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Fastenzeit

  Antworten: 81

Name: Bergdoktor1 06-02-2008 15:06 nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
Grüß euch zusammen

Heute beginnt also die 40 tägige Fastenzeit. Ich kann mal wieder nicht anders, als kritisch zu hinterfragen was es damit auf sich hat. Der Ursprung ist in der Bibel zu finden:
(Mt 4,11 und Lk 4,1): "Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde."
Der Teufel wollte eigentlich gar nichts Böses, sondern dem Gottessohn einfach nur den Glauben an Gott abschwatzen und ihm dafür die Weltherrschaft anbieten. Im Grunde tat Jesus auch nichts anderes- er redete halt den Juden ihren Glauben aus.
Natürlich wehrte sich Jesus mit ein paar ergreifenden Zitaten tapfer gegen das Angebot von Geld und Macht. Als ihn der Teufel bat, zum Beweis seiner Macht aus Steinen Brot zu machen, entgegnete ihm Jesus "mutig" (Mt 4,4): "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht." Es folgten noch drei weitere Weisheiten dieses Kalibers.
Diesen kurzen Dialog zwischen Jesus und seinem Erzfeind nennt die Kirche bedeutsam die "große Versuchung". Der Katechismus begründet damit die 40 tägige Fastenzeit, mit der sich "die Kirche jedes Jahr mit dem Mysterium Jesu in der Wüste" vereint. Ich frag mich jetzt aber schon worin eigentlich die große Versuchung liegen soll, wenn einem Mann, der sowieso bald König der ganzen Welt sein wird – Jesus selber verkündete das ja laufend -, die Weltherrschaft angeboten wird?
Dabei wollte der Teufel lediglich mit drei einfachen Beweisen von Jesus wissen, ob er wirklich Gottes Sohn sei. Das ist doch wahrlich nicht zu viel verlangt. Wir würden Jesus wahrscheinlich auch darum bitten, wenn er sich uns als Gottessohn vorstellen würde.
Ich gehe einmal fest davon aus, dass das eine frei erfundene Geschichte ist- eine Art Gebrauchsanweisung für Missionare und Religionslehrer
Sie soll zeigen, wie man den kritischen Fragen der Gläubigen und den Versuchungen der Welt mit weisen Sprüchen Paroli bieten kann. Was mich dabei wundert- warum lassen sich so viele intelligente und mündige Leute von solchen Märchengeschichten beeinflussen?

Etwas gutes hat die Sache aber doch für die die sich daran halten- In der Wohlstandsgesellschaft in der wir leben, tut eine kulinarische Enthaltsamkeit sowohl psychisch als auch physisch sicher gut. Von der Seite gesehen ist die Fastenzeit also nichts schlechtes. Nur brauch ich dazu keine Sagen. Ich selber steck mit dem Essen zurück, wenn mir der Körper das Signal dazu gibt. Auf diese religiösen Märchengeschichten kann ich da gerne verzichten.

M.f.G. der Bergdoktor



Name: kraftwerk81 antwortet um 06-02-2008 15:33 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Interessant wie sich die Themen hier im Forum entwickeln. Letzte Wo. noch ausländerfeindlich und heftig und diese Wo. ist der Glaube das Grösste.
Name: Gourmet antwortet um 06-02-2008 16:26 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
@Bergdoktor

Der Frage, warum so viele intelligente und mündige Leute auf solche Geschichten hereinfallen, wäre es wert, näher zu erforschen.
Meine Überlegungen:

1.Häufig wird Schulbildung mit Intelligenz verwechselt. Ein Akademiker ist nicht intelligenter, er hat nur eine längere Ausbildung hinter sich. Als gescheite Leute werden jene angesehen, die viel Wissen im Kopf haben. Also ein lebendes Lexikon. Menschen die religiöse Dogmen hinterfragen, werden eher nicht in diese Kategorie der 'gescheiten Leute' eingeordnet. Sondern woanders.

2.Die Kirchen bilden auch eine Gemeinschaft, wo man dazugehören kann. Jeden Sonntag in der Kirche treffen und auch sonst noch bei kirchlichen Ereignissen ist nicht viel anders als in jedem anderen Verein. Das ist es wahrscheinlich egal, ob im Evangelium nur wirres Zeug steht, das keinen Sinn ergibt. Früher, als in den Kirchen noch Latein gesprochen wurde, das das einfache Volk eh nicht verstanden hat, war dieser Punkt noch viel offensichtlicher. Umsonst wird die katholische Kirche nicht so stark dagegen gewesen sein, als Luther die Bibel übersetzt und damit nebenbei noch die Grundlage für eine gemeinsame deutsche Sprache gelegt hat.

3.Irgendwann kommt vermutlich der Punkt, wo viele die Irrtümer der eigenen Vergangenheit nicht mehr korrigieren wollen, weil es zu unbequem wäre. Sie wissen zwar, dass vieles gelogen ist, halten aber den Schein aufrecht, weil sie selber häufig davon profitieren. Und vor allem, sich nicht selber blamieren wollen.

4.Und die Argumente der Kirchen um auf solche Fragen von Zweiflern zu reagieren, sind natürlich sehr ausgereift. Wenn viele Menschen viele Jahrhunderte lang alleine daran arbeiten, Argumente zur Verteidigung des Glaubens zu finden, da kommt schon was zusammen. Gerade deshalb sind Leute wie Du und ich, die sich mit diesen Argumenten nicht abfinden und nicht glauben wollen, ja so unbeliebt und wurden in früheren Jahrhunderten ausgemerzt.
Name: sturmi antwortet um 06-02-2008 17:25 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
@doc und gourmet
Na ihr beiden, verletzt ihr nicht ein bisserl die religiösen Gefühle?!
MfG Sturmi
Name: Bergdoktor1 antwortet um 06-02-2008 18:13 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
Hallo sturmi,

Gegenfrage: Wie siehts mit den nicht- religiösen Gefühlen aus? Oder glaubst du dass nicht religiöse Menschen keine Gefühle haben?
Ich kann dir sagen: Meine nicht religiösen Gefühle werden manchmal mit den Füßen getreten, ohne dass die Tretenden in ihrer religiösen Überzeugung auch nur einen Funken daran denken sie könnten jemanden verletzten.

Außerdem- wenn ich mir Gedanken darüber mache, wo diese Fastenzeit ihren Ursprung hat , meine Sicht der Dinge aufzeige und ein paar Bibelverse zitiere, verletzte ich religiöse Gefühle?

Bitte erklär mir, wo genau ich religiöse Gefühle verletzte?

@ gourmet

Die Punkte die du anführst sind sehr einleuchtend.

M.f.G. der Bergdoktor
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 06-02-2008 18:21 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
@doc
Ein Klassiker… der Teufel steht für den Nicht-Gläubigen, und als solcher braucht er immer Beweise für die Existenz Gottes.

Warum schickt Gott seinen Sohn als kleines Kind auf unsere Welt, das Schwächste allen menschlichen Daseins und vollkommen auf die Liebe anderer Menschen angewiesen, wenn er auch anders gekonnt hätte? --- Vielleicht damit wir Menschen lieben lernen?

