wir sitzen im spinnennetz

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Name: irgbauer 03-03-2011 17:25
wir sitzen im spinnennetz
Anstatt uns immer wieder gegenseitig zu bekämpfen wäre es glaube ich höchst an der Zeit uns Gedanken zu machen wie wir Bauern in Zukunft weiterexistieren können. Ohne Ausgleichszahlungen, ohne überspannte Anforderungen an uns. Wir können ja mittlerweile weder einen Schritt nach rechts oder einen Schritt nach links machen ohne Abwiegung der Konsequenzen. Ist das das erstrebenswerte freie Bauerndasein für die Natur, mit der Natur? Ganz klar ist dass wir artgerecht, gesundheitlich unbedenklich, ökologisch aber auch für uns Bauern "artgerecht" wirtschaften müssen. Ich kann zum Beispiel keine Nacht mehr richtig durchschlafen, nicht weil der Milchtank um 4 Uhr kommt, sondern weil ich ständig nachdenken muss ob ich wohl alle erdenklichen Richtlinien die von mir gefordert werden auch zu 100 % einhalten kann!!!!! Was ist das für eine Lebensqualität??? Und wie bitte kann ich diese Art von Lebensführung einem jungen Menschen aufbürden? Die Jugend ist sehr motiviert, warum, weil sie vom Bürokratendschungel noch sehr wenig mitbekommt! Wie Anfangs erwähnt, die Spinne lauert tagtäglich auf Fehler von uns, wie leicht können diese ungewollt passieren-------- dann wird man aufgefressen.
Name: Johannfranz antwortet um 03-03-2011 18:46 auf diesen Beitrag
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und das alles funktioniert nur so lange ,als alles im Überfluss vorhanden ist,und dazu tragen wir ja alle unseren beträchtlichen Anteil dazu bei,oder ?

Darüber sollten wir alle mal nachdenken !

Name: Fallkerbe antwortet um 03-03-2011 19:21 auf diesen Beitrag
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Hallo,

zumindest ist das Fördersystem inzwischen viel zu kompliziert geworden-
und dadurch auch immer mehr Fehleranfällig.

Eine Vereinfachung würde mm allen nützlich sein.


mfg



Name: Haggi antwortet um 03-03-2011 19:59 auf diesen Beitrag
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Johannfranz hat da völlig recht!!
Was nützt uns zB eine Mengenregelung bei der Milch (egal welche), wenn überliefern nicht so schlimm ist (Saldierung etc.)...
Ein begehrtes Produkt wird immer seinen Preis haben, Massenware wird immer ein Ramschartikel sein! Schaut euch den Wein an... da funktioniert's auch...

Name: liesbeth antwortet um 04-03-2011 09:33 auf diesen Beitrag
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Hallo irgbäuerin !
Hast du niemanden, der dir die bürokratischen Sachen abnehmen könnte, deine Lebensqualität liese sich auch dadurch verbessern indem du die positiven Seiten der Landwirtschaft in den Vordergrund stellst. Es kann jederzeit passieren, das Lebensmittel knapp werden und dann ist unser Berufsstand auch wieder gefragt.
Mach dir nicht zu viele Sorgen.
lg Liesbeth

Name: irgbauer antwortet um 04-03-2011 09:57 auf diesen Beitrag
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Liebe Liesbeth,natürlich müssen wir auch das Positive an unserem Beruf sehen und das tue ich auch! Früher hatten die Bäuerinnen mehr an körperlichem Arbeitseinsatz zu leisten als wir heute aber ich glaube sie waren nach getaner Arbeit einfach zufriedener und entspannter.Der Überlebenskampf war immer da und das bleibt auch so,das ist klar. Ich wäre glücklicher wenn ich eben auch mein Arbeitspensum so erledigen könnte wie es für unseren Betrieb und die Familie notwendig ist,mit mehr Entscheidungsfreiheit. Wir sind in einem Programm eingespannt-mit mehrjähriger Verpflichtung, aber jedes Jahr kommt wieder eine neue Bedingung dazu. Das macht einem zu schaffen!

