 Tagebuch
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Milchpreis Weitergehen würd's mit Pendlerpauschale, Urlaubsanspruch, Kündigungsschutz, Abfertigung, geregelte Arbeitszeiten, kein unternehmerisches Risiko, wenig bis keine benötigte Eigenmittel (Auto, ..)... Zudem stimmt es nicht, dass sich allzu viele Bauern es sich (manche vielleicht nur momentan) leisten können, Hallen zu bauen oder neue Maschinen anzuschaffen. Das sind Investitionen, die langfristig geschehen und zu finanzieren sind und wenn ein Mal in 10-20 Jahren etwas Größeres angeschafft wird, kann man sich als Bauer des Neides anscheinend sicher sein, dabei geht es um Betriebsmittel, um Arbeitsmaterial. Andere (tw auch die, die sich darüber aufregen) gehen halt auf Urlaub oder leisten sich Unterhaltungselektronik, teure Autos oder lassen es sich sonstwie gut gehen. Nebenerwerbsbauern gehen zudem nicht zum Spaß nebenbei arbeiten, meistens lässt sich "zuhause" das für den Lebensunterhalt und den Betrieb notwendige Geld eben nicht mehr verdienen. Es gibt zwar Ausgleichszahlungen, Agrardiesel etc., aber dennoch herrschen zwischen den verschiedenen Argrarsparten einkommensmäßig große Unterschiede, es gibt "einige" vergleichsweise reiche, aber auch viele "arme" Bauern. Dass das mit Gunstlagen zusammenhängt, ist fast immer richtig, im großen Ackerbau bzw. in der Schweinehaltung hat es man im letzten Jahrzehnt meist besser verdient als andere Berufskollegen. Dennoch gibt es, wie letztes Jahr besonders klar wurde, auch hier immer stärkere Schwankungen, die großes Durchhaltevermögen erfordern. Zudem sind für die Ausgleichszahlungen immer mehr Vorschrifen einzuhalten, sonst würde man sie nicht bekommen. Der bürokratische und dann in der Umsetzung praktische Aufwand wird gerne ausgeblendet, meist kommen Mehrkosten in Form der Anpassung an die jeweils aktuelle Rechtslage hinzu, nur damit man das bisherige noch weiter erhalten kann. Teilweise musste man Auflagen erfüllen, deren Inhalt erst einige Monate später geregelt wurde oder deren Einhaltung man selbst nicht in der Hand hatte. Ohne Grund gibt es keinen Hofnachfolgermangel. Es ist anzunehmen, dass potentielle Hofnachfolger die betriebliche Situation weit besser einschätzen können als Außenstehende, die sich immer besonders wissend geben, ohne den notwendigen Einblick zu haben. Wenn so viel zum Spaß gejammert würde, warum werden die jammernden immer weniger, nachdem sie den Beruf gewechselt haben (was nicht immer möglich ist ab einem gewissen Alter), oder arbeitslos sind und somit der Allgemeinheit wie jeder andere Arbeitslose zur Last fallen? Jedesmal, wenn in der Landwirtschaft investiert wird, profitiert die umliegende Wirtschaft davon, das sollte nicht unterschätzt werden: Die Zweige von Gewerbe, Industrie, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, sichern ebenfalls Arbeitsplätze und werden in ihrem Umfang und ihrer Verflochtenheit nicht in der vorhandenen Größe gesehen. Das passiert erst dann, wenn immer mehr Bauern aufhören und nur mehr (effizientere, kostensparendere) Großaufträge vergeben werden. Bitte auch dies zu bedenken; momentan hat jeder seine Probleme - sei er jetzt Arbeitnehmer oder selbstständig. mfg diewahrheitist
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