Warum sich mündige und intelligente Menschen auf „solche“ Geschichten beeinflussen lassen?... Vielleicht weil sie glauben? … Wäre das so absurd für Dich?
Es gibt neben der Verstandes-Intelligenz und der Emotionalen Intelligenz auch eine Spirituelle Intelligenz.
Gerade ein großer Denker wie Einstein gestand irgendwann ein, dass alle Wahrscheinlichkeitsrechnung nie jene „Zufälle“ ermöglicht hätten, die zu einem Ergebnis wie unserem Universum und letztlich uns Menschen geführt hätten.
(Und ich bin keine Anhängerin der Kreationisten.)

@Gourmet
Menschen treffen sich – im Idealfall – in den Kirchen, um für ihr Leben und vieles andere zu danken, das sie nicht selber erwirkt haben. Zu bitten – vielleicht um Vergebung für etwas, das ihnen niemand sonst vergeben kann.
Oder einfach um ihrem spirituellen Ursprung, ob sie es Gott nennen oder nicht, eine Stunde in der Woche zu widmen, weil sie wissen, dass nichts im Leben selbstverständlich ist. – So ist das z.B. bei mir.

Beim Glauben gibt es keine Argumentation.
Gourmet und doc und viele andere, Ihr seid sicher nicht unbeliebt, weil Ihr Euch mit Fragen des Glaubens kritisch befasst (es gibt keine Märtyrer des Nicht-Glaubens, heute nicht mehr – sorry…) Im Gegenteil, es braucht ein kritisches Hinterfragen, vor allem das Konstrukt "Kirche" gehört hinterfragt, denn es ist von Menschen erdacht, und somit voll mit Fehlern und Unzulänglichkeiten, die Teil unseres Menschseins sind.
Es scheint Euch auch nicht egal zu sein, was es mit dem Mysterium „Glauben“ auf sich hat. Wenn ich mir anschaue, wie Du, doc, Dich auskennst – Respekt!

Genauso wie es Toleranz im Glauben gibt, soll es sie auch im Nicht-Glauben geben.

Lieben Gruß, tb.
Name: Pinz antwortet um 06-02-2008 19:25 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
Hallo
kann doc u.gourmet nur beipflichten-mich würde es auch brennend interessieren ob studiert in der kirche tätiges "führungspersonal" im innersten das wirklicht glaubt was sie verkünden.
Ich denke es wird bestimmt berufene geben,aber auch welche die das aus ganz anderen gründen machen.
Mit fasten halte ich mich eigentlich nur ans nicht fleisch essen an den bestimmten tagen,aber eher aus der tratition heraus und nicht aus religiöser einsicht.
Gruss pinz-hoffe nicht jemanden gekränkt zuhaben muss man ja wirklich aufpassen.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 06-02-2008 19:36 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Uff... ich dachte schon mein Beitrag war jetzt zu steil, und ich hab die Diskussion abgedreht.

Ich nütze die Fastenzeit auch, um in einigen Bereichen leiser zu treten.
Es ist doch gut, dass es die Fastenzeit gibt, egal welchen Ursprungs sie ist, eine gute Gelegenheit zum innerlichen "Ausmisten"... Es passt doch auch jahreszeitlich gut, um den Winterspeck loszuwerden und Platz für den Frühling zu machen.

@pinz
Die Leute in der Kirche sind auch nur Menschen und somit fehlbar. In anderen Religionen ist das nicht anders.
lg, tb.
Name: Gourmet antwortet um 06-02-2008 19:50 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
@sturmi

Sollte sich jemand gekränkt fühlen, sollte er doch mal prüfen, ob seine Kränkungsschwelle nicht etwas zu niedrig ist. Man wird doch wohl noch sagen dürfen, was man denkt. Dieses Recht wurde von unserer Vorfahren unter vielen Opfern erkämpft.


@teilchenbeschleunigerin

Wenn man die Kirche hinterfragt, und noch etwas weiter geht, kommt man automatisch dazu, auch Gott zu hinterfragen und die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass auch er eine Erfindung der Menschen ist. So wie die Kirchen.
Die Tatsache, dass wir Menschen noch nicht alles verstehen, ist kein Hinweis darauf, dass es Gott gäbe. Es gibt halt viele Menschen, die sich nicht vorstellen können, dass etwas ohne göttliches Zutun entstanden ist und auch welche, die solche Denkweisen ausnützen um die Anhänger dieser Einstellung an sich zu binden.
Eine Frage: Welche Sachen wären das, die Deiner Meinung nach im Leben nicht selbstverständlich sind und wofür man einer übernatürlichen Gottheit danken müsste? Ich meine, dass sie nur glauben, dass manches nicht selbstverständlich ist, wissen tun sie es nicht, weil das würde Beweise voraussetzen und die gibt es nach meiner Erfahrung hier nicht.

Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Glauben anderer Menschen, solange sie mich nicht einschränken und an der Ausübung meiner Arbeit hindern. Leider sind die Anhänger von Religionen nicht so tolerant, die gehen meistens mit ziemlich brutalen Mitteln gegen Andersdenkende vor. Dabei meinen sie es oft gar nicht so sondern sind einfach von dem Gedanken besessen, dass sie etwas Gutes tun, wenn sie andere bekehren oder gar töten. Und wenn sie selber dabei draufgehen, erwartet sie im Jenseits eine große Belohnung. Womit wir wieder bei der Gefährlichkeit von Religionen sind und meiner Ansicht, dass Organisationen, die den Menschen solche Versprechen in den Kopf setzen, eigentlich weltweit geächtet und verboten gehören.
Name: Gourmet antwortet um 06-02-2008 19:59 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
@teilchenbeschleunigerin

Nein, diese Diskussion kannst Du nicht abdrehen. Schreib ruhig, was Du meinst, ich nehme an, Du wirst auch die Antworten vertragen.

Das Problem sind ja nicht die Leute in der Kirche, sondern die Organisationen denen sie dienen.
Da spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich musste selber auf Druck meiner Eltern mit 16 bis 20 Jahren mehrmals auf mehrtägige Exerzitien fahren und ich kenne Leute, die so etwas heute noch machen. Und auch angehalten sind, ihre Kinder mitzubringen. Die Veranstaltungen, bei denen ich war, das waren so richtige Hardliner-Seminare. Hassprediger in Moscheen werden vermutlich nicht viel anders vorgehen. Und das Schlimme: Damals habe ich selber geglaubt, was da erzählt worden ist.
Mit meiner heutigen Einstellung wäre ich wahrscheinlich nach einigen Stunden hinausgeworfen worden, weil Fragen stellen war da nicht erlaubt.
Name: helmar antwortet um 06-02-2008 20:05 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Hallo Teilchen!
Such mal hier den Thread "Wohin der Glaube führen kann...." war im Herbst hier drinnen, möcht mich nicht andauernd wiederholen....
Mfg, helmar
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 06-02-2008 20:57 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
@helmar
Danke für den Tipp, ich habe die Diskussion überflogen – da habt Ihr Euch schon ordentlich daran abgearbeitet. Ich will sie mir noch genauer anschauen, es ist hochinteressant, wie viel Wissen dazu hier im Forum ist!

