Der Rosskopf tut die Kühe weg

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Name: walterst 12-02-2009 17:14
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ist zwar nur ein Suder-Artikel, aber das seid ihr von mir eh gewohnt.

Walter

Der Rosskopf tut die Kühe weg
Name: milk11 antwortet um 12-02-2009 20:21 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
hallo
sehe das nicht als suderartikel, sondern einen ausblick auf die realität , die uns in österreich etwas zeitversetzt erreichen wird, wenn sie uns nicht schon erreicht hat!!!
m.f.g.

Name: walterst antwortet um 12-02-2009 20:27 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@farmgrins: Ich sehe das natürlich auch nicht als Suder-Artikel, sondern genau gleich wie Du.

Ich wollte mit dem Hinweis "Suder-Artikel" nur gleich jene vorwarnen, die mich sonst wieder mal der Suderei bezichtigen.

Hab dem Redakteur ein Mail geschickt, dass mir sein Bericht ziemlich unter die Haut gegangen ist.

Walter

Name: Christoph38 antwortet um 12-02-2009 20:34 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Für mich ist es schon sudern.
Fakt ist wir haben eine Wirtschaftskrise, die viele Branchen betrifft. Da brauchen doch die Bauern nicht sudern, wenn es bei ihnen auch nicht ganz rund läuft.

Viele Mitarbeiter der Autoindustrie sind in Kurzarbeit und verdienen nur 95% vom normalen Nettolohn.
Bei den Bauern sinkt halt der Umsatz von 40ct auf 30ct lt Milch, sodass 95% vom Gewinn weg sind.
Ich meine 95% sind 95%, das ist doch das gleiche und kein grund zum sudern. ;-)

PS: Außerdem sind die Bauern schlechte Peise gewohnt. Da haben sie einen Vorteil in der Wirtschaftskrise wie viele Osteuropäer. Wer unter einem Diktator überlebt hat, den juckt auch so schnell keine Wirtschaftskrise.

Name: Haggi antwortet um 12-02-2009 20:37 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Wo Ihr recht habt, hatbt's recht!

Aber auch wenn das Einzelschicksale sind, es wird immer öfter so werden...
LEIDER!

Name: nemi antwortet um 12-02-2009 20:45 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ein Artikel, der mich traurig, und zugleich wütend macht.
Hab ihn mir kopiert, und soeben an das BB-Büro gemailt.
Verdammt nochmal, es muss doch möglich sein, das wir gemeinsam für die selbe Sache kämpfen. mfg chr.

Name: Felix05 antwortet um 12-02-2009 21:15 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Hallo,
mich hat der Artikel auch bissel traurig gemacht, muß ich ehrlich sagen.
Es hängt ja alles irgendwie zusammen, wenn die kleinen und mittleren Bauern aufgeben müssen, wo bleiben denn dann z.B.die schönen und gepflegten Landschaften.

Ich bin bekennender Österreich-Fan, und das liegt nicht zuletzt an der Landschaft.

Trotzdem Christoph: nach meiner Rechnung hast du doch nur 75% übrig, bei Preisgefälle von 40 auf 30 Cent, da bist´ schlechter gestellt, als ein Produktionsarbeiter, Oder net?

Gruß, Lutz

Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 12-02-2009 21:19 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg

@Christoph38

Was Du schreibst klingt zynisch. Viele haben in den letzten Monaten ihren Job verloren, können z.B. ihre Kreditraten für ihr Haus nicht mehr zurückzahlen, und müssen es notverkaufen.
Landwirte haben es nicht immer am schlechtesten erwischt, sie haben immerhin noch ein Haus, wenn schon ihre Arbeit weg ist. Viele Branchen sind in den letzten 100 Jahren geschrumpft oder verschwunden, weil sich die Wirtschaft ändert.
Viele müssen sich schon lange davon verabschieden, dass sie ihr Leben lang die gleiche Arbeit / den gleichen Arbeitsplatz haben, warum nicht auch die Bauern?



Name: walterst antwortet um 12-02-2009 21:20 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
lutz, du musst christophs Rechnung noch einmal ganz genau lesen.

Der christoph38 baut gerne scherzhafte Stolperfallen im Dunkeln ein. Man stolpert ein wenig über die Rechnung und weiss anschliessend nicht mehr, in welche Richtung man weitergeht.

Walter

Name: Felix05 antwortet um 12-02-2009 21:36 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ach so, das wußt´ich net!

Da wär´s ja dann nicht sooo schööön?
Lutz

Name: Christoph38 antwortet um 12-02-2009 21:38 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ tb
Für viele Bauern ist es lange schon Realität dass sie ihren "Arbeitsplatz" nicht behalten durften. Wenn ich mich richtig erinnere haben im Burgenland (letzter Platz) seit 1999 etwa 30% der Betriebe aufgehört und in Salzburg (1.Platz) ca. 10% (war im Sbg Bauer vor ein paar Wochen).
Auch von den jetzigen Bauern werden noch tausende das Handtuch werfen. Unter einem Glassturz stehen die Bauern sicher nicht.

Ich kenne auch etliche Leute, die momentan massive Probleme haben. Einige haben die letzten Jahre sehr gut verdient und nichts gespart. Klar mündet da jeder Rückgang direkt in die persönliche Katastrophe.

Name: haapee antwortet um 12-02-2009 21:44 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
lieber lutz alles ist schön und die zahlenspielerein von christoph samt seinen bekannten taschenspieler tricks sind genau so schön wie die landschaft österreichs du musst dir das nur mit mehr schluchten vorstellen dann fällst auch nicht hinein;-)

Name: helmar antwortet um 12-02-2009 22:16 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
...auch ich habe diesen Artikel gelesen....und er macht betroffen, traurig und auch wütend, denn es wird bei diesen Schicksalen meistens so sein dass diese Leute es ja "richtig gemacht haben"....so wie immer wieder empfohlen und ge- oder beraten. Vor gar nicht so langer Zeit war man der Trottel wenn man versucht hat auf verschiedenen Beinen zu stehen, und in Österreich ist es ja so dass die meisten Höfe auch verschiedene Einkommenssparten haben. Aber "durchtauchen" geht auch nicht sehr lange gut, schon gar nicht, wenn nur ein Betriebszweig da ist. Vielleicht wär es für viele heute leichter, nicht grösser geworden zu sein, und ein Teil der Familie hätte ein ausserlandwirtschaftliches Einkommen.
Es ist mir sehr schwer gefallen mich damit abzufinden dass meine Tochter nicht Bäuerin werden wollte. Sie schliesst bald ihre Ausbildung ab, hat Ziele, und für alle Fälle doch mal einen Hof im Hintergrund wenn sich die Zeiten gravierend ändern sollten............aber derzeit bin ich froh, dass sie nicht auf Gedeih und Verderb an den Hof gebunden ist.
Nfg, helmar

Name: biolix antwortet um 13-02-2009 08:23 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
morgen Helmar !

ja aus der Kirche bist ausgetreten, aber wo kann man in der LW austreten von dem "Verein" der sowas berät über Jahrzehnte ?

lg biolix



Name: helmar antwortet um 13-02-2009 09:10 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Lieber Lixl......auch ich hab mir allerhand angeschaut und angehört, und dann überlegt und gerechnet,obs sich ausgeht, was da sonst noch alles mitzuberücksichtigen ist usw. und bin auch in einem AK Milch einige Jahre gewesen, und die immer mehr, immer höher Philosophie war mit ein Grund für mich, mich zu verabschieden...........besser werden, schon gut, verdrängen nicht mehr gut, und vor lauter gut sein sich selber den Markt zusammen hauen, wie es nicht nur in Europa passiert ist, ein das wir, die Bauern uns selber gelegt haben. Abgesehen davon, dass im Dauergrünland man solche Leistungen angestrebt hat und es z.T. noch immer tut, welche gerade mal in Ackerbaugebieten möglich sind...
Und wenn du schon meinen Kirchenaustritt ansprichst, auch aus Bioaustria bin ich schon lange weg.......
Mfg, helmar

