IG Milch diskutiert Milchquotenende und neue GAP
Die IG Milch veranstaltete im niederösterreichischen Krumbach eine Diskussionsveranstaltung über den Ausstieg aus der Milchquote und über die Chancen und Risken der neuen GAP. Vor vollem Saal diskutieren Agrarpolitiker aller fünf Parlamentsparteien mit interessierten Landwirten.
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Landwirt Redakteur Ing.Konrad Liebchen moderierte den Abend, bei dem auf kurze Anfangsstatements von allen Podiumsteilnehmern eine lange und ausgiebige Diskussion vieler aktueller Agrarthemen folgte.
Für die IG Milch betonte Erna Feldhofer auf höfliche und dennoch bestimmte Art, dass die IG Milch auch zukünftig einen gesteuerten Markt und Mengenregulative haben will. Bürokratieabbau und Rechtssicherheit gegenüber der AMA und der Kammer sind weitere Themenbereiche, an denen die IG Milch dran bleiben wird. Die Obfrau beklagte sich massiv darüber, dass vor allem von der ÖVP bisher keine Gesprächsbereitschaft mit der IG Milch bestanden hätte und ein Ministertermin seit Monaten trotz Daueranfrage nicht zustande gekommen wäre.
Wenngleich Bauernbunddirektor Dr. Johannes Abentung an diesem Abend in seiner Funktion als Vertreter der ÖVP oft der angegriffene und schuldige war, und er die politischen Ansichten der IG nicht in allen Belangen teilte, so war er doch an diesem Abend versöhnlich gestimmt und bot der IG Milch Gespräche an.
Gewohnt versöhnlich mit der IG war SPÖ Agrarsprecher Gassner, der vorschlug, das IG Milch Positionspapier als Diskussionsvorlage bei der Erarbeitung der neuen GAP-Regeln zu verwenden.Dem SPÖ Mandatar liegt der ländliche Raum insgesamt am Herzen.
Die Herren Huber und Jannach vom BZÖ bzw. der FPÖ wetterten in ihren Statements vor allem gegen die Gepflogenheiten, wie der Bauernbund in der Vergangenheit häufig eine Agrarpolitk des Drüberfahrens gestaltete, bei der die Bauern aber auf der Strecke bliebeb. Sie plädierten für eine Abschaffung bzw.Reduktion der Bauernkammern und wollen auch den aufgeblähten AMA- und Ministerialbeamtentrakt eingeschränkt wissen.
Wolfgang Pirklhuber von den Grünen plädiert für eine Agrarpolitik, wo es keinen Strukturwandel mehr zu geben braucht. Kein Bauer soll mehr aufhören müssen. Auch er will die Milchmenge zukünftig an Milchlieferrechte gebunden wissen, und kann sich regionsweise auch eine Bindung an ökologische Kriterien vorstellen.
zwei Altfeinde kamen sich näher
Als Erfolg des Krumbacher Abends kann eine historische Annäherung zwischen IG Milch und ÖVP gewertet werden, die vor allem Direktor Abentung an diesem Abend in Aussicht stellte. Diese vorsichtige Annäherung der ehemals unter Grünzweil und Grillitsch verfeindeten Institutionen kann auch als ein Erfolg der beharrlichen Arbeit der IG Milch gesehen werden. Zudem schien es in Krumbach, als hätte die IG Milch gelernt, dass mit lautem Schreien und purem Aktionismus alleine nicht alle Ziele erreicht werden können, sondern dass vielmehr in der Anpassung der Gesprächskultur und im Suchen von Verbündeten bei konstruktiven Arbeitsgesprächen auf nationaler und EU-Ebene die Politik am ehesten mitgestaltet und beeinflußt werden kann.
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