@Gourmet
Was nicht selbstverständlich ist: dass ich morgens aufwache und abends unversehrt heimkomme. Viele Menschen haben das gedacht, als sie morgens das Haus verlassen haben, und sie sind abends nicht mehr heimgekehrt. Konnten sie das selber beeinflussen?

Dass ich als gesunder Mensch zur Welt gekommen bin. Dass ich in einer freien Gesellschaft lebe. Dass ich von Naturkatastrophen verschont bin. Dass ich intelligent bin. Dass ich denken und fühlen kann. Dass ich mich frei entscheiden kann. Und und und. Findest Du das alles selbstverständlich?
Viele Menschen können das, und vieles mehr, nicht von sich sagen. Und sie können nichts dafür.

Über die Fehlbarkeit von Religionsfanatikern brauchen wir gar nicht zu reden.
Das Angenehme sehen wir gern mit Verständnis und Wohlwollen, aber das Unangenehme, Hässliche, Böse, das mit Toleranz und Verständnis sehen, von Liebe will ich Dir gar nicht reden, das ist eine Herausforderung… vielleicht ist es das, was wir lernen sollen?

Glauben zu leben ist manchmal auch nicht leicht. Einen pöbelnden Sandler, der mich anstänkert, weil ich ihm kein Geld gebe, in Liebe und Verständnis zu sehen, das ist ein Auftrag, mit dem ich mir oft sehr schwer tue. Allerdings ist er auch ein Geschöpf höchsten Ursprungs, und er ist vielleicht deshalb auf der Erde, um mir vor Augen zu führen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es mir gut geht.

In der letzten Diskussion, die helmar erwähnt hat, ist oft die Frage gefallen: Wie schaut Gott aus?
Ich habe gelernt, dass Gott ein Prinzip, ein Denkschema ist, das in mir ist. Die Verkörperlichung Gottes als „Vater“ ist ein Denkfehler, der uns sehr in die Irre führt.
Das Gottesprinzip ist keine strafende oder belohnende Instanz, die unser Schicksal festgelegt hat. Es ist uns freigestellt, wie wir unser Leben leben wollen. Bestrafen tun wir uns selber, wenn wir Fehler machen. Indem wir uns dann nichts gönnen, oder das schlechte Gewissen plagt uns - wenn wir noch eins haben.

Ich bin in meiner Kindheit und Jugend auch mit einem sehr irreführenden Gottesbegriff mit allen Einschränkungen meiner persönlichen Freiheit konfrontiert worden. Strafender Gott, der mich beobachtet, der meine Sünden sieht. Ich habe dann der Kirche jahrelang den Rücken gekehrt, bis ich das Glück hatte, einem Menschen zu begegnen, der mich an der Hand genommen hat und mich mit Gott versöhnt hat.
Ich kann heute sagen, dass sich mein Leben um 180 Grad gewandelt hat, dass ich glücklicher und zufriedener mit mir selber bin. Auch das wurde in der letzten Diskussion mehrmals festgestellt.
Ohne dass ich jetzt meinen Verstand an der Garderobe abgeben müsste, er ist mir ja auch gegeben, damit ich ihn gebrauche.
Täte ich es nicht, würde ich ja die Größe der Schöpfung verleugnen - in aller Demut gesprochen :-)
Name: rossz antwortet um 06-02-2008 21:02 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
@Bergdoc

Es gibt Märchen in jeden Glauben.
Zum Beispiel bei den Mohammedanern,denen hat man gelehrt kein Schweinefleisch zu essen,
keinen Alkohol zu trinken.Da die meisten in klimatisch warmen Gebieten leben,ist dort Schweinefleisch nicht so haltbar wie im vergleich Rindfleisch oder Schaffleisch.
Auch verträgt man den Alkohol,zumindest nicht für den Durst so gut wie bei uns.
Man bedenke auch das viele Ostasiaten bis heute nicht lesen und schreiben können,da kann man ihnen schon irgend etwas erzählen.
Bei uns haben vor der Schulpflicht ( Maria Theresa) auch nur wenige lesen und schreiben gekonnt,also waren sie auch angewiesen was man ihnen erzählt hat.
So war es auch gut nach Weihnachten und nach dem Fasching eine Pause für Essen und Trinken einzulegen,den dann konnte sich der Körper von all den in den vergangenen Monaten verzerrten Keksen,fetten Schweinefleisch und Graukäsekrapfen erholen.

mfg
Rossz


Name: Gourmet antwortet um 06-02-2008 21:37 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@teilchenbeschleunigerin

Da hat Du schon recht, es ist nicht selbstverständlich, abends wieder gesund heim zu kommen, aber es ist der Normalzustand. Ich verstehe aber nicht wieso ich dafür jemandem danken soll, der gar nicht existiert und auch keinen Anteil an meinem Gesund-Heimkommen haben kann.

Deine Intelligenz, dass Du Denken und Fühlen kannst ist Ergebnis der Evolution. Das ist nicht viel Glück oder Zufall im Spiel sondern ein Prinzip das Fehlentwicklungen aussondert und auf dem erreichten Standard weiter aufbaut. Und dass wir in einem freien Land leben, wo jeder sagen darf, was er meint, ist unseren Vorfahren zu verdanken. Dass Du dafür Gott danken willst, verwirrt mich ein wenig. Die Kirchen haben im Namen Gottes jede Meinungsfreiheit 800 Jahre lang erfolgreich verhindert. Wenn da jemandem zu Danken ist, dann vor allem jenen, die sich unter Einsatz des eigenen Lebens, gegen die Kirchen gestellt und diese Freiheit erkämpft haben.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 06-02-2008 23:58 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Hallo Gourmet,
Du empfindest es als Normalzustand, ich nicht. Wer schreibt uns vor, was wir als normal empfinden müssen?
Ich danke, weil ich einen Grund dazu habe. Und Du dankst nicht, weil Du keinen Grund hast zu danken. Das ist in Ordnung so.

Es muss nicht immer Gott sein, dem ich zu danken habe. Es können auch die Vorfahren sein, die für unsere Rechte gekämpft haben. Da bin ich ganz bei Dir. Die Dankbarkeit verlangt nicht immer nach einem Adressaten, sondern die Dankbarkeit ist ein Seinszustand.
So einfach ist das.

Ich wünsch Dir jetzt eine gute Nacht, Gourmet!
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 00:14 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
@teilchenbeschleunigerin

Ja, da ist schon was dran. Ich freue mich auch über jeden schönen Tag, man könnte es auch dankbar-sein nennen. Obwohl ich in diesem Fall keinen Adressaten habe.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 07-02-2008 00:31 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
@Gourmet
wie schön!
Lach mich aus wenn ich kitschig bin, aber ich mag diesen Song hier - er verschafft mir immer ein fröhliches Grinsen :-)
http://www.youtube.com/watch?v=2A2Jt4WOxN8
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 02:07 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@teilchenbeschleunigerin

Habe ich hier schon jemanden ausgelacht oder für kitschig gehalten? Das ist nicht meine Art. Ausserdem nehme ich die Meinung anderer so ernst, dass diese Reaktionen nicht in Frage kommen.