Name: biolix antwortet um 13-02-2009 10:37 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
ja eben, jedem sein recht, bist ja auch keine Biobäuerin mehr das sollst auch dazu asagen, aber wer propagiert das was du oben so kritisierst, und wo dir jetzt der Rosskopf so leid tut, dem wurde ja auch suggeriert "alles wird besser..." wennst as nur so machst, von wem am meisten wennst ehrlich bist ?

lg biolix

Name: helmar antwortet um 13-02-2009 10:51 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole.........lieber Biolix, ic h gehöre nicht zu jenen welche meinen dass man mit Schema F, für ganz andere Gegebenheiten passend, Erfolg haben wird wenn man nur fest genug "ruachelt". Es gibt Bedingungen welche der jeweilige Betriebsstandort vorgibt, und wer da versucht das Beste draus zu machen, der wird nicht so ganz daneben liegen. Es gibt Biobetriebe welche auch Höchstleistungen fahren, mir solls recht sein, und die Getreidebiobauern werden auch nix dagegen haben. Gehörst du nicht zu jenen welche auch hier schon öfter beklagten das die Kuh zur Sau gemacht wird? Ich versuch den Aufwand so gut es geht, zu senken, ich will keine Höchstleistungen, ich möcht wieder Kühe mit mehr als 4 Laktationen( so mir der St.A. diese nicht versaut), und wenn diese mit diesen 4 en 25000 Lebensleistung bringen und jedes Jahr ein Kalb, ist mir das lieber als die haben das mit 3 Laktationen und ich muss mich dann verabschieden........aber auch die Biozüchterszene macht bei der Genetik mit Begeisterung bei höher und immer mehr mit.......
Oder hast das noch nicht mitbekommen? Wo seid ihr wenn es darum geht, genetisch hornlos zu züchten? Hör und seh i a nix..........wenn nun, sagen wir mal für 2000 oder mehr Kühe Sperma bei NÖ-Genetik verlangt wird, dann möcht ich mal sehen.......ich habe meinen KF Aufwand reduziert, und ich nehme in Kauf dass die nächste Kuhgeneration etwas weniger Milch geben wird(aber noch einfacher im Grünland zu halten ist).......hör dich mal um ob das deine Biomilchmelker auch wollen, und dann, lieber Biolix, kannst weiterkeppeln über mich....
Mfg, helmar
Schade dass du nicht kommst...

Name: sthuber antwortet um 13-02-2009 10:58 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@tb
Von dir hätte ich so einen klassenkämpferischen Schwachsinn nicht erwartet, ehrlich!

Ich muss mich immer zurückhalten, wenn ich von den ach so armen Arbeitern in ihren Mietwohnungen das Argument von den besitzenden und damit "reichen" Bauern höre, die ja, wenn's ihnen mal finanziell schlecht geht, locker ein paar Hektar verkaufen können und dann geht's wieder, oder denen zumindest ein Dach über dem Kopf und ein paar qm zum Gemüseanbauen bleiben. Super Aussichten.

Und solche Aussagen kommen von teilweise nicht einmal schlecht verdienenden Leuten mit 38,5h Woche, 5 oder 6 Wochen bezahlter Urlaub, 14 oder noch mehr Monatsgehälter und der ganzen sozialen Absicherung wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe (inkl. kostenloser Sozialversicherung), Heizkostenzuschuss, Wohnbeihilfe etc. etc., von denen ein Landwirt nur träumen kann.

Und wenn nicht zwei Familienurlaube pro Jahr drinnen sind, ist das Schlagwort der Armutsgefährdung nicht mehr weit.



Name: Gstettnbauer antwortet um 13-02-2009 11:04 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ sthuber

da bin ich voll bei dir

einen job wechseln manche wie ihre unterhosen.
und wenns nicht passt holen wir uns ein paar monate die arbeitslose, liegen ein bisschen herum, bewerben uns wieder, ach schade passt wieder mal nicht......



Name: kraftwerk81 antwortet um 13-02-2009 11:20 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Am Schlimmsten triffts die Nebenerwerbler die rausgeschmissen werden weil sie ja eh ein "2. Standbein daheim haben", welche mit dem "Job" ihr Hobby "Bauernhof finanziert haben. Da reicht das ALG nichtmal um das Minus aus der LW auszugleichen!
Und dann schaust mal ins Grundbuch (is ja öffentlich einsehbar für ein paar EUR) welcher LW nicht bis über beide Ohren verschuldet ist. Da schaun die Neubauten oft nicht mehr so leuchtend aus.

@Felix05
überleg mal wieviel Gewinn überbleibt wenn der Produkterlös um 25% sinkt und 10cent unter die Herstellungskosten sinkt? Richtig ein DB von 75% > das heisst jedes Monat müssen die fehlenden 25% zugeschossen werden, woher auch immer; auch wenn das ALG dafür herhalten muss!

PS: für Österreich Geniesser hat's vielleicht auch was positives, die Bauern haben wieder mehr Zeit sich um Steilhänge und Schluchtenpflege zu kümmern!



Name: biolix antwortet um 13-02-2009 11:29 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
komisch, das war wieder nicht die antwort helmar auf meien Frage ...
Bio Austrias Grünland und Milchberater beraten aber seit jahren das gegenteil...aber wer eben nicht und da kann ich nicht austreten ?

lg biolix

Name: zimme24 antwortet um 13-02-2009 13:36 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
das hat der rosskopf völlig richtig gemacht, wenn sichs nicht mehr ausgeht muss man was ändern. besser wäre noch eine änderung herbeizuführen wenn man schuldenfrei ist.
für die banken, futtermittelerzeuger usw. zu melken wär einfach nur blöd.
aber da gibts immer welche die sehenden auges in den abgrund rennen und dabei das jammern nicht vergessen.

günter

Name: sturmi antwortet um 13-02-2009 14:04 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@sthuber
Zusatzinfo: Tb ist eine weichende Hoferbin! ;-)
@biolix
Mir fehlt deine "Beratung" hin zu "macht´s bio und alles wird gut".
MfG Sturmi


Name: biolix antwortet um 13-02-2009 14:28 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
ja sturmi, es muß ja nicht gleich bio sein, aber mal, macht nciht alle imme mehr und mehr, mit der logik das für alle immer weniger und weniger bleibt... aber eh selber schuld, zu wirtschaften mit seinen eigenen Resourcen wird sich zukünfitg als richtig heraus stellen und die wahre Lebens udn Wirtschafts Grudnlage sein.. manche werden dazu noch jahre brauchen um diese einsicht zu gewinnen, aebr schön ist das dei Ökonomie schon alleine dazu zurück bringt, bevor die Ökologie noch voll zurück geschlagen hat.. also ich bin überzeugt wir hätten noch chancen...

g biolix

Name: sturmi antwortet um 13-02-2009 14:41 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@biolix
Ich heiße nicht "Milibauer" Biolix! Mehrere Standbeine sind meiner Meinung nach der bessere Weg für die Zukunft als zum "Fachtrottel" zu mutieren.
Übrigens, eine Studie des MR hat ergeben, der Bauer lässt sich nicht zum alleinigen "Schweinewirt" erziehen. Er will weiterhin Bauer sein. Das heißt, der Bauern und sein Traktor sind eins. Die Landwirte erzielen sehrwohl ihr Haupteinkommen in der Viehwirtschaft, aber sie wollen zum Ausgleich auf´s Feld und in den Wald!
MfG Sturmi



Name: biolix antwortet um 13-02-2009 14:46 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
also die antwort versteh ich jetzt aber überhaupt nicht sturmi, hab ich das thema von "Spezialisierung" irgendwo angesprochen ?

aber ja, du hast recht, nur frage ich mich wieder , wer hat diese Spezialisierung Jahrelang als die Richtung in der LW hin gestellt ? inkl. eben auch die Intensivierung wie im "Helmar" threat....

g biolix

p.s. aber was sagst das jetzt die Ökonomie vor der Ökologie als erstes zurück schlägt, kannst dir jetzt daran ein Beispiel nehmen, denn das leben auf Pump mit hohen Erträgen die nicht zukunftsfähig sind habt ihr leider fast alle im konv. Bereich...
und wann nimmst denn die geschichte mit dem verpilzten Biogetreide zurück, wenn alle Studien zeigen das konv. verpilzter ist ?

