Nachbarschaftshilfe

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Name: angelika 26-08-2009 10:38 nach oben

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Nachbarschaftshilfe
Hallo!

Wie sieht es bei euch mit Nachbarschaftshilfe aus? Gibt es sie noch? Kennt ihr positive oder auch negative Beispiele? Habt ihr schon einmal Nachbarschaftshilfe geleistet oder wurde euch geholfen?

lg angelika

Name: fgh antwortet um 26-08-2009 11:48 auf diesen Beitrag nach oben
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Nachbarschaftshilfe gibt es bei uns noch, wird es aber nicht mehr lange geben.

Wir haben eine Holunderkultur und Wein, bis jetzt haben wir immer mit einheimischen Leuten (Nachbarn, Verwante und Freunde) geerntet für die Zukunft wird das aber wahrscheinlich nicht mehr möglich sein.

Laut unserer regionalen Kammer müssen alle Leute die uns kostenlos helfen vorher unterschreiben, dass Sie weder etwas zu essen, zu trinken, kein Geld und auch keine Naturalien in irgendeiner anderer From für die Hilfe erhalten.

Ist dieses Dokument bei einer Kontrolle durch die Finanz nicht schon unterzeichnet, gilt es als Schwarzarbeit.

Also dürfen meine Nachbarn mir nur noch helfen, wenn sie sich selbst verpflegen....

Soweit sind wir mittlerweile in Österreich!

Name: theres antwortet um 26-08-2009 11:55 auf diesen Beitrag nach oben
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Eigentlich traurig. Wir haben zum Glück noch Nachbarn und eine sehr gute Zusammenarbeit und Nachbarschaftshilfe. Ohne sie wäre die Arbeit und das Leben um einiges schwieriger.
Aber wir haben auch die andere Seite- wir feiern viel gemeinsam. Das gehört auch dazu.


Name: fgh antwortet um 26-08-2009 13:37 auf diesen Beitrag nach oben
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Traurig ist das richtige Wort

Bei uns gibt es einige Betriebe die solche Angst vor der Finanz haben, dass sie die eigenen Geschwister und Cousinen anmelden oder gar auf Slowenische Erntehelfer umsteigen weil das Risiko der Nachbarschaftshilfe zu groß ist.

Name: Kathi antwortet um 26-08-2009 14:13 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo

Nachbarschaftshilfe gibts bei uns noch - die letzten Milchbauern müssen zusammenhalten.

Da wir in den letzten Jahren immer wieder gesundheitliche Probleme hatten, waren wir froh, wenn unsere Nachbarn uns kurz mal schnell geholfen haben - über den Maschinenring hätten wir oft mehrere Tage warten müssen, bis wir Hilfe bekommen hätten.

lg
Kathi

Name: angelika antwortet um 26-08-2009 14:14 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo!

Wie sieht es bei Schicksalsschlägen oder Notfällen aus? Wie lange hält die Hilfe an? Gibt es Hilfe, oder stehen Neid und Missgunst auf der Tagesordnung?

lg angelika

Name: Faltl antwortet um 26-08-2009 14:44 auf diesen Beitrag nach oben

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Nur von wenigen Nachbarn gibts bei uns noch Nachbarschaftshilfe. Wollte mich vor 1 Jahr beim Maschinenring anmelden, hab's 2mal versucht bekam aber keine Rückmeldung.

Name: Icebreaker antwortet um 26-08-2009 15:00 auf diesen Beitrag nach oben

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Oftmals habe auch ich diese Erfahrung gemacht - sprich, dass ein LW ungernst von einem Nachbarn Einblick in seine "Gemächer" haben will.
Ob aus finanztechnischen oder privaten Gründen weiß ich nicht, kanns mir aber insgesamt gut denken. Zumal der Neidfaktor und die retrovaginale Ratscherei anschließend ja wirklich oftmals - milde ausgedrückt: Arg ist.

Allein, wenn man an so manchen Höfen nur zu Besuch ist, ist es so, dass wenn man raus geht eine rauchen, einem sofort irgendein Familienangehöriger folgt (natuerlich Nichtraucher) und darauf achtet, dass man ja nur nicht irgendwo hinschaut oder hineinschaut und irgendwas "endecken" könnte.