Ich muss schon sagen, Du findest wirklich schöne Sachen. Wirklich gut. Wirkt auf jeden Fall beruhigend. Das habe ich gerade noch gebraucht, bevor ich jetzt den PC abschalte.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 07-02-2008 07:54 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Guten Morgen alle zusammen!

Gourmet, never ever! Und selbst wenn Du es tätest, was Dir ja frei steht, ich würde es aushalten.
Freut mich dass der Song Dir gefallen hat!

Schönen Tag an alle - tb.
Name: ALADIN antwortet um 07-02-2008 07:54 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Hallo Bergdoktor!
Ich bin meistens deiner Meinung, dass du aber diese Geschichte für so bedeutend hältst, um sie hier zu erwähnen, wundert mich aber doch.
Die Bibel, besonders das AT und wie du schon öfter hier geschrieben hast auch das NT, ist voll von solchen Märchen, Sagen, Legenden, mit denen man die ......... Menschen versucht hat einzuschüchtern. Die Meisten denke ich haben sich sowieso nicht darum geschert. Sie haben nur so getan.
Z.B: Während die kath. Kirche nach wie vor die Pille und Kondome verbietet interessiert das schon ca. dreißig Jahre fast niemanden mehr. Was tut die Kirche, sie ist bereit in betimmten Ausnahmefällen Kondome zu erlauben. Sehr lustig!
Name: theres antwortet um 07-02-2008 08:54 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
Hallo gourmet,
für mich gibts eine klare Trennung-
Kirche- Gott.
Wie er aussieht weiß ich nicht, aber seine Botschaft verfolge ich seit Jahren- und sie ist für mich die wirkliche, einzige Wahrheit.
Ganz einfach und überhaupt nicht kompliziert: Liebe,
nicht die Liebe, die uns aus dem Fernsehen vorgemacht wird und nicht aus irgendwelchen Schundromanen.
Drum musste Jesus auch ganz schnell weggeräumt werden, denn seine Botschaft hätte das damalige röm.. Imperium aus den Grundfesten gehoben.
Für mich ist Dankbarkeit sehr wichtig, weil es mir immer wieder bewusst macht, dass es nicht alleine aus meiner Tüchtigkeit, aus meiner Intelligenz und aus den Leistungen meiner Vorfahren besteht- sondern auch aus dem Glück, vielen Menschen vieles zu verdanken.
Dankbar auch für diese Schöpfung, die mir manchmal vor Freude den Atem nimmt.
Danbar für meine Arbeit, für die vielen kleinen und grossen Wunder, dafür, dass nichts einfach nur so passiert, nichts selbstverständlich ist.
Gesunde Kinder sind ebenso wenig selbstverständlich, als dass sie ihren Weg für ein gutes Leben finden, eine gute Partnerschaft, auch keine Selbstverständlichkeit und gute Freudinnen und Menschen als Wegbegleiter auf dem Lebensweg sind ebenso wenig eine Selbstverständlichkeit.
In einem Land leben zu dürfen, wo es genug Wasser gibt und Lebensmittel, dass wir nicht hungern müssen, ist ebensowenig selbstverständlich.
Und dass jeden Morgen die Sonne auf und am Abend untergeht- ich sehe es auch nicht als selbstverständlich an.
Dass aus einem Salatsamen ein Salatkopf wird, der in sich die Botschaft hat, dass er blühen und Samen bilden kann- auch keine Selbstverständlichkeit,
dass nach 9 Monaten ein Kalb auf die Welt kommt, gesund ist und vielleicht einmal eine gute Kuh werden wird, auch nicht selbstverständlich,
dass wir aussääen und ernten - nicht selbstverständlich,
so gesehen- es gibt genug Grund zum DANKEN.
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 10:06 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@theres

Da möchte ich widersprechen, auch wenn ich vielleicht als jemand rüberkomme, der keinen Respekt vor religiösen Gefühlen hat.

Gesunde Kinder sind selbstverständlich. So traurig es ist, ich habe selbst eine seit Geburt geistig behinderte Cousine, aber, normale, gesunde Kinder sind der Normalzustand.
Dass aus dem Salatsamen ein Salat wird und Kühe gesunde Kälber zur Welt bringen, ist auch normal. Wenn nicht, dann ist etwas schiefgegangen, das wir herausfinden sollten. Besonders bei toten Kälbern wird die Sache schnell sehr teuer und da ist es schon angebracht, schnell die Ursache zu suchen. Und die liegt sicher nicht bei Gott sondern hat einen ganz irdischen Ursprung.

Kirche und Gott kann möchte ich nicht trennen. Weil die Existenz beider vom anderen abhängt. Ohne Kirche hätte uns niemand eingeredet, dass es da eine übernatürliche Figur gäbe, die über uns steht, die Welt erschaffen hat und uns ständig überwacht.

Ob wir gute Freunde haben, einen guten Lebenspartner, genug Wasser und Lebensmittel, dafür müssen wir schon selber sorgen. Wozu jemandem danken, wenn ich eh die Arbeit selber machen muss?
Name: Maikaefer antwortet um 07-02-2008 10:52 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Hallo!!!!!!!
Ich glaube warum man eine Kirche und einen Gott braucht einmal zum danken weil esnicht ganz selbstverständlich ist das man gesunde Kinder hat und vielleicht auch die 10 Gebote die lernt man als Kind du sollst nicht stehlen...........vielleicht wenn es das nicht gäbe ,denn anderen sein Eigentum zu schätzen weiß ,es war nur ein Beispiel man könnte da die ganze Gebote durchgehen zumindest ich habe es in Religion so gelernt und man denkt sicher darüber nach . Vielleicht wenn es das nich gäbe was für ein Durcheinander das wäre. Für mich persönlich ist es so wenn etwas gut gelaufenist bete ich auch und sag mal demHerrgott das ich mich freue mfg
Name: theres antwortet um 07-02-2008 11:04 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
So unterschiedlich ist die Sichtweise,
ich führe schon seit vielen Jahren ein Danke-Tagebuch- und da schreib ich jeden Tag rein, für was ich heute ganz besonders dankbar bin. Ich steh jetzt auch nicht nur so rum und warte, dass mir der Herrgott die Arbeit abnimmt- aber ich weiß, dass man sich noch soviel abmühen kann, ohne den Segen von oben- geht da gar nichts.
Für mich ist es ein grosser Unterschied, ob ich meine Dankbarkeit weiterschicken kann, an Menschen, die um mich rum sind, aber auch an Gott.
Oben auf einem Berg zu stehen, die Schönheit der Landschaft zu sehen- und einen Juchizer voller Dankbarkeit für diese wunderschöne Landschaft an Gott zu schicken, das gibt mir dann auch wieder selbst etwas zurück.
Selbst in der Psychologie ist Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft ein Schlüssel zum Glücklichsein.
Gesunde Kinder- nein Gorumet, so einfach wie du dir das machst, kann ich es nicht sehen.