Name: sthuber antwortet um 13-02-2009 14:50 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@sturmi

Die weichenden Erben sind oft die schlimmsten, das kenn ich von manchen Bekannten (Gott sei Dank nicht von meiner Schwester!)

Die kriegen oft den Baugrund und/oder auch noch einige zigtausend Euro als Startkapital (das aber am Hof erwirtschaftet wurde und dem Hofübernehmer eigentlich von der Substanz genommen wird, gerade in schwierigen Zeiten wie diesen), und fühlen sich oft auch noch benachteiligt.

Da hilft meist nur eine Frage: Warum hast du nicht den Hof übernommen?

Name: helmar antwortet um 13-02-2009 14:50 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Klar haben wir noch Chancen, lieber Biolix.................aber jeder auf seine Art, und nicht im Einheitsbrei.........egal ob der bio oder konvi ist. Aber das nach der Decke strecken war mal sehr unmodern, wird wohl wieder sehr en vogue werden, glaub i halt......
Mfg, helmar

Name: sturmi antwortet um 13-02-2009 15:00 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Gehen Wachstum und Spezialisierung nicht Hand in Hand?! Der Bauernbund macht sicherlich nicht immer alles richtig, doch für mich und für viele, viele andere sind die Grünen unwählbar!
Verpilzung: Bei Bio´s und bei Konvi´s gibt´s gut wirtschaftende Bauern, die ihre Getreidegesundheit im Griff haben, ich zähle mich dazu.
MfG Sturmi

Name: sturmi antwortet um 13-02-2009 15:07 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@sthuber
Hier im Forum schreiben einige weichende Erben und die fallen nicht gerade durch Verständnis für die Landwirte auf....
Warum hast du nicht den Hof übernommen?
Antwort: "Spinnst, die viele Arbeit, wenig Freizeit, kein Urlaub, Eltern im Haus, usw....!"
Meine Schwester ist GsD keine neidige weichende Hoferbin, ist aber finanzielle sehr gut aufgestellt muß man auch dazu sagen.
MfG Sturmi


Name: grafeder antwortet um 13-02-2009 15:43 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Eines verstehe ich nicht bei solchen Diskussionen.

Wer nichts weiß, geht fragen - z.B. BBK oder sonst wo. Dann gibt es eine Auskunft über den aktuellen Stand eines Wirtschaftszeiges und Prognosen wie sich was entwickeln kann: von -bis.

Danach beschweren, jammern oder sudern die, die nichts wissen, über die, die sie vorher um Rat gefragt haben und entsprechend Auskunft gegeben haben, weil sich irgendwas nicht ganz so entwickelt hat, wie man es sich vorgestellt hat, obwohl meines Wissens großteils darauf hingewiesen wird, dass man im Endeffekt nicht wirklich weiß, was eigentlich am morgigen Tag sein wird.

Sollte das irgendein Berater doch tun, ist er eh ein Depp.

Name: sthuber antwortet um 13-02-2009 16:16 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@grafeder

Das Problem liegt darin:

Politiker, Bauernvertreter, Kammermitarbeiter, Berater, AMA Leute, etc. haben eines gemeinsam: Sie leben ohne großes Risiko ganz gut von den Bauern und fürchten um ihre Position, ihren Arbeitsplatz, ihren Einfluss, ihre Macht, ihre Pfründe und Privilegien.
Deswegen traut sich keiner von denen die Wahrheit offen zu sagen: Das Bauernsterben geht weiter und wird sich noch drastisch verschärfen (Stichwörter: Milchquotenaufhebung, WTO Verhandlungen, Wirtschaftskrise (=der exportorientierten EU-Industrie wird geholfen, die Bauern geopfert).

Das Siechtum vieler Betriebe wurde und wird einerseits durch die traditionell hohe Eigenkapitalausstattung aufgrund fetter Jahre bis 1995 und durch die bald auslaufenden Ausgleichszahlungen seit dem EU Beitritt noch eine Zeitlang weitergehen.
Aber in den nächsten 10-20 Jahren wird sich noch einiges tun!

Name: biolix antwortet um 13-02-2009 16:36 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Wie kommst jetzt wieder auf die Grünen, sturmi ? war hier irgend was politisch ?
weiters du hast geschrieben: die Bios mit ihrem verpilzten Getreide...das monitoring zeigt über jahre bio ist besser, ncht ein paar bessere oder schlechtere...
Jeder kann sich aus dem System des Größer, besser, schneller, stärker nun schön langsam ein bild machen, fast alle haben danach gestrebt, und heute beschwichtigt man...
ja eh selber schuld....

g biolix

Name: Milibauer antwortet um 13-02-2009 17:13 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Hallo Fans, allerliebster Strumi,

also ich begrüße es wenn der Rosskopf seine Kühe weg macht. Seinem Beispiel sollten auch all jene Fretter folgen die nur noch von den Zuschüßen leben und täglich ihre AfA verfrühstücken. Endlich kommen erfolgreich wirtschaftende Landwirte an den heiß begehrten Grund und Boden. Strukturwandel ist was ganz normales und findet täglich statt. Wie sagte einst ein bekannter Österreicher: Der starke Affe frisst den schwachen Affen.

mfg Hubb

Name: Hausruckviertler antwortet um 13-02-2009 18:24 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ich hätte da mal eine Frage, oder zwei. Wer bitte ist der Rosskopf und wo steht dieser Artikel, dass er die Kühe wegtut?
Wenn ich die Kühe weggeben würde, würde ich das nicht an die große Glocke hängen. Es sei denn ich warte drauf, dass jemand mit mir Mitleid hat und mich zutiefst bedauert, weil es mir einkommensmäßig so schlecht geht, dass ich die Kühe weggeben muß.
Die Bandbreite der Rentabilität ist so breit gestreut, dass man wirklich jeden einzelnen Betrieb durchleuchten müsste um sagen zu können ob es noch wirtschaftlich ist oder nicht. Da gibt es Betriebe, die mit 15 Kühen im Vollerwerb arbeiten und zufrieden sind und welche, die mit 40 Kühen auch noch einen Nebenerwerb annehmen müssen um über die Runden zu kommen. Meistens solche, die von der Gundausstattung eher klein ausgelegt sind und glauben mit Aufstockung auf das 4 oder 5 fache besser wirtschaften zu können.
Mein Sohn hätte die Möglichkeit gehabt den Betrieb von 10 kühen auf 30 aufzustocken. Dazu hätte er nicht einmal das Dorf verlassen müssen um die Pachtgründe zu bewirtschaften.
Nur hätte er eine ganze Generation gebraucht um diese Investition finanziell über die Runden zu bringen. Derjenige, der diese Gründe gepachtet hat, steckt über beide Ohren in Arbeit und wahrscheinlich auch in Schulden.
Wachstum ist nicht alles, schon gar nicht in der Landwirtschaft, denn Geld haben die, die so immens aufgestockt haben, weniger als ein kleiner Nebenerwerbler, der nicht ins Größerwerden so viel investiert hat. Der einzige Effekt, der eintritt und auf den die meisten meiner Meinung nach hereinfallen ist der, dass der prozentuelle Anteil des Geldes für den privaten Verbrauch, gemessen am Umsatz, immer kleiner wird. Es ist schon klar, wenn man drauf aus ist immer den neuesten Traktor plus Maschinen haben zu müssen und möglichst groß auch noch dazu, dass dann eben auch das entsprechende Grundausmaß her muß. Pachtgründe gibt es ja genug.
Wenn man keine Schulden hat und Maschinenmäßig nicht allzuweit hinten ist, seh ich keinen Grund die Kühe bzw. die Landwirtschaft an den Nagel zu hängen. Wenn aber finanziell die Erwartungshaltung so groß ist, weil man glaubt ein 15 Kühe Betrieb muß netto soviel abwerfen wie ein sehr gut bezahlter Indusrtiearbeiter verdient, dann muß man eben aufhören. Letztendlch muß jeder für sich selber wissen und entscheiden was richtig und falch ist.

Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 13-02-2009 19:11 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg

@sthuber

An den Klassenkampf glaub ich nicht. Ich fühle mich keiner Klasse zugehörig, und gleichzeitig allen.
Was bin ich denn? Wäre es mein Verdienst, in eine "Klasse" hineingeboren zu sein?

Neidig bin ich nicht, ich verdiene gut und hab genug, deshalb ist ein Pseudo-Argument wie Klassenkampf für mich unbrauchbar.
Ich bin meinem Bruder dankbar, dass er den Hof übernommen hat, weil ich das bei weitem nicht so gut machen würde wie er. Ich weiß auch dass es nicht so leicht möglich ist, mal schnell ein paar ha zu verkaufen und davon gut zu leben.

Wogegen ich mich wehre, sind die Pauschalierungen à la "die anderen habens ja immer besser als ich" - das trifft auf Nichtlandwirte genauso zu wie auf Landwirte.
Du wehrst Dich genauso gegen Pauschalurteile, weil Du Dich zu Unrecht angegriffen fühlst. Dabei bist Du auch ungerecht in Deinen Urteilen über die arbeitende Bevölkerung.

Ich bin für mehr Verständnis für alle, dafür muss man sich aber auch die Probleme von anderen ansehen und anhören, um sie zu verstehen.


@Gstettnbauer
Zeig mir bitte die Leute, die heute ihren Job "wechseln wie die Unterhosen"!


@sturmi
Wie gesagt, mein Bruder macht seine Sache sehr gut, besser als ich es je hätte machen können. Wir sind 5 Schwestern, und es war immer klar, dass unser Bruder den Hof führen wird. Ich denke wenn wir noch weitere Brüder gehabt hätten, wäre es vielleicht ein Problem geworden.


@sthuber und @sturmi
Ich will Euch bitten, nicht über andere zu urteilen, von denen Ihr genau gar nichts wisst. Wie Landwirtefamilien ihr Erbe aufteilen ist vollkommen individuell, es hängt davon ab wieviele Kinder da sind und was möglich ist.
Es ist ein Segen, wenn das alles im Guten geregelt werden kann, ist heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr.



Name: 0815 antwortet um 13-02-2009 19:36 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
biolix
Du hast geschrieben, die Konvis leben auf Pump mit hohen Erträgen die nicht zukunftsfähig sind. Gerade die Bio´s sind es, die auf Pump leben! Zumindest im Grünlandgebiet. Bio´s lassen die Rinder bis spät in den November hinein die Grasnarbe ausnagen. Wirtschaftsdünger ist ja eh schon zu wenig, so kommt viel zu wenig Dünger auf die Wiesen und Weiden, um halbwegs ein gutes nährstoffreiches Grundfutter zu erzeugen. Die Fruchtbarkeit in solchen Extensivbetrieben ist ja katastrophal! Und Selenmangel ist dort sowieso vorhanden. Nicht umsonst gibt es auf der Ernetseite einen Link zum Thema „Selenmangel“. Dieses Thema wird von den Bio´s aber nur mit vorgehaltener Hand erwähnt. Den Bioverbänden ist es ja so recht, wenn kein nähstoffreiches Futter in Grünlandgebieten mehr wächst. Laut Bio sollten ja die Rinder dauernd auf der Wiese bzw. Weide sein. Wie sollte sich da das Grünland da erholen? Was täten den die Biogetreideerzeuger sonst mit ihren Produkten? Rinder und Schweine gibt es meist nicht mehr, so brauchen sie die Grünlandbauern als Abnehmer für ihre Produkte. Und mitkassieren können die Bio-Agenturen auch noch beim Handel mit Biogetreide.
p.s.
du hast sowieso ein Problem mit "0815 Menschen"! Eh klar, du bist ja der "Herr Ing"!

Name: iderfdes antwortet um 13-02-2009 20:55 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Katastrophale Fruchtbarkeit bei extensiven Betrieben ist doch Blödsinn. Zumindest, wenn man seine Tiere kennt und sich Zeit nimmt, sie zu beobachten. Einmal ganz abgesehen davon, dass zu wenig Düngung sicher besser ist als zu viel.

Weil oben davon gesprochen wurde: Manchmal kann Besitz auch ein Nachteil sein. Wenn sich ein Bauer verspekuliert, dann ist bald mal alles weg, ein anderer geht halt in Privatkonkurs und ist seine Schulden in ein paar Jahren los.
Zumindest, wenn man es richtig anstellt. Ich kenne zumindest zwei, die trotzdem Häuser haben und Autos, Premiere, Flat-TV und sonst noch allerhand, was ich mir nicht leisten würde.



Name: walterst antwortet um 13-02-2009 21:07 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@hausruckviertler

In meinem Startbeitrag musst Du nur auf den Link zum Artikel in der größten deutschen Tageszeitung klicken

Walter

Name: haapee antwortet um 13-02-2009 21:43 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
dem 0815 muss ich in dem fall recht geben.
haben selbst seit 35 jahren für kalbinnen dauervollweide aber konventionell und mit niedrigem tierbesatz und auf sandigem boden da funktioniert das noch halbwegs gut.
aber wenn ich meine biologischen mutterkuhhaltungs kollegen ihre wiesen betrachten wie die nach ned mal 10 jahren in der betriebsform aussehen da frage ich mich schon um die sinnhaftigkeit.
zu hoher tierbesatz auf der fläche trittschäden ende nie und vorallem die futtermenge wird jedes jahr weniger!
fruchtbarkeitsstörungen kann ich nicht mitbeurteilen.
ich sehe nur den massiven siloballen zukauf jedes jahr wird er mehr.....

Name: biolix antwortet um 13-02-2009 22:09 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Nabend !

also was sagen die Biogrünlandspezialisten hier zu dem Walter ?

ich kann euch nur sagen immer Ackerbaugebiet ist es so wie ich es euch geschrieben habe, udn dsa könnt ihr ja nachlesen, bei 15000 kg weizen etc. ...

lg biolix

p.s. ich zwinge keinen Grünlandbauer Biogetreide zu kaufen, auch keine Agentur und sonst niemand.. und verdienen tun die nachweislich nur einen "Agenturbeitrag"... kennt ihr die konv.
Spannen ?

Name: helmar antwortet um 13-02-2009 22:25 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Bei Konvi ist der Murks stets gross
und Bio immer fehlerlos.......
so sieht das immer, flott und fix
durch seine Brille der Biolix..................
darum agiert der Herr
so wie ein flotter Prediger.
So hat ein jeder seinen Glauben...
man sollt den auch dem Lix nicht rauben.

