Regenwürmer beim Pflügen - sind sie tot?

Antworten: 7
Name: haasi 25-11-2010 10:16
Regenwürmer - TOT ?
Habe diese Woche Begrünung gepflügt, weil Pflug im August kaputt war.
Der Boden war übersaet von Regenwürmen.
Habe um diese Zeit noch nie gepflügt.
Sind die Regenwürmer verloren oder verkriechen die sich noch ?
Name: 179781 antwortet um 25-11-2010 12:32 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
Deinen Regenwürmern geht es so, wie jemandern, der heimkommt und seine Einrichtung ist total zertrümmert und die Lebensmittelvorräte liegen auf dem Misthaufen.
Du hast die Lebensgrundlage der Regenwürmer geschädigt, aber es werden auch welche überleben.
Wenn sehr viele da waren, ist das ein Zeichen dafür, dass du einen gesunden Boden hast. Daher wird das Pflügen aus pflanzenbaulicher Sicht wahrscheinlich unnötig gewesen sein.
Maschinen- Arbeits- und Dieselkosten dafür eingesetzt, dem Boden zu schaden.
Nimm ein anderes Mal bevor du aufs Feld fährst eine Schaufel und mach eine Spatenprobe, dann kannst du entscheiden, welche Art von Bodenbearbeitung notwendig ist.

Gottfried

Name: regchr antwortet um 25-11-2010 13:59 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
die armen fleissigen helfer, ich glaub besser im frühjahr pflügen

Name: Leo7 antwortet um 25-11-2010 16:55 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
Möchte eine Erfahrung trotzdem bringen, die ich im letzten Jahr vor der (fast)Pfluglosbewirtschaftung im biologischen Ackerbau gemacht habe:
Als Hauptfrucht standen 2009 sehr massige Peluschken und nach dem Mähdrescher gabs da eine traumhafte Matte an gehäckseltem "Stroh". Nebenbei bemerkt war der Ertrag an Peluschken für unser Gebiet sehr zufriedenstellend (2,5t/ha)
Zwei im Abstand von 10 Tagen seichte Feingrubberstriche folgten. Da mir damals kein geeignetes Gerät zur Aussaat von Wintergetreide zur Verfügung stand, als Kreiselegge und Schleppscharsämaschine, folgte ein ca.15 cm tiefes Pflügen um dem Ganzen einigermaßen Herr zu werden - also eine mit einigermaßen Bauchweh behaftete Kompromißlösung.
Interessant war im heurigen Frühjahr als ich mit dem 'Spaten ausrückte, um mir das ganze genauer anzusehen. Natürlich war die Strohmatte noch immer zu finden - wie soll da "unten" schon Rotte stattfinden (?!).
Aber, genau in dieser "Ebene" da unten haben sich Regenwürmer förmlich getummelt, wie ich es noch nie vorher (da war i noch konventionell) gesehen hatte.
Wurmlöcher in horizontaler Lage, und ein reges Fressen.

Nun hab ich mir heuer im Frühjahr eine Horsch Zinkensämaschine (Airseeder CO3)angeschafft -die ähnlich wie ECO-DYN arbeitet,(jedoch starr gefederte Zinken) - d.h mit einigen Adaptierungen wie Umbau von Duett-Schare auf Zinken mit Schnellwechseladapter, Nachlaufstriegel,...)
Sommergetreide, Erbsen/Leindotter/Senf wurden im Mulchsaatverfahren im Frühjahr damit ausgesät und mit einer Überfahrt nach den strohgeräumten Getreidefeldern und gemähten Stoppeln(Regenwurmfutter) hab ich die Begrünung energiesparend und effizient erledigt.

Wo ich doch jetzt im Herbst wieder den Pflug einsetzte, war nach mehrjährigem Kleegras, wobei das engl(!). Raygras im heurigen jahr Überhand genommen hat,.
10 tagen vor dem Pflug erfolgte ein 3cm seichter, vollflächiger Schnitt mit der Horsch.
Der Grund dessen ist , dass ich auf dieser Fläche STIK anbaue und mir aus heuriger Erfahrung eines Berufskollegen (ECO-Dyn-Anwender) solch davor ungepflügte Kleegrasflächen nicht rodbar waren -abgesehen von Minderertrag - weil eben das Raygras fast vollflächig durchgewachsen war.
Also würd ich nicht unbedingt ein Dogma daraus machen, ob Pflug oder ohne die bessere Methode sei.
Was aber augenscheinlich ist, dass sich seit meiner Umstellung zu Bio das Bodenleben und eben als sichtbares Zeichen der Regenwurm sich "wohlfühlt".
Aber wie im Leben gibts Vor-und Nachteile, und da brauchts wohl Kompromißlösungen.
Pfluglos in Verbindung mit PSM mag zwar eine Lösung sein, ist mir aber zu kurzsichtig was Bodenleben/Humus/Bodengesundheit anbelangt.
Auch im Biolandbau gibts nocht vieles dahingehend zu erkunden. Theorie und Praxis liegen oft weit auseinander.
Eins ist sicher, der Regenwurm braucht Futter und seine Ruhe, wenn er seine Arbeit in den oberen Bodenschichten seiner Bestimmung nach verrichten soll.
Wie Gottfried schon schreibt, der Spaten sollte ein Hauptwerkzeug eines Ackerbauern sein - von 2 m Augenhöhe am Schlepper oben wird das kleine "große" Universum unerkannt bleiben.
leo



Name: MUKUbauer antwortet um 25-11-2010 19:32 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
War der Boden etwa angefrohren auch noch?

dann haste sehr großen Schaden angerichtet - weil Eis und Schnee einpflügen ist absoluter Super gau finde ich

mfg

Name: karl0815 antwortet um 25-11-2010 20:32 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
Ich habe beim Güllefahren (8000l Fass 800er Reifen 1,2bar) auf Grünflächen in den Fahrspuren schon öfters viele verendete Regenwürmer an der Oberfläche gefunden!
Was läuft da falsch?

Name: MF7600 antwortet um 25-11-2010 20:33 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
wieso hast du gepflügt?
aus langeweile?

Name: haasi antwortet um 28-11-2010 12:55 auf diesen Beitrag
Regenwürmer - TOT ?
wegen der erhofften Frostgare; habe viel und hohen Senf gehabt, wenn darauf viel Schnee liegenbleibt und angeweht wird, weil das Grünzeug ihn einfängt, kann es sein, daß bei einem milden Winter der Frost gar nicht durchkommt:
wegen der einfacheren Maissaat mit meiner eigenen konventionellen pn. Sämaschine (keine Scheibenscharen !)
wegen rascherer Abtrocknung im Frühjahr (OÖ Alpenvorland, 500m Seehöhe)
wegen eigener Mechanisierung im FJ (Gareegge, Kreiselegge ?)
geringerer Verunkrautung - dadurch schnellere Abtrocknung
Habe bis jetzt im August gepflügt und auf einen nicht zu üppigen Bestand gehofft (späte Begrünungsssaat, keine Strohdüngung)

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