Freude am Beruf

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Name: Kathi antwortet um 22-10-2004 00:04 auf diesen Beitrag nach oben

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Hallo Käferl !!

Auch ich stamme aus der Stadt, aber für mich war es immer klar, daß ich Bäuerin werde - alle anderen haben mich immer für verrückt gehalten.

So, jetzt bin ich seit 12 Jahren auf einen Milchviehbetrieb Bäuerin und gehe 20 Stunden in der Woche arbeiten. Mir macht das ganze viel Spaß, aber unter einen Hut bekomm´ ich es nicht immer.
- Dann herrscht wieder Chaos im meinen Haushalt, und ich frage mich wie das andere (so wie Du) schaffen, die auch noch Kinder haben und Direktvermarkten oder Urlaub am Bauernhof betreiben.
(Zur Zeit stecke ich wieder in so einer "Schaffenskrise" - darum sitze ich noch um die Uhrzeit vorm Computer).
- Also wie "Schupfst" du deine ganze Arbeit mit Haus, Hof und Kindern???

Liebe Grüße und gute Nacht,

Kathi



Name: Katharina antwortet um 22-10-2004 08:43 auf diesen Beitrag nach oben
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>
In meiner Umgebung gibt es auch etliche wo die Bäuerin mit Leib und Seele dabei ist. Nur sind hier noch die Übergeber voll dabei. Es wird vielfach unterschätzt was die „Alten“ den Jungen an Arbeit abnehmen. Oft nur Kleinigkeiten um den Hof herum, aber für die Jungen ist es trotzdem eine Entlastung. Das wird erst dann bemerkt, wenn Diese nicht mehr arbeiten können, oder gar zum Pflegen sind. Solange die Jungen sogar noch Kurzurlaube machen können, weil ja wer am Hof die anfallenden Arbeiten durchführt, die zwangsweise auch dann anfallen können, wenn man den A…. bei der Tür hinausstreckt, wie man im Volksmund sagt, ist alles Eitel und Wonne. Wir haben ein gutes Verhältnis miteinander, manchmal gibt es natürlich schon kleine Reibereien, aber wir können uns noch gut auf sie verlassen. Mann geht ins zeitweise ins Tagwerk, ich muss nicht unbedingt zur Stallzeit daheim sein. Ich weiß es noch nicht, wie es später mal sein wird. Denn als Viehalter muss man fast immer präsent sein, denn nur auf die Betriebshilfe verlassen, ist auch nicht das „Gelbe vom Ei“.

Name: ranger antwortet um 22-10-2004 12:12 auf diesen Beitrag nach oben

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Ich bin sehr froh darüber, dass die Schwiegereltern bei der Landwirtschaft (kl. Milchviehbetrieb) zur Seite stehen und helfen wo es geht. Da ich und meine Frau ( zus. 60 Std.) beruftstätig sind wäre die Belastung doch um einiges mehr, wenngleich es ab und zu Schattenseiten gibt (zw. alt und jung).

Was mich unheimlich nervt, dass die nächste Generation ( zw. 16 und 20 J.) auch wenn sie kein Interesse an der Ldw. haben null Bock auf Arbeit haben, (um deren Sprachgebrauch zu nehmen) und lieber stundenlang telefonieren. Da ist es schon zuviel verlangt (einmal im Monat wenn man nicht rechtzeitig von der Arbeit nach Hause kommt) dass man ihnen sagt sie sollten einfüttern gehen.

Wie geht es euch mit dem Nachwuchs ? Meine Frau hat früher immer am Hof mitarbeiten müssen.

lg
ranger



Name: sturmi antwortet um 23-10-2004 10:40 auf diesen Beitrag nach oben

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Griaß eich!
Meine Frau geht auch 6 h täglich arbeiten. Dazu kommen Kindererziehung, Haushalt, Weiterbildung und abends teile ich Sie zur Stallmithilfe ein. Meine Eltern helfen noch mit wo´s geht und wo´s notwendig ist. Es gibt manchmal Reibereien, aber ich möchte die fleißigen Hände meiner Eltern nicht missen.
Was den Nachwuchs angeht, ja meine Buben, 10 u. 12 Jahre alt, haben wenig Interesse am Geschehen in der Landwirtschaft. Zum einen liegt es an den Neigungen, die beiden sitzen lieber am PC, zum anderen liegt es wohl an uns Eltern. Meine Frau und ich sehen skeptisch in die Zukunft. So können wir den Nachwuchs natürlich nicht begeistern für die Landwirtschaft. Für uns liegt das Hauptinteresse an einer bestmöglichen Schulausbildung, beide sind sehr gute Schüler.
Ein guter Freund von mir sagte unlängst, er wäre froh wen sein Sohn nicht so vernarrt in die Landwirtschaft wäre. So ist es halt im Leben, unterschiedliche Menschen, Ausgangssituationen und Interessen, jeder versucht das Beste draus zu machen.
Gruß Sturmi (Hubert OÖ)





Name: helmar antwortet um 23-10-2004 11:45 auf diesen Beitrag nach oben

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Unsere Tochter(14) kann sich beim besten Willen nicht für die Landwirtschaft begeistern, aber wenn ich ihr sage dass sie mal schnell den Weidezaun weiterstecken soll oder dass ich mal später komme und dass sie daher einfüttern soll, dann kann ich mich darauf verlassen dass sie das tut. Mit dem Melken gibt es noch ein Problem: einerseits mag sie das nicht, andererseits hat sie in diesem Fall doch das liebe Vieh nicht so ganz im Griff, und so ruhig Laufstallkühe auch sind, Unsicherheiten merken die sofort! Aber es kümmert sich unsere Tochter seit gut 2 Jahren selbsständig um ihre Wäsche, das heißt, sie steckt sie in die Maschine, hängt sie auf, und bügelt sie auch. Für mich eine echte Entlastung. Auch hat sie im Sommer recht oft gekocht, und ich habs auch gegessen, auch wenn am Speiseplan oft Nudelgerichte gestanden sind, und viel mit Reis. Man sollte den Kindern da auch bei Arbeiten eine gewisse Freiheit lassen, denn wenn sie so können wie sie meinen und manchmal auch mit Pannen klarkommen müssen, ist das fürs weitere Leben nicht so schlecht.
Nun besucht sie eine höhere technische Lehranstalt, und hat relativ wenig Freizeit, denn sie ist mit Hausübungen und sonstigen Übungen
ganz schön eingedeckt. Auch ich bin, was die Zukunft unseres Hofes
betrifft, eher skeptisch und wir hatten gegen den Ausbildungswunsch unserer Tochter nichts einzuwenden und unterstützen sie auch nach Kräften.......aber ich möchte einmal ihr schuldenfrei übergeben, und bis zu diesem Zeitpunkt auch alles ordentlich bewirtschaften. Ob und wie sie dann aber weitertut, muß allein ihre Entscheidung sein, und wer weiß, vielleicht ist es in so etwa 15 Jahren gar kein so großer Nachteil, einen Rückhalt in einem Bauernhof zu haben!
Mfg, helmar>


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