A gutas Nächtle in den Norden, helmar

Name: 0815 antwortet um 13-02-2009 22:27 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Was sollen den die Biogrünlandbauern den zukaufen? Oder glaubst, daß man mit dem wenigen Futter was auf den ausgenagten Wiesen steht, Jungrinder der Handelsklasse E oder U erzeugen kann? Glaube eher, P1 kommt da raus. Darum ist dort der Zukauf von Getreide am wichtigsten!

Name: helmar antwortet um 13-02-2009 22:31 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
ich hab ja auch schon mal dem Biolix das Angebot gemacht, während der Weidesaison mal bei mir vorbei zu schauen..von wirklich gut geführten BioMUKUHerden bis zu Gstettennagern mit gut zählbaren Jahresringen am Geweih ist alles gar nicht weit von mir anzutreffen......
Mfg, helmar

Name: Felix05 antwortet um 13-02-2009 22:41 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Guten Aben zusammen, hallo Hausruckviertler,
bin ganz deiner Meinung und hab´ hier auch schon mal gesagt, dass die großen Betriebe nicht immer am Monatsende mehr übrig haben, als die kleinen. War den´k ich im Beitrag: "sind Kleinbetriebe noch kostendeckend?"

Du sagst es: das muß jeder für sich entscheiden, wie sein Betrieb läuft.

Helmar z.B. entscheidet für sich, der Hof geht weiter, halt im Kleinen, aber man sitzt in den Startlöchern, wenn plötzlich eine andere Situation eintritt. Das gibt sie auch noch offen zu, was will man mehr?
Diesen Mut bringen warscheinlich wenige auf.
Nur zum Verständnis: ich baue derzeit ein altes Haus in der Nachbarschaft aus, halt nur Schritt für Schritt, obwohl ich ganz stark bezweifle, dass eine unserer zwei Töchter in nächster Zukunft hier "anlegen" wird!
Das kommt immer auf die Betrachtungsweise an, ich hab´s oben schon erwähnt, der Artikel mit dem Rosskopf geht unter die Haut.

Gute Nacht, Lutz!

Name: walterst antwortet um 13-02-2009 22:47 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@biolix

Tut mir leid, biolix. Bei der Auseinandersetzung Bio gegen konventionell mische ich mich in diesem Forum nicht ein.

Die siebzehntausendachthundertdreiundzwanzigste Gegenüberstellung völlig festgefahrener Standpunkte beider Seiten verlangt nach meiner Ansicht nicht wirklich nach einer Ergänzung von mir.

Wenn jemand glaubt, dass man beim Billa P1 Jungrinder abliefern kann oder dass Biorinder grundsätzlich auf abgenagten Wiesen hausen müssen, dann soll er das glauben.

Ich bin ja sehr froh darüber, dass wir uns diese sinnlose Auseinandersetzung noch leisten können.

Nach meiner Ansicht hätten wir genug Probleme, die beide Produktionsformen gemeinsam lösen sollten.

Walter

Name: Tyrolens antwortet um 13-02-2009 23:17 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Na, Biolix, BIO ohne Ökonomie schau ich mir an. In Wirklichkeit sind ja die BIOs die viel besseren Ökonomen. ;) Das ist mein Ernst!

Walter, wo liegen denn die Probleme? Mal abgesehen davon, dass derzeit viel zu viel Milch am Markt ist... Womit willst eine Kontingentierung begründen? Mit den Bauern hat keiner Mitleid. Weder die EU, noch die Konsumenten. Insofern brauchst du dir von dieser Seite nicht allzuviel erhoffen.
Lustig finde ich Zb den aktuellen Artikel in der Bauernzeitung zum Thema "buy american". "Kauft regional!", meint der Mann... Nun gut, Tirol hat um die 600.000 Einwohner, die Tirol Milch alleine verarbeitet 220 Mio Liter Milch pro Jahr. Ja, wenn man regional kaufen soll, wer soll denn dann die ganze Tiroler Milch trinken? Sind immerhin 366 Liter pro Jahr.
Also wenn man an der Kontingentierung schrauben will, dann müsste man das ordentlich tun. Und dazu gleich den Markt gegen die bösen Neuseeländer abschotten. ;)
Die Russen machen es grad umgekehrt. Die haben den Zoll auf Butter wieder erhöht. Die russischen Milcherzeuger wird's freuen. Die europäischen eher weniger.


Gruß,

Thomas

Name: explicit antwortet um 14-02-2009 01:55 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@hausruckviertler

dein Sohn hätte eine ganze Generation gebraucht um ~10ha Land zu finanzieren? Sauber, um diese Fläche wachsen die Betriebe hier mindestens jedes Jahr. Seien wir doch ehrlich, es ist einfach ein Witz zu glauben in einem liberalisierten Markt mit 15 Kühen einen Betrieb zu halten. Die Entwicklung wird in Richtung 15Kühe X 10 pro Familienbetrieb gehen, auch in Österreich, das ist die Größenordnung in der der Familienbetrieb seine Vorteile ausspielen kann. 1 Person die rund um die Uhr ackert nur um 15 Kühe zu versorgen ist einfach viel zu ineffizient um heute am Markt bestehen zu können das hat mein Großvater vor 50 Jahren schon geschafft.

Name: walterst antwortet um 14-02-2009 07:21 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@tyrolens

Du bestätigst mich ja.

Warum die Russen den Importzoll für Butter (und andere Milchprodukte!!!!!!!) drastisch erhöht hat, dass weisst Du aber schon?
Aus dem selben Grund werden wir uns künftig auch noch schwerer gegen die Neuseeländer abschotten können. (Neuseeland hat gar nicht so viel Milch, dass sie und jemals groß überschwemmen können

Ich erwarte mir auch nicht von irgendjemandem Mitleid. Dann bräuchte ich eh nur auf ein paar Almosen warten.

Ich mag aber auch nicht wie das Kaninchen warten, dass mich die Schlange frisst.

Walter

Name: DJ111 antwortet um 14-02-2009 07:44 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ Explizit:

Wie es ausschaut, liegst du nicht schlecht mit deiner Vermutung, dass es in Richtung 150 Kühe Betrieb geht. Und wenn wir da sind, wo liegt dann das Entwicklunsziel? Du wirst ja nicht ernsthaft glauben, dass die Entwicklung dann da stehen bleibt....???

Jährlich um 10 ha Fläche zu wachsen ist mit Pachtflächen bei uns auch teilweise so.
Aber jährlich 10 ha zu kaufen ist bei euch üblich? Ist natürlich auch eine Frage der momentanen Betriebsgröße aber doch ...
Wenn ich mir die möglichen DB/ha mit durchschnittlichen Ackerkulturen anschaue und Bodenpreise über 2 - 3 €/m2 dauert es dann doch mindestens eine halbe Generation für deren Finanzierung - und das schon bei guten Erträgen! Aber andererseits haben derart aggressiv wachsende meist wenig Probleme mit privaten Ausgaben, weil sie ja meist keine Zeit für so Spielereien haben, also steht der gesamte Rohertrag (der dann hoffentlich erwirtschaftet wird) zur weiteren Expansion zur Verfügung ...

Oder sind bei euch die Bodenpreise so niedrig? Finanzierbares (aus dem laufenden Betrieb normaler landw. Tätigkeit) größeres Flächenwachstum ist aus meiner Sicht derzeit nur in irgendwelchen Oststaaten mit Westmitteln möglich.

