken der MilchviehhalterInnen ausgetragen wird. Mit dieser Preissenkung wird das „Hofer“-Projekt „Zurück zum Ursprung“ als Marketing-Gag enttarnt. Immer mehr LKWs werden als Markenträger mit „Zurück zum Ursprung“ ausgestattet. Nun sieht es die IG als Tatsache, dass einige hundert Bauern und Bäuerinnen in Österreich von der Handelskette „Hofer“ benutzt werden, um sich ein besseres Konzernimage zu verpassen, während für alle Milchviehbetriebe systematisch der Preis zerstört wird.
Es hat sich auch in den letzten Monaten gezeigt, dass dieses Projekt von den Molkereien benutzt wird, um Kritiker von der Projektteilnahme auszuschließen und die MilcherzeugerInnen zu entsolidarisieren. Hofer betont, dass die Preissenkungen nicht von den Molkereien eingefordert werden. In mehreren Rundschreiben, die in den letzten Tagen an die Bauern zugestellt wurden, wird aber genau dieser Druck des Handels und die gestiegenen Energiepreise als Grund für die Preissenkungen angegeben.
Einigkeit unter Molkereien
Während die Milchbäuerinnen und –bauern in den letzten Wochen erfahren mussten, dass es eine große Einigkeit unter den Molkereien gibt, gegen die Lieferanten vorzugehen, ist dieser Geschlossenheit gegenüber dem Handel nicht absehbar.
Die IG berichtet weiter, es gäbe nicht nur Absprachen unter den Molkereien, von den geplanten bäuerlichen Liefergemeinschaften keine Milch abzunehmen, sondern auch Milchhändler, sowie ausländische Molkereien würden unter Druck gesetzt, diese Vorgangsweise zu übernehmen. Darin sieht die IG eine aufklärungswürdige Kartellbildung, die einer juristischen Überprüfung durch die zuständigen Behörden bedarf. Erfreulich beurteilt wird, dass die von den Milcherzeugerbetrieben abgegebenen Kündigungen der Lieferverträge mit den Molkereien für ein weiteres Jahr der IG Milch überlassen wurden und täglich neue dazukommen.
Die IG hofft, nächstes Jahr einen Bündelungsgrad zu erreichen, der ihr erstmals die Möglichkeit für direkte Preisverhandlungen gibt. Auch das Thema eines internationalen Milchlieferboykotts steht für die IG wieder im Raum. Mehr von den Absichten und Zielen der IG Milch erfahren Sie hier:
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