Name: Shalalachi antwortet um 04-03-2011 10:02 auf diesen Beitrag
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Unser Fördersystem ist ja so aufgebaut das es für alle möglichst fair was gibt, und ja kein Neid aufkommt. Einfacher wär das Gießkannenprinzip.
z.B. gibt es bei der Herbstbegrünung 14 Varianten, mit einem Auszahlungsunterschied von ca. 40%
Warum kann ich nicht einfach einen Zettel abgeben wo steht mein Acker ist begrünt mit Pflanzen aus einer Liste. Und dann schau ich in die Liste, da steht z.B. Klee und bin fertig.
So stell ich mir das vor.

Seit mein Vater mir das übergeben hat seh ich erst so richtig die Bürokratie dahinter.


Name: edde antwortet um 04-03-2011 17:01 auf diesen Beitrag
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@irgbauer

100 % Zustimmung !

wir in der landwirtschaft haben mittlerweilen ein system wie in einem totalitären staat, bestimmt von ANGST.

mit freiem bauerntum hat das überhaupt nichts mehr zu tun.

gefordert wäre hier eindeutig der bauernbund, denn die kammer profitiert ja selbst von den verkomplizierungen des systems enorm.

wenn der bauernbund hier nicht handelt, etwa durch eine merkliche fördervereinfachung und klaren berechenbaren sanktionen im nächsten öpul, werden sich mehr und mehr bauern dem unabhängigen bauernverband zuwenden, davon bin ich überzeugt.


mfg

Name: Dallinger antwortet um 05-03-2011 13:05 auf diesen Beitrag
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Hallo EDDE

Zum BB und freie Bauern (Bürger) möchte ich folgendes erzählen:

Ich als Nichtfunktionär einer Org. wollte eine Einladung zum Thema "Wir Machen Österreich Gentechnikfrei" an alle Ortsbauernobmänner und Ortsbäurinnen im Bezirk ausschicken.

Anfrage an der BBK wegen Adressen - Antwort: Darf ich Ihnen leider nicht aushändigen, weil das ist Datenschutz.

Anfrage Welche andere Möglichkeit - Antwort: Bringen Sie uns die Einladung vorbei, wir schicken diese weiter.

Gesagt - getan.

Zufälliges Telefonat mit dem Ortsbauern aus unserer Gemeinde Ergebnis -> KEINE EINLADUNG ERHALTEN - weitere Telefonate -> selbe Antwort.

Anfrage an die BBK - Antwort: Inhalt der Einladung nicht in unserem Sinne.


Wir haben die MEINUNGSFREIHEIT bereits aufgegeben.

Also an alle die dieses Forum lesen

Einladung zu Gottfried Glöckner
"DER GENMAIS UND DAS GROßE RINDERSTERBEN

MO 21.03.11 um 19.30 im Hotel Schicklberg 1, 4550 Kremsmünster

Weitere Termine stehen in der Rubrik Termine auf dieser Webseite.

LG Rosi

Name: fliege antwortet um 05-03-2011 13:29 auf diesen Beitrag
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Hallo
Ja Du hast irgendwie recht aber eines muss man vorweg nehmen ohne Richtlinien und ohne
Parameter würde es ein Sauhafen von produzierenden Bauern werden.
Wenn ich heute so schaue wie es Großbetriebe leicht haben denn als kleiner sitzt dir die kontrolle eher im nacken als bei den grossen.
Ich kenne Betriebe die fahren 200- 250kg wenn nicht mehr an Stickstoff pro Hektar / Jahr
, bei denen macht das anscheinend nichts aus, aber wehe ein kleiner überzieht nur 10Kg hast Du die Hölle auf Erden .
Sieh dir Die Briten an jetzt erst wo die Richtlinien in Kraft treten kommen viel von denen
so richtig ins schwitzen.
ich finde Richtlinien sind gut, und man sollte sie einhalten,mit einem Düngerechner heut zu Tage kann man bei richtiger Anwendung ganz gut schlafen.
Aber wenn du mich fragst nach der Lebensqualität, kann ich dir nur eines sagen :
Wenn ein Bauer Lebensqualität will gibt es nur einen Weg , raus aus dem Bauernbund
denn wenn heute ein Betrieb zu Grunde geht dann nur weil er sich Von Bauernbund und
von der Bauernkammer beraten hat lassen.