Auch nur eine Meinung unter vielen, aber halt meine persönliche

Gruß DJ

Name: halodrio antwortet um 14-02-2009 08:11 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Da bin ich lieber ein Bauer mit bis zu 30 Kühn aber dafür alles Eigengrund. Denn da kann ich mir noch genügend Freizeit leisten um auch noch zu Leben und nicht nur immer Vollgas und im Herbst zur Bank laufen für einen Übergangskredit damit ich den Bauern den Pachtzins zahlen kann. Ich bin mir sicher das die Vorhersagen von gewissen Personen nicht zutreffen werden.
Mfg

Name: grafeder antwortet um 14-02-2009 08:18 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ sthuber

Ziemllich unlogisch was du von dir gibst. Das würde heißen, dass die Politiker & Co. gegen ihre Klientel arbeiten und darauf hinsteuern "arbeitslos" zu werden, wo sie doch so an ihrem Job hängen!?!?

Von fetten Jahren der LW weiß ich nichts, bzw. habe ich das am 31.12. noch nie von wem gehört, dass die letzten 364 Tage "fett" waren. Die allgemeine Suderei von der guten, alten Zeit ist mir aber sehr wohl bekannt.

Name: Christoph38 antwortet um 14-02-2009 09:04 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Die Frage stellt sich doch gar nicht in Westeuropa ob 15 Kühe oder 150 Kühe.
Beim derzeitigen Zielpreis von 20 ct kg Milch sind beide Betriebe tot.

Name: sthuber antwortet um 14-02-2009 09:11 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@grafeder

So unlogisch ist das auch wieder nicht. Schau dir doch die Entwicklung der letzten 15 Jahre an! Den riesigen aufgeblähten Verwaltungsapparat mit dem die entstandene Bürokratie bewältigt werden muss. Irgendjemand muss die ganzen Programme und Gesetze entwickeln, begutachten, in Kraft setzen und exekutieren, beraten und deren Umsetzung kontrollieren. AMA, Bauernkammern, Tiergesundheitsdienst etc. etc.
Dort wurden Arbeitsplätze geschaffen, in der eigentlichen LW abgebaut.
Wenn aber bald nur noch einige wenige, hochprofessionelle Betrieb überbleiben, und der ganze Förderungs- und Auflagendschungel vielleicht doch etwas gelichtet wird, dann wird der Wasserkopf auch nicht mehr zu halten sein.

Und dass es fette Jahre in der LW gegeben hat, ist doch wohl unbestritten. Vor-EU Weizenpreise von ATS 3,50, Schweinepreise von ATS 30 etc. Ein Ackerbaubetrieb mit 50 ha (0,25 AK-Bedarf!) oder ein kleiner Schweinebauer konnte sehr gut leben, investieren und auch sparen. Heute wird davon gezehrt.

Name: grafeder antwortet um 14-02-2009 09:40 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Also du machst dir Sorgen um die Bürokratie (den Wasserkopf), ich dachte, dir geht es um die Bauern - dann ist deine Antwort logisch.

Arbeitsplätze in der LW abschaffen gibt es glaube ich in dem Sinn nicht, weil es dazu auch nicht den entsprechenden Arbeitgeber gibt.

Die 3,50 für den Weizen waren vor 95 auch unrealistisch weil auch gestützt, jetzt bekommt halt der Landwirt die Förderung direkt.

Mit 50ha nur 1/4 Jahr bzw. 500 Std. arbeiten und davon leben können? Das ist mir neu!!!!
Gut dass diese auch mal ein ganzes Jahr arbeiten müssen wie alle anderen auch.

In diesem Zusammenhang verstehe ich das auch jetzt mit den fetten Jahren!
(Wort wörtlich :-) ) Es ist für den einzelnen sicher gesünder, nicht übergewichtig zu sein.

Name: helmar antwortet um 14-02-2009 09:47 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Hast wieder mal voll ins Schwarze getroffen, lieber Grafeder!
Mfg, helmar

Name: Hausruckviertler antwortet um 14-02-2009 10:55 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Da hast du anscheined etwas falsch verstanden. wir haben zur zeit 10 ha. und hätten auf 35 ha aufstocken können. Wenn du ein bisschen rechnen kannst, dann kannst du dir ausrechnen, was Stallbau, Hallenbau und Kontigentkauf kostet.

Name: Fadinger antwortet um 14-02-2009 11:16 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Hallo!

@helmar,
"...Gstettennagern mit gut zählbaren Jahresringen am Geweih .... "
Die "Jahresringe" kann man auch vertuschen, gell ... ;-) Zumindest kann ich mir bei Dir jetzt einen Grund für´s Enthornen denken ...

@Christoph38,
eventuell ist der 15-Kuh-Betrieb sogar effizienter als der mit 150. Verbrennt weniger Geld ...

@o815,
Wie soll das gehen, die Rinder bis spät in den November hinein die Weide abnagen zu lassen? Wenn, wie Du behauptest, sowieso nichts wächst. Da sind die Weiden doch schon im September abgenagt .... ;-)

Gruß F

Name: Tyrolens antwortet um 14-02-2009 11:40 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Servus Walter,

Naja, so wenig Milch produziert Neuseeland nicht, sind immerhin 14,7 Mrd. l Milch. Was aber völlig irrelavant ist, weil das wichtige ist, dass Neuseeland sehr viel Milch exportiert und wenn die Milchpreise in der EU steigen würden, was glaubst, was da los wäre? In Bulgarien ist's zB so, dass der MIlchpreis auf 15 ct gefallen ist, weil die Molkereien um dieses Geld auch MIlchpulver kaufen können, was ihnen eh lieber ist. Soll heißen, wir sitzen, ohne Abschottung und solange der Transport so billig ist, sowieso alle im gleichen Boot.
Insofern kann eigentlich überhaupt nur eine globale Milchlösung zielführend sein, was wiederum ein Ding der Unmöglichkeit sein dürfte.
Für'n regionalen Markt, Frischmilch usw., kannst höchstens die Kontingentierung ordentlich senken. Aber halt auch nur so stark, dass die Preise nicht zu sehr steigen. Sonst wird's ja wieder für die Nachbarn interessant, zu exportieren. Frischmich aus Tschechien nach Tirol zu bringen, wär ja kein Problem...
Letztlich, und auch das funktioniert nur zum Teil, seh ich noch immer großes Potential in der Vermarktung von Milchprodukten. Man sieht das sehr schön an der Tirol Milch... Seit Latella gibt's nix neues. Und wenn ich mir die Berchtesgadener Milch ansehe, eine Molkerei die von ihrer größe und Struktur sehr der Tirol Milch ähnelt, dann weiß ich sehr rasch, wer seine Hausaufgaben gemacht hat und wer nicht.

Gruß,

Thomas

Name: Tyrolens antwortet um 14-02-2009 11:47 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ah ja, also wegen der Weidehaltung. Weidetetanie kann da schon zum Problem werden, ebenso kann ich mir ein gehäuftes auftreten von Gebärparese vorstellen. Man sollte auf eine gute Versorungung mit Ca und Mg (60/20 bis 70/10) acht geben.




