Trauben im Weingarten mit Schwefellösung behandeln

Antworten: 5
Name: ast99 16-09-2011 08:49
Schwefellösung
Hallo!
Habe eine Frage an Weinbauprofis.
Ich will mein Traubenmaterial gleich im Weingarten mit einer Schwefellösung schwefeln (wegen brauner Bruch, Essigsäurebakterien,...). Jetzt zu meiner Frage: Wie stelle ich diese her (Mischungsverhältnis), für z.B. 1000 kg Traubenmaterial? Gebt ihr auch Zitronensäure bei, damit der Schwefel gleich reagiert?
Ich bedanke mich im Voraus für eure verwertbaren Tips!
Name: ludwig1 antwortet um 16-09-2011 11:22 auf diesen Beitrag
Schwefellösung
gegen Essigsäurebakterien hilft nur befallene Trauben ausschneiden. Ein Säurezusatz zur Schwefelung ist nicht notwendig. Wenn Säurezusatz in irgendeinem Weinstadium, dann Milchsäure, die ist im Gegensatz zu Zitronensäure nämlich bilogisch stabil und kann somit keine Fehltöne verursachen.
Dosage: etwa 100 mg KPS / Liter, das wären 10 g KPS / 100 l Maische (ein Briefchen, falls es das noch gibt)
Die Schwefelung erfolgt normalerweise erst beim Maischen, in einer gesunden und unverletzten Traube kann keine Oxidation stattfinden.

Name: ast99 antwortet um 16-09-2011 11:42 auf diesen Beitrag
Schwefellösung
Ich mache eine Machinenlese und da sind natürlich die Trauben angequetscht und die befallenen Trauben im Lesegut. Und um bei höheren Temperaturen die Oxidation und unerwünschte Bakterientätigkeit zu vermindern will ich eben nun anstatt im Keller gleich im Weingarten schwefeln.
Jetzt habe ich irgendwo gelesen, daß der Schwefel die Säure der Trauben benötigt (und auch einige Zeit vergeht), um zu reagieren.
Und somit habe ich an Beigabe von Zitonensäure zur Schwefellösung gedacht, damit der Schwefel sofort seine Arbeit verrichten kann.

Name: 179781 antwortet um 16-09-2011 23:31 auf diesen Beitrag
Schwefellösung
Drum trinke ich lieber Bier als Wein. Da gibt es das Reinheitsgebot.

Gottfried

Name: ludwig1 antwortet um 17-09-2011 01:20 auf diesen Beitrag
Schwefellösung
Damit das ganze einen Sinn hat, mußt du den Schwefel etwas einmischen. Das biißchen Saft an den Trauben reicht sicher, damit sich das Kaliumpyrosulfit in SO2 und Weinstein spaltet. Wenn du Säure zusetzen willst: auf keinen Fall Zitronensäure, die kann von Bakterien abgebaut werden und unerwünschte Fehltöne verursachen.
Im heurigen Jahr ist ein Säurezusatz im Most von maximal 1,5 g / l berechnet als Weinsäure erlaubt, ein Weinsäurezusatz führt allerdings zu Kristallausscheidungen und Kaliumverlusten. Wenn du 80 % Milchsäure verwendest, entsprechen 125 ml einer Säuerung um 1 g / hl.

Name: Wein_N antwortet um 17-09-2011 12:03 auf diesen Beitrag
Schwefellösung
Servus,
Wir verwenden Großkisten die je nach Sorte ca. 350 bis 400 kg Traubenmaterial haben. Wir Schwefeln je nach Traubenqualität und Temperatur unterschiedlichm um so wärmer und schlechter die Qualität um so mehr Schwefel. Als Richtwert bei normalen Temperaturen und normalen Traubenmaterial ca. 30g Schwefel pro Kiste. Wir Schwefeln bei Ausgezeichnetem Material und kühlen Temperaturen (um die 5 Grad aber auch nur 10g, kommt ganz daruaf an.
Der Schwefel braucht KEINE weitere Säure, da das Traubenmaterial wenn es ausrinnt oder die Trauben platzen der Saft austritt und dadurch von selber reagiert da ja der Saft Trauben und Apfelsäure enthält. Der Schwefel ist NUR notwendig wenn die Trauben eben aufplatzen.
Wichtig ist das du nicht zu viel Schwefelst, weil du dann 1. einen Böckser bekommen kannst und 2. die Gärung nur noch schwer oder worst case gar nicht mehr einsetzt. Wenn du wirklich zu viel verwendest hast dann kannst du wenn man Pech hat nicht mal mehr die Gärung starten mit der Hilfe von Gärsalzen und ähnlichem,....
lg

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