Hans Moser glaub ich hat mal so ein Lied gesungen, wann der Herrgott ned wui, dann huift des gar nix.
@Maikäfer, bin jetzt nicht mit allem einverstanden, was im kirchlichen Bereich abläuft, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir unsere Kultur zu einem grossen Maß den Klöstern verdanken.
Sie haben besonders in Europa sehr viel Aufbauarbeit geleistet-
und eines fällt mir auf-
seit die Klöster ihre Macht verloren haben- haben wir zwar einen sehr grossen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, aber er hat kein Fundament.
Inzwischen ist die Natruwissenschaft die Ersatzreligeon, an die alles glaubt.

Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 12:18 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@theres

Ja, da haben wir völlig unterschiedliche Sichtweisen. Ich bin eben der Meinung, dass von Natur aus alles optimal ist und wenn etwas schief geht, dann sind das Fehlfunktionen, die leider zur Entwicklung dazu gehören. Die Evolution sondert nicht lebensfähiges aus.
Das Gerede vom 'Segen von oben' halte ich für ein Marketinginstrument der Kirchen, um die Menschen an sich zu binden. Funktioniert ja auch ganz gut, weil die Evolution ziemlich perfekte Organismen geschaffen hat und auch die Sonne 100%-iger Sicherheit am nächsten Morgen wieder aufgeht. Übrigens, eine Meisterleistung in Marketing, den Menschen einzureden, dass selbstverständliche Dinge wie der tägliche Sonnenaufgang, einem Gott zu verdanken sei und man ihm deshalb Opfer bringen müsste. Wie man sieht, funktioniert das noch heute. Und in den Fällen, wo etwas schief geht, hat die Kirche gute Ausreden geschaffen, damit die Menschen nicht vom Glauben abweichen. Die werden dann 'Prüfungen des Glaubens' oder so ähnlich genannt. Was aber keinesfalls sein durfte und oft mit dem Tode bestraft wurde, war, den Glauben an sich in Frage zu stellen.

Die Klöster Träger unseres Wissens und der Kultur? Die Klöster waren vor allem Verteidiger des Glaubens und alles was nicht hineinpasste, wurde vernichtet. Übrigens: die Moslems waren da viel intelligenter und toleranter. Während im Christentum unerwünschte Schriften verbrannt wurden, haben die alles aufbewahrt. Von den Kreuzzügen wird berichtet, dass verletzte Christen sich von islamischen Ärzten versorgen lassen mussten, weil die sie selber nicht das Wissen dazu hatten.
Und natürlich hatte die Kirche gar kein Interesse daran hatte, dass das normale Volk lesen und schreiben kann und sonst irgendwie gebildet ist. 800 Jahre Mittelalter, wo jeder Fortschritt als Ketzerei verurteilt wurde, sind das Ergebnis des kirchlichen Machtstrebens, zu dessen Funktionieren man die Geschichte von einem allwissenden und strafenden Gott gebraucht hat.
Das Christentum hat Europa für viele Jahrhunderte in Dunkelheit gehüllt. Und die Klöster waren eines der wichtigsten Werkzeuge. Und wenn ich mir ansehe, wie die christliche Kultur in Europa durchgesetzt wurde, nämlich mit Strafandrohungen bis zum Töten aller Anders- oder Nichtgläubigen, dann bin ich auf unsere Kultur eher nicht stolz.

Die Wissenschaft ist keine Religion. Eine Religion würde niemals zulassen, dass ihre Dogmen ständig hinterfragt werden und jemand prüft, ob das wirklich stimmt, was da behauptet wird. In der Wissenschaft sollte das alltäglich sein, zumindest wird es nicht verhindert, sondern die ständige Überprüfung ist sogar gewünscht.
Name: theres antwortet um 07-02-2008 13:15 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
Hallo Gourmet,
dir hat der liebe Gott vermutlich nur die linke Gehirnhälfte mitgegeben- ach nein entschudligen, den gibts ja nicht- also bist du selbst dafür verantwortlich.
Möcht mich mit dir nicht streiten, wünsche deiner linken Gehirnhälfte immer die richtige Logik und nie die Tage, wo nur noch ein Glauben halten kann. Es gibt einem Halt und Kraft, wenn das Leben eines Kindes nur noch am seidenen Faden hängt - und man nicht nur selbst beten kann, sondern weiß, dass viele andere Freundinnen und Bekannte das ebenso tun. Dieses Getragensein brauchst du zum Glück nicht, ich möchte nicht darauf verzichten.
In der Wissenschaft mit ihren Dogmen ist die Welt in Ordnung, solange niemand auf neue und bahnbrechende Dogmen kommt, da ist dann nicht mehr viel los mit der Toleranz.
Ich habe auf alle Fälle meine Adresse, wo ich Dank hinschicken kann-
und auch eine Instanz, die über mir steht. Gesetze sind von Menschen gemacht , füllen tausende von Seiten und unterliegen vielen Irrtümern, Gottes Gebote sind nur 10 Stück, und heute noch genauso zeitlos wie eh und je.
Aber wo du Gründe dagegen findest, finde ich sie dafür-
also bringt diese Diskussion nichts.
So und jetzt werd ich mal schauen gehen, ob wieder so ein kleines Wunder des Lebens auf die Welt kommen möchte.

Name: Bergdoktor1 antwortet um 07-02-2008 16:15 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
hallo Aladin,

Freut mich, dass du meistens meiner Meinung bist- ich schätze deine Einträge auch sehr. Sie lassen darauf schließen, dass du ein sehr ausgeglichener, toleranter Mensch bist.
Du meinst diese Geschichte sei zu unbedeutend um sie hier zu erwähnen? Dürfen hier nur "bedeutende" Geschichten gebracht werden ? ;-) Aber mir gehts manchmal auch so, dass ich etwas unbedeutend finde, was für andere bedeutend ist. Seis wies sei- eine Diskussion ist im Gange uns so gesehen war es vielleicht doch nicht so schlecht, zu Beginn der Fastenzeit etwas über die Fastenzeit zu schreiben.

@ theres

Du hast ein Tagebuch, wo du täglich das einträgst, wofür du Gott danken willst. Für einen gläubigen Menschen ist das bestimmt eine gute Sache. Nur die Logik dahinter versteh ich nicht. Ich vermute mal stark, dass da von Seiten der Gläubigen einiges massiv verdrängt werden muß, um diese Logik aufrecht zu erhalten:

Ein Gott, oder wenn jemand das Wort Gott nicht so gerne verwendet, von mir aus irgendwas höheres soll die Welt mit all seinen Lebewesen erschaffen haben. Etwas anderes kommt für Anänger der Schöpfungstheorie nicht in Frage, weil wie sie sagen alles viel zu komplex ist, um durch Zufall entstanden zu sein. Soweit so gut. Demnach muss diese höhere Macht doch um vieles komplexer sein, sonst könnte es ja nicht etwa so kompliziertes wie die Welt mit all seinen Pflanzen und Lebewesen erschaffen. Wenn ich jetzt sage ,dass so etwas komplexes, das eine Welt erschaffen kann, nicht durch Zufall entstanden sein kann,ist es doch genau die Logik der Schöpfungstheoretiker- nur davon will dann keiner mehr was wissen, denn da ,kämen dann weitere noch komplexere Götter ins Spiel, wo es doch nur den Einen gibt.