Name: explicit antwortet um 14-02-2009 12:50 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Man sollte dazu übergehen den Milchpreis in längeren Zeiträumen zu betrachten. Die Bauern die jetzt in Norddeutschland um die 20cent netto haben hatten dafür vor einem Jahr Auszahlungspreise von über 50cent/l. Macht also übers Jahr gesehen einen ganz ordentlichen Schnitt. Wir werden bei einer schwindenden Bedeutung der Quote ähnlich wie in der Schweinehaltung Phasen haben, in denen eine kostendeckende Produktion gar nicht oder nur für die Besten möglich sein wird. Da entscheidet dann das Durchhaltevermögen der Betriebe. Deshalb sehe ich für gut aufgestellte Familienbetriebe gute Chancen am Markt zu bestehen, Betriebe mit Tausenden von Kühen werden in Westeuropa weiterhin eine Ausnahme bleiben. Entscheidend ist allerdings, dass die Familienbetriebe ihre Kosten so gering wie möglich halten und ihre Produktionstechnik optimieren. Hausrucklers Familie hat sich entschieden, die Kosten dadurch niedrig zu halten, indem einfach nichts mehr investiert wird und dadurch sehr geringe Fixkosten anfallen. Für besonders zukunftsfähig halte ich dieses Konzept allerdings nicht, es sollte in meinen augen nur zur Anwendung kommen wenn kein Nachfolger in Sicht ist und die Zeit bis zur Rente überbrückt werden muss.
Denn irgendwann ist der 100 jahre alte Stall nun mal fertig und der 30 Jahre alte Traktor zickt auch immer mehr rum. Es geht nicht darum, dass jeder einen komplett fremdfinanzierten 250er Stall auf die grüne Wiese stellen soll, das ist in der Tat eine (zu) heiße Geschichte momentan aber in meiner Gegend zeigt sich eindeutig, dass diejenigen, die in den letzten 25 Jahren den Schritt zum Laufstall verpennt haben jetzt vom Investitionsstau erdrückt werden und meistens keine andere Wahl bleibt, als den Betrieb auslaufen zu lassen. Die Betriebe allerdings, die in den letzten Jahrzehnten konsequent in die Entwicklung ihres Betriebs investiert haben, haben letztes Jahr ein Schweinegeld verdient und sind auch so aufgestellt, dass sie die Tiefpreisphase überstehen werden.

Name: halodrio antwortet um 14-02-2009 13:52 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ja explicit da wirst du schon recht haben mit deiner Einstellung aber bei den meisten Betrieben die sich Vergrößert haben läuft es so das sie in gewissen abständen einen Bauplatz verkaufen und dann wieder anderen Grund ZUPACHTEN . Ob das für die Zukunft sinvoller ist bezweifle ich.
Denn wenn das Größer werden soviel einbrigen würde dann bräuchten sie nicht den Grund verkaufen
Ausnahmen gibt es immer.
Mfg

Name: Halodri antwortet um 14-02-2009 13:54 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ explicit
Der Schweinezyklus lässt grüßen.
Am Tiefpunkt kann sich der Zyklus ganz schön auf den Magen schlagen, keiner weiß ab wann sich der Markt wieder zum Besseren dreht.
Beim Schweinezyklus handelt es sich um einen reinen Verdrängungswettbewerb wo politische Rahmenbedingungen, Know how, Produktionskosten, Vermarktungsgeschick und das nötige Glück den Ausschlag geben wer weiter am Markt produzieren darf und will.

Name: Tyrolens antwortet um 14-02-2009 14:58 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Halodrio, du weißt ja eh, wie es bei uns heißt: So lange es Baugrund gibt, wird's bei uns auch große MIlchviehbetriebe geben. :D
Bei uns gibt's Bauern, nach denen wurden schon ganze Siedlungen benannt. ;)

Name: Christoph38 antwortet um 14-02-2009 15:08 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Ja da habt ihr recht, in Tirol ist vielerorts leicht Milchbauer spielen, wenn man gemütlich in einer Eigenkapitalhängematte von ein paar Millionen € Grundwerten liegen kann.

Wo die 15 Kühe eine Art Beschäftigungstherapie sind, dass dem Bauer nicht fad wird.

Name: halodrio antwortet um 14-02-2009 15:56 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@Christoph 38 So ist es halt einmal wer hat der kann. Aber soche gebiete gibt es auch in anderen Regionen. Wir zum Glück sind nicht in so einem Gebie da kommt man schon gar nicht in Versuchung so groß zu tun weil die Grüne Bank keinen Billigen Grund braucht:-)))
Mfg

Name: Tyrolens antwortet um 14-02-2009 16:02 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Nein, 15 Kühe gehen nicht, weil man muss schon mindestens einen 714er Vario oder sowas am Hof stehen haben. Darum werden gerne um 600 oder 700 Euro ein paar ha Feld dazugepachtet, damit der Vario auch was zu arbeiten hat. 30 bis 50 Milchkühe plus Nachzucht haben solche Betriebe und 25 bis 30 ha, Pachtqoute 40 bis 80%.

Gruß,

Thomas

Name: explicit antwortet um 14-02-2009 16:57 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Pachtfläche ist ja nicht per se schlecht, meistens ist pachten ja auch wirtschaftlicher als kaufen. Was Tyrolens anspricht ist wieder das nächste Problem, dass viele Betriebsleiter zu emotional an Maschinenkäufe rangehen, ein 30ha Betrieb mit einem 714er ist natürlich betriebswirtschaftlicher Wahnsinn, so eine Maschine muss ~1000h im Jahr machen, dass sie den Preisabstand zu günstigeren Traktoren durch Spritverbrauch usw. wieder einbringt. Die Geschichte mit den verkauften Baugründen usw. glaube ich langsam auch, 15 Kühe zu halten ist ja eher als Hobby zu bezeichnen, wie will man davon ernsthaft eine Familie ernähren, da hat der gesamte Betrieb ja gerade um die 50000€ Umsatz wo noch die Kosten abgehen?

Name: Tyrolens antwortet um 14-02-2009 17:56 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Das ist eine Frage, die ich schon oft gestellt hab, aber noch nie eine Antwort drauf bekommen haben. Wieviel Kühle muss man haben, wieviel Milch produzieren, dass man bei einem realistischen MIlchpreis (dürfte wohl im Bereich von 25 bis 30 ct liegen) ein Auskommen findet? Derzeit? Oder, umgekehrt gefragt, wenn ich als Ein-Mann-Betrieb in meiner Region sagen wir 60 Kühe melke, wie viel muss dann die Milch kosten, damit ich davon leben kann. Unsere Kämmerer sagen ja, dass es mindestens 40 ct sein müssten...
Es ist ja nicht nur der Maschinenkauf das Problem. Das trifft ja mich nicht, aber wenn der gute Mann dann 25% mehr Pacht zahlt, weil er nicht rechnen kann oder will, dann trifft das alle in seiner Umgebung.

Name: Else antwortet um 14-02-2009 20:45 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ sthuber

Von dir hätte ich so einen klassenkämpferischen Schwachsinn nicht erwartet, ehrlich!

Ich muss mich immer zurückhalten, wenn ich von den ach so armen Bauern auf ihren stattlichen Höfen das Argument von den gut verdienenden Leuten mit 38,5h Woche, 5 oder 6 Wochen bezahlter Urlaub, 14 oder noch mehr Monatsgehälter und der ganzen sozialen Absicherung wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe (inkl. kostenloser Sozialversicherung), Heizkostenzuschuss, Wohnbeihilfe etc. etc. höre, die ja, wenn's ihnen mal finanziell schlecht geht und die Miete nicht mehr bezahlen können, delogiert werden und nur das allernötigste behalten können. Die locker von der Notstandshilfe leben können, weil eine Notschlafstelle kost fast nix. Und mit einer solchenen „Wohnadresse“ können sie sich dann erfolgreich bei jeder Leasingfirma bewerben, wo sie mit offenen Händen erwartet werden, weil es ja kaum Arbeitssuchende gibt, überhaupt solche, die über 35 Jahre alt sind.

Wenn ihm dann eine Notschlafstelle nicht komfortabel genug ist, geht er zum sozialen Wohnbau-Anbieter, und der drückt ihm sofort den Schlüssel für eine geräumige Wohnung in guter Lage in die Hand.