Auf der kehrseite gibt es dann wieder welche, die eben nichts "zu verbergen" haben und HILFE im Falle dass sie nötig ist, gerne annehmen und auch kein Problem haben, wenn man in ihre "Gemächer" Einblick bekommt.
Missgunst, Neid und das Vernadertum - die Ratschereisuch sowieso verhindert leider sehr sehr oft Nachbarschaftshilfe.
Leider. Aber ist wohl so. Anders kann ich mir so manches selbst erlebtes Verhalten so mancher LW nicht erklären. (Lasse mich aber gerne auf-klären ;-)



mfg Ice





Name: Schadseitn antwortet um 26-08-2009 15:03 auf diesen Beitrag nach oben

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Nachbarschaftshilfe wird bei uns im Dorf eigentlich sehr groß Geschrieben! Was der eine nicht hat finde ich beim Nächsten um es auszuleihen oder umgekehrt! Auch wenn Not am Mann ist geht das ganze über den Maschinenring! Bei uns Helfen immer alle zusammen, natürlich gibt es auch welche die zerstritten sind! Da siehts natürlich nicht so rosig aus!
lg

Name: Christoph38 antwortet um 26-08-2009 15:24 auf diesen Beitrag nach oben

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Die Nachbarschaftshilfe ist eher am Rückzug.
Einerseits werden die Betriebe im Dorf immer weniger, andererseits ist die berufliche Spezialisierung fortschreitend, sodass immer öfter der Nachbar bereits technisch nicht helfen kann.

Zusätzlich sind viele Betriebsinhaber im Nebenerwerb, sodass die Nachbarschaftshilfe zeitlich kaum machbar ist.



Name: fgh antwortet um 26-08-2009 15:43 auf diesen Beitrag nach oben
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Das ist bei uns auch ein großes Problem, viele wären bereit zu helfen, doch unter der Woche hat einfach keiner Zeit bzw. bekommt meistens nicht frei vor allem nicht kurzfristig.

Name: Kathi antwortet um 26-08-2009 17:00 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo Angelika

auch bei größeren und längeren Notfällen funzt bei uns die Nachbarschaftshilfe - wir waren nur einmal im "Schwimmen" als einer vom MR einfach nicht gekommen ist (obwohl er am Vortag noch zugesagt hat und Handys gibts anscheinend für solche Sachen nicht)
aber dann wurde stundenweise von den Nachbarn zusammengeholfen.

lg
Kathi

Name: walterst antwortet um 26-08-2009 17:28 auf diesen Beitrag nach oben
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Nachbarschaftshilfe beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Deshalb braucht es einige Voraussetzungen:

1. Dass man noch Nachbarn hat (im Sinne von: Landwirte, die fachlich und technisch in der Lage sind, auszuhelfen)
2. Dass man in der Lage ist, von Zeit zu Zeit die entsprechende Gegenleistung zu erbringen
3. usw....

Auf die FRage von Angelika "wie lange hält die Nachbarschaftshilfe bei Notfällen an?" muss man sagen, das eine "echte Nachbarschaftshilfe" nicht ewig anhalten kann. Wenn wirklich jemand wegstirbt, einen katastrophalen Unfall hat oder der Hof abbrennt, kann man die Nachbarschaftshilfe nicht überstrapazieren, weil man für eine Aushilfe von z.B. einem halben Jahr niemals mehr die entsprechende Gegenleistung erbringen kann. Da braucht es dann schon einen Betriebshelfer, Zivildiener, MR usw...

In meinem persönlichen Umfeld ist es so, dass von den Nachbarn, mit denen ich früher in Form von Nachbarschaftshilfe zusammengearbeitet habe, die meisten weg von der Landwirtschaft sind, deswegen keine maschinelle Ausstattung mehr haben oder in Pension oder im Nebenerwerb sind. Ich bin dann gerne ein Nachbarschaftshelfer, wenn der Kreisler bricht, oder der Nachbar nicht zur rechten Zeit Urlaub bekommt usw.

MIt der Forderung an die Bauern, ordentliche UNternehmer zu sein, die Minuten und Euros genau zu zählen und sich für eine finanzielles Bestehen auf den eigenen Kram zu konzentrieren, wird die Nachbarschaftshilfe auch ein wenig verdrängt...

Name: wernergrablersteyrfahrer antwortet um 26-08-2009 17:38 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo!

Bei uns gibt es sie sehrwohl noch!

Die meisten Bauern sind bei uns im Nebenerwerb. 3 oder 4 noch hauptberuflich.

Da ich selber z.B. keinen Kipper habe, kann ich sofort bei 4 Fragen, ob sie ihn mir leihen.

Als Gegenleistung helfe ich dann auf dem Hof bzw. wenn was zu tun ist.

Es funktioniert sehr gut. Wenn ich an meinen Freund denke: Bei dem besteht das ganze Dorf aus Grossbauern. Er hat selbst die Maschinen, auch die Fahrer aber wenn was bricht waere da keine Chance das der Nachbar hilft. Der Neid zerfrisst die Menschen!!!

