Enthornen bei Bio

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Name: kokosbussi 28-11-2004 14:39 nach oben

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Enthornen bei Bio
Hallo allseits!

Bin bei der Stallneu/umbau-planung/umsetzung und werde mir einfach nicht klar darüber ob ich meine Viecherl enthornen soll oder nicht.

Fakten:
# Bio-Mutterkuhlaufstall im Endausbau für 10 MK
# Schrapper - neue Aufstallung - Laufgangbreite beim Futtertisch 3,5 m, dahinter Liegeboxen

Vertreter der Aufstallungsfirmen:
+ Sicherheitsfressgitter
* Kalb kann mitfressen
* Wenn Kuh ausrutscht weniger Gefahr des Erwürgens
* Leichte Verstellbarkeit

- Rundbogengitter
* Kuh kann sich erhängen und im Falle des Falles bringt man sie dann nur schwer raus - Abschneiden mit Flex etc.
* kleines Kalb kann sich leicht einzwicken, da es meist mit Kuh mitfrisst
* soll schon vorgekommen sein dass Kälber ausschlupfen
* keine bzw. kaum Verstellbarkeit

- Berater der LK und des Zuchverbandes
+ unbedingt Enthornen: Sicherheit, Aufstallung, Platz, schätzt dass über 90% der Tiere in Laufställen enthornt sind

- Bioberater u. Kontrollor
- nicht Enthornen: Hörner haben Funktion - lassen wie sie sind, nicht durch den Stallbau von vornherein für Enthornung richten - könnte mal sein dass die Enthornung nicht mehr sein darf...

Derzeit haben meine Tiere Hörner, teils über 80 cm Spannweite - Tiere wurden im Sommer jeden Tag angehängt - punkto Sicherheit mache ich mir keine Sorgen, denn meine Tiere lassen sich durch den vielen Kontakt ziemlich alles gefallen - wird im Laufstall wahrscheinlich abnehmen, da das Anhängen ja wegfällt...
Das mit dem Sicherheitsgitter hat sicherlich was an sich, nur, denke ich, müsste eine Kuh schon wirklich dumm ausrutschen um sich beim Rundbogen zu erhängen, oder?
Andererseits ist mir schon erzählt worden, dass eine behornte Kuh auch im Sicherheitsfanggitter einfädelt - mag zwar sein, aber rauskommen tut sie trotzdem nicht, wenn sie ausrutscht oder wenn sie sich erschreckt. Und wenn sie sich ein Horn abreisst, möchte ich auch nicht dabei sein...

Hab eigentlich schon fix die Enthornung vorgehabt und bin jetzt wieder im Wickel-Wackel.

Wie sind eure Erfahrungen: Auswirkungen auf Fruchtbarkeit (hab auch Kühe über 10 Jahre dabei) etc.

Hab noch ein bisschen Zeit um mich zu Entscheiden.
Danke auf jeden Fall für eure Meinungen

LG und schönen Tag, Kokosbussi :-)





Name: biolix antwortet um 28-11-2004 18:19 auf diesen Beitrag nach oben
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> Hoffe ich nicht insider !

wir haben 96 enthornt, bei umstellung auf bio und laufstall...
würde ich es heute wieder tun, NEIN !
prozedur inkl. beteubung und abschneiden mit der "seilsäge" war .....
und die fragen der konsumenten sind immer wieer gekommen die jahre bzw. bin ich nun schon seit einiger zeit in demeter richtung orientiert und die Kuh mit hörner hat meiner meinung nach schon seine berechtigung...
weiters hab ich damals genau nach beratung gehandelt, zu wenig platz im laufstall, verletzungsgefahr etc. aber wie du schreibst kokosbussi ist es auch bei uns, die kühe sind umgänglich und brauchen auch ein wenig betreuung das danekn dann auch die jungrinder beim verladen uund bei der eigenverbringung auf den nahen schlachthof...
lg biolix
p.s. probiers doch mal ohne und schau was für erfahrungen hast, abschneiden kannst du sie noch immer.. und wir hatten udamals über 10 jährige kühe und heute sind sind sie 18 J. und bei der umstellung haben wir von 16 Kühen nur eine "verloren"....


Name: Peter04 antwortet um 01-12-2004 15:27 auf diesen Beitrag nach oben
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> Hallo!
Nennt mich konservativ, altmodisch,was weiß ich,aber die Hörner gehören zum Rindvieh einfach dazu! Auch ich hatte die bekannten Probleme (im Anbindestall) mit abgeschlauchten oder gar gebrochenen Hörnern, mit nur schwer zu stoppenden Blutungen, seit die Kühe im Laufstall sind, gibt es diesbezüglich keine Probleme mehr! Auch ist das Gehörn ein Rangordnungszeichen, ist die Rangordnung geklärt, wird sie nicht ständig in Frage gestellt und neu ausgekämpft! Einfach gesagt , die ranghöhere Kuh senkt nur ihr Gehörn und die rangniedrigere weicht. Mutterkuhkälber ohne Kontakt zum Menschen sind mit oder ohne Hörner nicht zu bändigen und können (z.B beim Verladen) nur über Laufgänge getrieben werden. Bei Neubau von Ställen kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen,sich nicht nach den relativ knappen Quadratmeterempfehlungen diverser Berater zu richten, sondern den Tieren von vornherein die Möglichkeit zu geben, auszuweichen, sich zurückziehen zukönnen, auch Flucht möglichkeit für kleinere (bei Muku) zu schaffen. Mein Grundsatz beim Stallbau war, das Gebäude so einfach und billig wie nur möglich (Offenstall),dafür den Tieren das Leben so angenehm wie nur möglich zu machen! Viel Gehirnschmalz in der Planungsphase! Wünscht: Der Peter!

Name: Liwoe antwortet um 07-12-2004 11:23 auf diesen Beitrag nach oben
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>Ganzjährige Freilandhaltung mit HÖRNER!
Stallhaltung ohne HÖRNER!
So einfach ist das! Es geht ja schließlich um Hausrinder und nicht um in der Natur freilaufende Tiere!


Name: Rescha1 antwortet um 07-12-2004 18:55 auf diesen Beitrag nach oben
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> Ich war vorher auch kein Freund des Enthornens, habe aber dann doch angefangen, die Kälber zu enthornen. Allerdings nur mit Betäubungsspritze, da das Enthornen ohne Betäubung eine Tierquälerei und außerdem verboten ist.
Die Rangordnung innerhalb der Kuhherde wird übrigens auch ohne Hörner genauso wieder hergestellt und die Unfallgefahr ist einfach geringer, denn auch bei sehr gutmütigen und zutraulichen Tieren kann es durch unbeabsichtigte Bewegungen (z.B. durch Fliegenverscheuchen) zu Verletzungen bei den betreuenden Personen kommen.


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