Wenn er nicht gleich von einer Leasingfirma aufgenommen wird, kann er sich bei der nächsten und übernächsten bewerben. Der hat ja Zeit dazu und Spaß machts auch. Schließlich lernt man das richtige Arbeitsuchen in Kursen beim AMS. Zwischen den Bewerbungen geht der Suchende ins Gasthaus, oft gleich mit der ganzen Familie, und lässt es sich gut gehen – auf Kosten der Bauern und sonstigen Fleißigen und Tüchtigen. Dann prahlt der noch mit seinem Status "Arbeitsloser". Ja, er ist stolz darauf, nicht arbeiten zu müssen.

Aber er träumt auch noch von ein paar Quadratmetern, wo er Gemüse anbauen kann, weils halt in der Notschlafstelle nicht erlaubt ist, etwas anzupflanzen; und ein Schwein oder Federvieh zum späteren Verzehr lässt sich in einem Karton auch schlecht halten.

Er träumt dann von den glücklichen Bauern, bei denen eine einzige Kuh mind. 40 Liter Milch gibt, und die ohne Armutsgefährdung von ihrem Hof und Grund samt Vieh leben können, weil essen müssen die Menschen immer.
Dann hat er einen Neid auf die Bauern, weil die auch bei weniger Einkommen immer noch ihr eigenes Dach über dem Textilhaupt haben.


@ gstettnbauer,

der schreibt: „einen job wechseln manche wie ihre unterhosen.
und wenns nicht passt holen wir uns ein paar monate die arbeitslose, liegen ein bisschen herum, bewerben uns wieder, ach schade passt wieder mal nicht......“

Ja, die kriegen Ausgleichszahlungen fürs nix tun. Vielleicht würde eine Export-Förderung das Problem der Faulenzer lösen? Solltest einen Vorschlag nach Brüssel schicken.

lei lei



Name: DJ111 antwortet um 15-02-2009 07:49 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
Es ist doch immer dasselbe:

Das was man nicht hat, ist das Bessere, Erstrebenswertere, das was man selbst hat wird oft nicht geschätzt. Interessant erscheint immer das was man nicht hat. Denn alles was man schon hat, ist ja Standard, normal.

Wie sagt ein anderes kluges Sprichwort: Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen!
Denk mal drüber nach. Denn sobald ein Wunsch in Erfüllung geht, hat man ja keinen Wunsch mehr und damit ist die Erfüllung auch nichts mehr wert bzw. erstrebenswert.

Schönen Sonntag DJ

Name: Else antwortet um 15-02-2009 13:49 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
DJ,

Du hast auf meinen Beitrag geantwortet. Aber Du meinst doch vor allem den sthuber und seine Gesinnungsgenossen, oder nicht?

Oder ist nicht angekommen, was ich geschrieben habe mit den leicht abgewandelten Worten des sthuber und aus der Sicht der von sthuber "Beschuldigten"?

Deine Auffoderung "Denk mal drüber nach" solltest Du schon eindeutig zuordnen. Oder Du richtest sie alle.
Am besten aber, Du liest einfach den Beitrag, auf den ich geantwortet habe. Ist eh Sonntag, da hast vielleicht Zeit dazu.

Guten Tag
Else

Name: DJ111 antwortet um 16-02-2009 07:57 auf diesen Beitrag
Der Rosskopf tut die Kühe weg
@ else:
Nachdenken sollten alle und damit hab ich eigentlich nicht speziell dich gemeint, sondern vor allem andere Schreiber hier, bevor man einander verurteilt.
Keine Angst, ich hab genau verstanden, was du mit deinen Zeilen meinst, ich kann ja auch manchmal etwas zynisch oder sarkastisch sein ;-)

Ich tu jetzt was, was eigentlich nicht mein Stil ist: ich kopiere einen anderen Eintrag hierher, weil ich da ungefähr zusammengefasst, was mir eigentlich ein Anliegen ist. Darauf hab ich von der Kohelet eh keine Antwort bekommen, vielleicht kannst du das ja beantworten:

@ Kohelet:
So unwissend wie du glaubst, bin ich vielleicht doch nicht ... aber darum gehts eigentlich nicht, von mir aus kannst du auch gerne schlauer sein.
Die Agrargelder machen samt Verwaltung den größten Teil des EU-Budgets aus, aber es ist auch ziemlich die einzige Sparte der öffentlichen Mittel, die EU-weit geregelt ist. Wenn man alle öffentlichen Gelder der Mitgliedsländer zusammennimmt ist der Anteil der LW grade nur so um die 2 % was ich jetzt im Kopf hab, das ist eigentlich noch weniger als der %-satz der Erwerbstätigen in der LW!!!!
Nachdem bei der ganzen Geschichte um die Betriebsprämien und die umgeschichteten Tierprämien jede Menge Ungerechtigkeiten herrschen, hätte ich eigentlich auch nix dagegen, wenn diese komplett abgeschafft würden. Dann würden wenigstens die Pachtpreise auch wieder ein bissl sinken.
Bei den Umweltprogrammen ist das dann doch was anderes, weil man da an Bewirtschaftungsauflagen gebunden wird, die meist auch mit Mindererträgen verbunden sind und diese sollen damit gerecht abgegolten werden.
FRAGE: Ist es sinnvoll NUR über die öffentlichen Agrargelder zu diskutieren oder gehört dann nicht uber die Verwendung ALLER öffentlichen Mittel diskutiert und deren Zweckmäßigkeit hinterfragt?
Ist es gerecht, dass Arbeitslosengeld bezahlt wird und derjenige dafür gar nix tun muss, nur weil eine Arbeit vielleicht nicht genau entspricht?
Ist es gerecht, Milliardenbeträge an Wirtschaftsförderung in Gewerbebetriebe zu stecken?
Wird damit nicht indirekt ein Arbeitsplatz gefördert?
Ist es sinnvoll um Milliardenbeträge Autobahnen zu subventionieren und damit auch den ganzen Verkehr?
Ist es sozial gerecht, das Gesundheitssystem so massiv zu fördern, obwohl es auf anderer Seite massiv ausgenützt wird?
Ist es schlau, egal ob in A oder D oder sonst ein Land, so umfangreiche Gesetze zu verabschieden, dass zu deren Umsetzung eine ganze Armee von Verwaltungsangestellten notwendig ist, die ausser Geldverteilen nichts wirklich sinnvolles für die Gesellschaft machten?
All das schreit letztendes ja nach einer kompletten Umstrukturierung unserer Staatssysteme, wo sich aber keine Regierung je drüber traut - ich hab den guten Glauben jedenfalls schon ziemlich aufgegeben.
Offizielle Arbeit und Dienstleistung muss wieder mehr geschätzt werden und ausserdem für den Auftraggeber leistbar sein. Wo liegt denn die Relation, wenn ein 8 - Stunden Auftrag in einer Fachwerkstätte teilweise über 600 € kostet, mancher Arbeiter netto vielleicht gar nicht viel mehr verdient (im Monat) und ich als LW den Ertrag von 2 ha Mais verkaufen muss dafür?

Du kannst gerne NUR über die Förderungen - oder wie immer du es auch nennen willst - der LW diskutieren.
Wenn ich so dreist sein darf und unseren völlig verkehrt laufenden und aufgeblähten Verwaltungsapparat mit einem 30 Jahre altem, 100 x zusammengeflickten Auto vergleichen darf, dann wäre das ungefähr gleich wie wenn du dort eine verrostete Radmutter gegen eine neue verchromte austauschen würdest.
Besser wäre das ganze zu verschrotten - eh grad modern - und ein neues kleines, effizientes Mobil zu bauen....
Aber es gibt halt viel mehr einflussreiche kurzsichtige Schrauber, als einflussreiche, weitblickende Visonäre!!!

Gruß DJ

PS: was machst denn du beruflich, wenn man das fragen darf?

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