Name: helmar antwortet um 05-03-2011 15:23 auf diesen Beitrag
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Hmmmm, naja.......wer versucht zumindest Gesetze zu verhindern oder zumindest abzumildern, wenn wieder einmal Kronenzeitung, 4 Pfote oder wer sonst noch der Meinung ist dies oder jenes in der Landwirtschaft gehört verboten? Wo sind denn SP, FP, UB Grün und sonstige Bauern gewesen als der Gesundheitsminister Stöger ein Verbot der Abferkelkäfige gefordert hat, z.B. Auf lange Sicht wird ers nicht verhindern können, der Bauernbund, wenn vehement Änderungen, oder auch Verschlechterungen für Bauern geordert werden, aber er stemmt sich zumindest dagegen.......
Ein recht interessantes Foto habe ich gestern Abend in der NÖ Ausgabe der Kronenzeitung gefunden: Unter der Überschrift "Im Streit um Saustall will die FP Trinkwasserschutz verschärfen" ua. zum Bericht ein Foto. Darauf 4 FP Politiker, und 2 davon sind Bauern: Klubchef Waldhäusl, von dem ich leider nicht weiss welche Betriebsform er praktiziert, und ein mir persönlich bekannter( den ich privat durchaus schätze) welcher ein sehr aktiver Milchbauer ist.........schon interessant........was die z.b. zu einem geplanten 100 Rinderstall sagen würden?
Was ich damit sagen möchte ist, dass sich manche noch schneller im Wind drehen wie der steirische Klapotetz....
Mfg, Helga

Name: irgbauer antwortet um 05-03-2011 15:45 auf diesen Beitrag
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Ich verstehe dass wir Richtlinien einhalten müssen, das ist schon klar. Was ich absolut nicht verstehe wie oft neue Auflagen dazukommen. Während einer Vertragsdauer müssten doch die Bedingungen die gleichen bleiben,oder? Und, keiner wehrt sich mit, alle schimpfen aber sagt man wo was sind alle mucksmäuschenstill. Nach der Veranstaltung aber,ja dann kommt das grosse Schulterklopfen. Das ich nichts bewirken konnte so alleingelassen,das ist auch klar.

Name: tch antwortet um 05-03-2011 19:32 auf diesen Beitrag
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Hallo Dallinger,
Wie machst Du es- gibst Du eine Meinung weiter die nicht Deiner entspricht?

bisschen objektiv zu sein ist manchmal hilfreich...

lg
tch

Name: Dallinger antwortet um 05-03-2011 20:04 auf diesen Beitrag
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Hallo tch

Ich stand doch hinter der Einladung, ansonsten hätte ich ja nicht geschaut, daß sie unter die Leute kommt.
Ich wollte doch nur auch die Ortsbauernobmänner und Ortsbäurinnen darauf aufmerksam machen, daß es auch noch etwas anderes gibt als Größer , Höher, Schneller , Weiter.......

und eben auch , daß nicht Geld aus der Lobby immer alles ist.

Leider wurde mir von Seitens der Kammer die Einladung nicht weitergegeben, sondern ist in den papierkorb gewandert. Der Weg war eben umsonst.

Name: tch antwortet um 05-03-2011 20:13 auf diesen Beitrag
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Du standest hinter der Einladung....klar!
Das heisst aber nicht das irgendjemand anderer dahinter stehen muss....!
Unterstützt Du etwas das nicht Deiner Meinung entspricht?

Vor ein paar Jahren sollte ich ich so ein "Anliegen" unterstützen ...hätte ich es gemacht wäre mir vom ....der Kopf abgerissen worden.
Ich habe es nicht gemacht, so wurde ich auf andere Art.....naja lass ma des:-)

Die Kämmerer und andere Genossen sitzen sehr oft in der Zwickmühle, müssen dann entscheiden was weniger weh tut....