Ein weiterer Widerspruch: Gott hat also die Welt erschaffen, nach Ansicht einiger Gläubiger ist er aber nur für das Gute und Schöne verantwortlich- wenn man nachfragt warum es Gott z.Bspl. zuläßt, dass sich kranke Psychophaten an unschuldigen Kindern vergehen, kommt von Seiten dieser Gläubigen der entrüstete Vorwurf wir Ungläubigen würden diese Schandtaten Gott in die Schuhe schieben, (wie hier schon geschehen z.Bspl. vom Naturbauern) Gesunde Kinder, ein Samen der durch wundersame Weise zur Frucht wird, eine herrliche Winterlandschaft- das alles haben wir Gott zu verdanken- ein Verbrechen, bei dem ein unschuldiges Kind so geschädigt wird, dass es sein ganzes Leben darunter leiden muß, ein Krieg oder eine Naturkatastrophe, wo ebenfalls unzählige Unschuldige ums Leben kommen, oder zu Waisen werden- nein damit hat Gott nichts zu tun- diese Logik ist für mich absurd.

Daraus ergibt sich nur ein vernünftiger Schluß: Es gibt diesen Gott nicht. Alles spielt sich in den Köpfen der Gläubigen ab. Davon bin ich mindestens genausosehr überzeugt, wie du von deiner Theorie.

Für dich mag Gott alles sein für andere ist Gott nichts, weil er nämlich nicht existiert. Auch diese Leute können sich an den Wundern der Natur erfreuen, können lieben, können zu schätzen wissen, dass sie gesunde Kinder haben von denen sie geliebt werden, auch wenn du dir das vermutlich nicht vorstellen kannst.


Mf.G. Doc




Name: theres antwortet um 07-02-2008 16:38 auf diesen Beitrag nach oben
Tagebuch
Fastenzeit
Lieber Doc,
also mit Logik hat der Glaube nichts zu tun.
Ein Tagebuch zu führen, um jeden Tag was Gutes aufzuschreiben- für das man dankbar sein darf- was hat das mit Verdrängen zu tun?
Jeden Tag die Zeitung und die Nachrichten zu lesen und zu sehen, wo nur "bad news- good news" sind, ist das besser?


Man nimmt im Leben sovieles als selbstverständlich hin- bis zu dem Moment, wo man sieht, dass weder die eigene Gesundheit, noch gesunde Kinder, usw. so selbstverständlich sind.
Und selbst wenn man ein Kind wieder hergeben muss- ist es leichter mit einem Glauben - ohne wäre dieser Schmerz nicht erträglich.
Wenn Menschen anderen Menschen schlimme Dinge antun,
dafür Gott verantwortlich zu machen, ist das nicht ein bisschen einfach.
Es gibt nicht nur Gott, sondern auch das Gegenstück-
mir fehlt die Zeit und auch die Lust, die Bibel so zu lesen, dass ich beweise, dass es keinen Gott gibt,
ich glaube, fühle und spüre, dass es diese gute Macht und auch das Böse gibt.
Entscheidend ist letztlich, von welcher Kraft mehr vorhanden ist-
Himmel und Hölle tragen wir in uns selbst mit-


Name: mfj antwortet um 07-02-2008 16:56 auf diesen Beitrag nach oben

Tagebuch
Fastenzeit
Hallo Doktor,

also überzeugend wirkt das nicht. Nietzsche würden sagen: Du hörst Dich auch nicht "erlöst " an.

Deine Quantensprünge von Fastenzeit über Urknall-Theorie bis zum Sündenbocksyndrom.

Die Maßeinheit "40" lieber Doktor, ist eine beliebte Zahl in der Bibel etwa wie "12"

Am unglaubwürdigsten sind allerdings Deine Liebestheorien. An die Liebe zu glauben ist naiv - wenn du Deine Vorstellungen ernst nimmst. Liebe ist gemacht, wie Glaube und Kirche gemacht sind, nichts als Vorstellungen, Hirngespinste, und Gehirnwäsche. Alles Lug und Betrug im Komödienstadel.
Babys wird doch die halbe Zeit die Liebe nur vorgegaukelt - hauptsache Sie hören auf zu schreien....

Siehst Du, wie mit Liebe betrogen wird - schon beim ersten Atemzug. Von den Folgejahren will ich Dir gar nicht schreiben ... das hat jeder selbst erfahren.

Also ich glaube um zu verstehen - nicht andersherum
Name: Icebreaker antwortet um 07-02-2008 17:41 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Frage:

Warum ist ein Glaube an Gott unmöglich aufgrund unbeantworteter Fragen?
Obwohl wir nicht beantworten können, ob das Universum unendlich ist, leugnet doch deswegen auch niemand dessen Existenz ... ?

lg Ice

Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 07-02-2008 18:31 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
@theres
Hallo Theres!
Ich finde, Du tappst in die Missionierungsfalle. Es steht allen Menschen frei, zu glauben oder nicht zu glauben, dankbar zu sein oder nicht, und Selbstverständlichkeiten für sich selber zu definieren.
Es heißt ja nicht, dass Nicht-Gläubige deshalb an nichts glauben, nicht lieben oder nicht glücklich sind.
Ich finde das ist ja das Großartige, dass die Entscheidung bei uns Menschen liegt, ob und was wir glauben wollen, dass wir einen freien Willen haben. Niemand zwingt uns zu glauben.
Die Verantwortung für unser Leben liegt bei uns selbst.

@Doc
Hallo Doc!
„Etwas anderes kommt für Anhänger der Schöpfungstheorie nicht in Frage…“ – das ist eine kühne Behauptung. Natürlich geht die Evolutionstheorie mit Glauben auch zusammen. Du meinst höchstwahrscheinlich den Kreationismus, der ist höchst umstritten, und ist tatsächlich eine Simplifizierung. Es sind aber nicht alle Gläubigen, die so denken.

Gläubige Menschen geben ihren Verstand nicht auf. Hört bitte auf mit Euren Annahmen, dass der Glaube das Denken ersetzt. Das ist eine abwertende Pauschalierung.

Nach dem Grund für Katastrophen und Unglück zu suchen ist müßig. Darauf wissen auch Gläubige keine Antwort. Es wäre anmaßend.

Als Nicht-Gläubiger kann man vom Glauben reden wie der Blinde von der Farbe. Er sieht vielleicht die äusseren Erscheinungen, Kirchengemeinschaften, gute und schlechte Auswirkungen von Glaubensaktivitäten, aber das Wesen des Glaubens als Seelenerlebnis bleibt ihm verborgen.

So gesehen, Doc, hast Du recht, Gott ist „in“ den Gläubigen, und sonst nirgends auf dieser Welt wahrnehmbar. Für einen Nicht-Gläubigen somit nicht existent.
Warum soll sich ein Gläubiger die Mühe machen Dir die Existenz Gottes zu erklären, wenn Du ohnehin nicht an ihn glauben willst?
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 18:45 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@theres

Nur die linke Gehirnhälfte. Aha. Jetzt sind wir wieder so weit, dass die Argumente nicht mehr reichen und der andere deshalb persönlich angegriffen wird. Das hätte ich von Dir nicht erwartet.