Das ist das tragische.

Wenn Not am Mann ist, wird telefoniert und man kann sich immer auf jemanden verlassen!!!

mfg
wgsf

Name: joholt antwortet um 26-08-2009 19:30 auf diesen Beitrag nach oben

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Nachbarschaftshilfe gibt es bei uns immer noch aber nur bei notfällen. ansonsten ist es besser wenn eine klare linie gezogen wird damit kein streit entstehen kann.
mfg

Name: helmar antwortet um 26-08-2009 19:56 auf diesen Beitrag nach oben

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In unserer Gegend hilft im Notfall jeder jedem. Früher war es so dass eher ein paar Nachbarn sich geholfen haben und nur wenn es gar nicht anders gegangen ist, zu dem Rest zu Hilfe gekommen sind. Es ist niemand mehr jemandem was neidig von der jetzigen Generation, darum funktioniert es auch.
Mfg, helmar

Name: edi1984 antwortet um 26-08-2009 20:24 auf diesen Beitrag nach oben
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bei mir wird das so gehandhabt: richtig funktioniert das mit einem nachbarn, wir schreiben beide die stunden mit die wir je beim anderen arbeiten, alle paar monate wird strich gemacht. sollten größere differenzen bestehen, wird ausbezahlt, sonst gehts wieder bei null los. strenge rechnung - gute freunde.

@wernergrablersteyrfahrer: du bist 17 joder?

Name: wernergrablersteyrfahrer antwortet um 26-08-2009 20:28 auf diesen Beitrag nach oben

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@ edi 1984.

richtig kombiniert *Watson* :-)

Warum???

Weil ich daheim die Farm schmeisse???

mfg
wgsf

Name: haapee antwortet um 26-08-2009 21:14 auf diesen Beitrag nach oben
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Nachbarschaftshilfe
meiner empfindung ist das eher im abklingen wohl auch weil ich so gut wie keine landwirte mehr als nachbarn habe....

bei mir persönlich existiert nachbarschaftshilfe schon in form wenn die nachbarn irgendwelche paletten abladen,
oder für den garten geräte oder rindenmulch zu transportiern haben.
das läuft aber meist über den "nachbarschaftspreis" dh es wird honoriert.

die nachbarn selbst können mir auch weiter helfen aber nicht mit landwirtschaftlichen arbeiten,weil von technikern,professoren,ärzten,rechtsanwälte,steuerberatern ist es mir unter umständen schon eine hilfe wenn sie mich grüssen beim wirtschaftsdünger ausbringen oder wenn ich sonntags mit dem traktor vorbeirausche,.....



Name: teilchen antwortet um 26-08-2009 23:45 auf diesen Beitrag nach oben
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Nachbarschaftshilfe

Ich borge meinem Nachbarn meinen Staubsauger.
Dafür tut er die Zeitungen vor meiner Tür weg, wenn ich nicht da bin.
Dann trinken wir hie und da eine Flasche Wein miteinander.

Es ist beruhigend, wenn man auf jemanden zählen kann.



Name: sturmi antwortet um 27-08-2009 08:22 auf diesen Beitrag nach oben

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Nachbarschaftshilfe
Guten Morgen Angelika!
Ich habe positive als auch negative Erfahrungen mit der Nachbarschaftshilfe gemacht!
Absolut positiv ist das gegenseitige Aushelfen mit Anhänger bei der Ernte. Man hilft auch mal gerne bei einer (Kälber)Geburt. Mit einem Nachbarn verstehe ich mich besonders gut, der drischt bei mir und wir haben einige Landmaschinen zusammen.
Weniger gut funktioniert die Nachbarschaftshilfe bei unseren Zugereisten Nachbarn. Von denen hört man das ganze Jahr nichts, außer sie möchten sich was ausleihen oder brauchen für ihre Festl einen Parkplatz auf meinem Grund. Als Gegenleistung wollte ich anfangs mal die "Herrschaften" für landw. Arbeiten (Stroh einfahren, Waldarbeit) "einspannen". Habe dann aber wieder auf sie verzichtet den da stimmte einfach die "Chemie" nicht. Irgendwann habe ich mich dann einfach ausgenützt gefühlt und jetzt gibt´s dann auch mal ein "keine Zeit" oder "verleihe ich nicht" als Antwort.
Für die Urlaubsvertretung habe ich inzwischen meine Neffen bzw. meine Söhne wachsen jetzt auch schon heran.
MfG Sturmi



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