Ist natürlich ganz einfach zu sagen die.......müssen uns unterstützen- das sagt die Gegenseite auch...
Wie löst man das?

egal was maa macht, es ist immer das falsche!

lg
tch


Name: Steyrcvtfan antwortet um 05-03-2011 21:09 auf diesen Beitrag
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An tch:
Du bist wirklich der größte Idio......
Verschone uns Bauern mit deinen Komplexen !

Name: helmar antwortet um 05-03-2011 21:20 auf diesen Beitrag
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Der hat schon soviel mit Bauern zu tun gehabt, dass dem nichts mehr fremd ist....
Mfg, Helga

Name: tch antwortet um 05-03-2011 21:29 auf diesen Beitrag
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Steyrfan, bist Du Sprecher der Bauern?
Wenn ja, warum sprichst Du nicht wenn es um wichtige Dinge geht?

Denke Du bist ein kleiner Zaunpinkler oder eher noch ein Steckenbruntzer, der nur die Klappe offen hat wenn er drei Achterl zuviel hat.
In diesen Sinne....Prost

lg
tch

Name: Holzwurm357 antwortet um 06-03-2011 09:28 auf diesen Beitrag
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Hallo,

naja, der BB hätte die Einladung zumindest weiterschicken müssen, wenns so ausgmacht war, die Ortsobmänner-frauen hätten sich dann ja selbst ihre Meinung bilden können.
Schliesslich gibts ja Meinungsfreiheit, sollte man meinen!

@tch, wenn der BB nur die Meinung vertritt, welche weniger weh tut, und vielleicht auchs Geldbörserl füllt, dann is er ja eh voll für die Fisch.
Aber es stimmt schon, die Meinung des Grossteils der Bauern zu vertreten, die eh nix anderes zu tun haben, als sich gegenseitig zu zerreissen (zB. Bio-Konvi, etc), oder nur Prospekte anschaun, welche neue Maschine als nächstes gekauft wird, weil die Bank hat ja eh Geld...,
ist auch nicht zielführend.
Leider sind sehr viele Probleme der Bauern hausgemacht.
Leider wird in den landw. Fachschulen immer noch auf Teufel komm raus investieren und grösser werden gelehrt, obwohl der Markt ja gar nicht mehr Aufnahmefähig ist.
Die politische Agrarvertretung wird sich jedoch bald was einfallen lassen müssen, das Bauernsterben einzudämmen, da ihre eigenen Bürokraten ja auch arbeitslos werden, wenns weniger Bauern gibt.
Man sieht ja, das die Ama sich mittlerweile schon selber kontrolliert.

Lg, und schönen Sonntag!



Name: tch antwortet um 06-03-2011 09:42 auf diesen Beitrag
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Hallo Holzwurm

Es geht nicht um den BB im gesamten, angesprochen wurde eine Bezirksstelle.

Es ist für mich schon verständlich das sich der Mitarbeiter das kleinere Übel aussucht- eine gerne und erfolgreich praktizierte Methode ist immer noch Auge um Auge.....

Es gibt sehr oft Gegner und Befürworter von ...... so und jetzt stehst Du in der Mitte, nächste Woche ist der Termin vom Projekt, beide Seiten verlangen von Dir dass Du die Entscheidung zu ihren Gunsten triffst.
Wie löst Du so etwas unter Zeitdruck?
Seite "A" trifft eher auf Deine Einstellung zu Seite "B" nicht.

Solange man nicht selbst in der Situation ist zwischen zwei Parteien zu stehen ist die Welt rosarot.

lg
tch

Name: Steyrcvtfan antwortet um 06-03-2011 16:59 auf diesen Beitrag
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An tch

Bin und bleibe ein Bauer ob dir passt oder nicht, und schreibe was ich denke..
Meine Meinung ist völlig frei, was heutzutage leider nicht mehr oft der Fall ist.
Ich meine in der pol. Vertretung wird nur immer nach oben geschaut, gefragt und geduckt. Ich weiß nicht wer dich zu solchen Blödheiten immer antreibt, deine geistige Minderwetrigkeitskomplexen oder ein Auftraggeber.


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