Es kann ja sein, dass Du Schlimmes durchgemacht hast. Was sich meinem Verständnis aber wirklich entzieht ist: Wenn jemand einen sehr nahen, geliebten Menschen verloren hat, warum dann manche noch mehr sich im Glauben vertiefen und vielleicht noch Gott dafür danken, dass sie so hart geprüft werden, anstatt die Dinge nüchtern zu sehen. Da muss die Gehirnwäsche schon ziemlich weit fortgeschritten sein.
Entschuldige diese harten Worte, aber wenn Du mir schon eine Gehirnhälfte absprichst, darf ich auch etwas deutlicher antworten.
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 19:26 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
@theres

Noch was, weil Du gerade die 10 Gebote angesprochen hast. Da musste ich kurz im Internet suchen, weil ich wissen wollte, wie das erste genau heißt, und bin auf folgende Seite gestoßen:
http://web246m.dynamic-kunden.ch/Maria/gebote.html#Das%20erste%20Gebot%20Gottes

Ich habe bisher nur den Anfang gelesen. Es reicht mir, da wird einem ja schlecht. Schon der erste Absatz zum ersten Gebot '.... gebietet uns, religiös zu sein' ist doch der glatte Wahnsinn. Von Toleranz keine Spur. Das ist ja schlimmer, als ich es bis jetzt wahrgenommen habe. Wer solche Sachen ernst nimmt, tut mir wirklich leid. Und noch mehr leid tun mir jene Menschen, die unter solchen Gläubigen zu leiden haben.
Name: mfj antwortet um 07-02-2008 20:09 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Lieber Gourmet,

Du hast Theres nicht verstehen wollen - Deine Antwort ist nur (D)eine Anti-Christ Stimmulierung-Gefühl.

Außerdem, bist Du am fasten ?
Wo ist Dein leckerer Hamburger oder Cheeseburger hingekommen ??? :-))
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 07-02-2008 20:16 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
@Gourmet
Hallo Gourmet, mit solchen Seiten habe ich auch meine Probleme. Sowas ist für die Leichtgläubigen, die Ängstlichen und die die nach Beweisen suchen.
Erweist der Sache nicht unbedingt einen guten Dienst, muss ich sagen.
Ich denke, die katholische Kirche versteht es nicht wirklich gut, den Glauben gut zu lehren, und dass er als bereicherndes Element wahrgenommen wird. Noch immer viel zu viel Angstmache dahinter, wenn ich mir diese Seite anschau.
An meinem persönlichen Glauben geht das alles vollkommen vorbei.

Verstehe Deine Skepsis, kann sie Dir aber auch nicht nehmen auf die Schnelle...
Name: soamist antwortet um 07-02-2008 20:29 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
hallo theres,

i darf dich zitieren(kopieren): "Und selbst wenn man ein Kind wieder hergeben muss- ist es leichter mit einem Glauben - ohne wäre dieser Schmerz nicht erträglich"

warum schreibst du über DEINEN glauben immer in der ultimativen form(wenn man ...)?

ich finde es absolut in ordnung wie du persönlich deinen verlust verarbeitet hast aber ich würd mir nie anmassen mein "persönliches verarbeitungsmodell" als das einzig wahre hinzustellen wie -so wie du.

mir persönlich zb. hat geholfen dass ich mich vom glauben an einen gott oder ähnlichem -verabschiedet habe.

trauer hat bestand und das ist auch gut so - hat aber mit glauben - FÜR MICH - nix zu tun.

soamist
Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 20:29 auf diesen Beitrag nach oben
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@mfj

Ich versuche, jetzt in der Fastenzeit einige Kilo abzunehmen. Über das wie, habe ich hier im Forum schon ausführlich geschrieben. Fasten würde ich es nicht nennen.

Den Cheeseburger habe ich weggenommen, weil das Bild doch etwas zu dominant war. Irgendwer im Forum hat sich sogar dafür bedankt.
Name: Pinz antwortet um 07-02-2008 20:54 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
hallo theres
ich find deine ausdrucksweise gourmet gegenüber in keinsterweise angemessen,nur weil er nicht an gott glaubt.Es können nicht alle religiöses gedankengut weiterverbreiten wenn jemand den sinn davon nicht verstehen kann
@ gourmet
finde ebenso wie du keinen vernünftigen grund an die katholische lehre zu glauben aber ich glaube an den einzelnen mensch der es in der hand hat sein leben möglichst friedvoll u.nächstenliebend zu führen.Jeder weiss das das leben nicht einfach ist,gesundheitlich probleme,schicksalschläge können einen schon in ein loch fallen lassen aber die kunst ist es immer wieder wie man damit umgeht.Viele menschen finden kraft im glauben aber andere brauchen ihn nicht.Beides ist für denjenigen im moment richtig und was wirklich richtig ist weis kein mensch- auch meiner meinung kein anderer.

Gruss pinz

Name: Gourmet antwortet um 07-02-2008 21:03 auf diesen Beitrag nach oben
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@pinz

Ja, das sehe ich auch so. Wenn es jemandem hilft, gibt es gar nichts daran auszusetzen, solange niemand anderer dazu gezwungen wird.
Name: helmar antwortet um 07-02-2008 21:24 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Stimme euch beiden voll zu.......auch ich habe schon um manchen Menschen getrauert, aber nach gar nicht so langer Zeit hat sich dann eine dankbare Erinnerung entwickelt, mit vielen guten Erinnerungen an schöne, und manchmal nicht so schöne gemeinsame Erlebnisse. Aber man schafft es halt auch nicht ganz, weniger gutes zu vergessen, leider auch dann wenn man irgendwann einmal vergeben hat...
Mfg, helmar
Name: chili antwortet um 07-02-2008 22:06 auf diesen Beitrag nach oben
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Fastenzeit
Mir und vielleicht auch anderen ist schon mal aufgefallen wenn jemand bei einem Unglück, Katastrophe oder auch ganz banalen Geschehnissen alles gut ausgegangen ist gerade auch Menschen wo man weis das sie Atheisten sind unbewusst die Worte " OH mein Gott" über die Lippen kommen hab so was schon des öfteren auch im Fernsehen aus aller herren Länder gesehen ist auch irgendwie interessant!!!!

Interessant finde ich auch das sich gerade jene Personen die am meisten behaupten sie haben mit der Religion nichts am Hut und es gibt keinen Gott usw. sich immer wieder mit diesem Thema auseinandersetzen.Da fragt man sich ist ihnen Religion doch nicht so egal? Also bei mir ist es so wenn ich an was nicht glaube dann beschäftige ich mich auch nicht damit und provozieren würde ich mich deswegen schon gar nicht lassen!!
Also theres cool bleiben -:))

Ich schaue in einer klaren Nacht gerne in den Sternenhimmel das ist einfach faszinierend und unbeschreiblich das relativiert so manches und da denkt man sich schon dann das etwas über den "Dingen" steht zumindest für mich!

mfg. chili

Name: ALADIN antwortet um 08-02-2008 07:09 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Ich muss Theres in Schutz nehmen. Obwohl sie das sicher auch selbst ganz gut kann. Das mit der Gehirnhälfte war sicher so gemeint, dass bei Gourmet der Gefühlsbereich zu kurz kommt und nicht dass er zu dumm ist.
Ich würde sagen, bei mir ist das ähnlich. Ich glaube nicht an einen Gott, weil ich mir nichts aufzwingen lassen will. Aber ich behaupte nicht, dass es keinen Gott gibt. Es ist mir ganz einfach egal. Es liegt wahrscheinlich an der Definition und/oder am Gottesbild ob man daran glaubt oder nicht. Vielleicht ist Gott die Natur oder die Technik .....? Es gäbe sicher viele Möglichkeiten.
Dass man in schwierigen Situationen leichter an einen Gott glaubt ist ja logisch. Das hat die Kirche Jahrhunderte lang ausgenützt. Man sollte daher jedem seine Meinung lassen. Das heißt vereinfacht gesagt =Toleranz. Und noch etwas: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" (Ist fast das Gleiche)
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 08-02-2008 08:39 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
Guten Morgen, heute mal von einer anderen Seite…

mir ist ein interessantes Buch in die Hände gefallen, von dem ich schon vergessen hatte, dass ich es habe: „Das Gottesgen“ von Dean Hamer.
Natürlich auch aus den USA und eine Gegenbewegung zu Richard Dawkins´ „Gotteswahn“.
Von allem gibt es etwas…

Die Theorie, dass der Glaube biologische Ursprünge hätte, ist provokant. Es gibt eine eigene, sehr junge Wissenschaft dafür, die Neurotheologie – ich hab in einem anderen Post von Spiritueller Intelligenz gesprochen. Der Autor ist Molekularbiologe hat aus 2.000 DNA-Proben eine Genvariation (es ist nicht ein einzelnes Gen) isoliert, deren Träger gläubiger sind als andere. Diese Menschen haben zwar dieselben Genanlagen wie andere, aber einige treten eben in dieser markanten Variation auf. Demzufolge haben auch Nicht-Gläubige diese Gene, diese treten aber nicht in dieser Variation auf, sie „schlummern“.

Die These die Hamer aufstellt, ist dass die Fähigkeit zu glauben einen entscheidenden Evolutionsvorteil darstelle, und dass Religion dem Überleben der Menschheit diene.

Aus dem Klappentext:
„Millionen von Menschen glauben an Dinge, die sie weder sehen noch riechen, hören oder berühren können. Dass Spiritualität eine so starke und universelle Kraft ist, hält der Genetiker Dr. Dean Hamer für keinen Zufall. Der Grund dafür liegt auch in unseren Genen.
Hamers Theorie zufolge leisten so genannte Gottes-Gene eine wichtige Aufgabe für das Überleben: Denn der Glaube verleiht dem Menschen ein Sinngefühl und die Kraft, Krisen und Verluste zu überstehen. Die Genforschung legt nahe, dass Spiritualität einen echten Evolutionsvorteil bietet – sie hilft bei Stressverarbeitung, beugt Erkrankungen vor und erhöht so die Chance, das eigen egenetische Erbe weiterzugeben."
Therese, das würde Deine Aussagen sehr bestätigen.

Dean Hamer will weder die Existenz Gottes beweisen noch widerlegen. Er trennt Spiritualität und Religion, damit wird das Thema zugänglicher.
Statt Gläubigkeit nennt er das Merkmal „Selbstranszendenz“, das die Fähigkeit beschreibt, „über sich selbst hinauszusehen, alles in der Welt als Teil einer großen Einheit zu sehen“. Mit einem Wort beschreibt er das als „Einssein“. Somit können auch Personen, die jede Form von organisierter Religion ablehnen, eine hohe spirituelle Kompetenz und Selbsttranszendenz haben.
(Der Begriff „Gottesgen“ ist irreführend, weil die Theorie auch ohne Gottesbegriff auskommt.)

Ausgangspunkt für die Untersuchung war die Annahme, dass Spiritualität wie ein Instinkt erblich weitergegeben wird. Spirituelle Menschen haben die Fähigkeit, in ihrem Gehirn unterschiedliche Bewusstseinszustände abzurufen.
Die Fähigkeit zur Spiritualität ist in jedem Menschen angelegt, und ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sie vielfach mit großer Kraft, aber auch mit schweren Auswirkungen, ausgelebt wurde.

Meine persönliche Auslegung dieser Theorie ist folgende:
Ich habe Menschen erlebt, die an keinen Gott glauben und keiner Religionsgemeinschaft angehören. Aber sie glauben an sich selbst, an die Kraft ihrer Kreativität, an den Wirtschaftsaufschwung, an das Positive im Menschen, sogar, dass die gleich einen Parkplatz finden werden – und erstaunlicherweise finden sie auch einen.
Ich kann dem einiges abgewinnen, diese Menschen gut und gerne als spirituell begabt zu bezeichnen…
Name: mfj antwortet um 08-02-2008 08:50 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
...oder kurz gesagt - die Götter werden halt ausgewechselt.

schlimm ist nur, wenn der Mensch Gott sein will ...vollkommen, allwissend, erschaffend, modernatheist etc.
Name: teilchenbeschleunigerin antwortet um 08-02-2008 09:03 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
@mfj
In meinem Beitrag geht es um die Fähigkeit zu glauben, nicht um die Existenz Gottes. Ich selber zweifle diese nicht an, weil ich sie in mir habe, aber ich wage nicht sie anderen als Wahrheit aufzudrücken.

Deine Aussage macht nur einen Sinn, weil Du von der Existenz Gottes ausgehst. Für einen nicht-glaubenden Menschen macht sie keinen Sinn, auch für einen anders-gläubigen, wie z.B. einen Zenmönch.

An sich selbst zu glauben ist nicht das Schlechteste. Es schließt ja auch ein, die Größe des eigenen Daseins anzuerkennen und zu würdigen - ohne den Nicht-Glaubenden gleich einen Glauben an die Schöpfung unterjubeln zu wollen.
Name: mfj antwortet um 08-02-2008 09:26 auf diesen Beitrag nach oben

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Fastenzeit
...nein so sehe ich das nicht.

Menschliche Geistigkeit ist nur lebendig - wenn für Hoffnung, Sehnsucht, Liebe, Gefühle, Angst etc. Platz ist.
Ganz egal ob ein Mensch einer Religion angehört.

..die geordnete Palette davon findet sich in Religionen wieder - damit es für Menschen einfacher "verarbeitbar". Manche brauchen diese Hilfestellung mehr als andere.
Und darum gibt es auch je nach Kultur mehrere Ausrichtungen und Ansichten.

Heute schafft man neue Riten und Götter - sprich Sozialverhalten-akzeptanz-kontakte (Auch recht, mal schauen ob sie auch 2000 Jahre halten :-))

Diese Eigenschaften - welche uns wesentlich vom Tier unterscheiden ist in jedem Mensch vorhanden - sprich Deine Gensache....

Ich habe immer nur Probleme, wenn man es wissentschaftlich lösen will - mit Beweisen, Sinnhaftigkeitsdiskussionen etc.
Es ist eben die