Ferkelmarkt 2012: Eine Vorschau

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Das Jahr 2011 war für die Ferkelerzeuger in Österreich ein schwieriges. Ob sich der Markt zum Positiven wendet und welche neuen Herausforderungen 2012 bevorstehen, lesen Sie hier.
Die verpflichtende Gruppenhaltung ab 1.1.2013 ist für die Schweinebranche eine Herausforderung.
Die verpflichtende Gruppenhaltung ab 1.1.2013 ist für die Schweinebranche eine Herausforderung.
Die heimischen Ferkelerzeuger durchlebten in den Jahren 2010 und 2011 eine der größten Krisen, die es am Ferkelmarkt je gab. Gerade 2011 machte sich wegen gröbster Einkommensdefizite eine tiefe Verunsicherung unter den Ferkelerzeugern breit. Ein europaweit hohes Ferkelangebot und eine unterdurchschnittliche Nachfrage führten ab Mai zu massiven Vermarktungsproblemen und damit fallenden Preisen. Diese angespannte Marktphase dauerte bis weit in den Oktober hinein an. Ab November führte dann die saisonale Ferkelknappheit in ganz Europa zu deutlich steigenden Ferkelpreisen. Der durchschnittliche Notierungspreis liegt bei 2,09 Euro. Der Ferkelpreis inkl. MwSt. und ohne Impfzuschläge beträgt für das Jahr 2011 somit 65,91 Euro. Dies entspricht dem zehnjährigen Durchschnitt.

Ferkelmarkt 2012
Die Auswirkungen der konjunkturellen Abstockung in den europäischen Sauenbeständen werden das gesamte Jahr 2012 spürbar sein. Insbesondere im ersten Quartal und hier wiederum im Februar und März wird es zu einer weiter zunehmenden Schere zwischen Angebot und Nachfrage kommen. Das Preissteigerungspotenzial wird im ersten Quartal bei mindestens 30 Cent auf die Notierung gerechnet liegen. Ab April wird zwar der Angebotstiefstand durchschritten sein und die Ferkelmengen wieder zunehmen, jedoch ist von keinem Absturz der Preise, aber sehr wohl von einem saisonbedingten Rückgang auszugehen. Das übliche Sommertief wird 2012 in abgeschwächter Form stattfinden. Zum einen, weil von einem Stimmungshoch der Mäster um diese Zeit ausgegangen wird, und zum anderen weil gleichzeitig das Ferkelangebot zwar einen Jahreshöchststand erreichen wird, aber im Vergleich zu 2011 auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Dieses beschriebene Marktszenario wird nicht nur in Österreich so stattfinden, sondern im gesamten EU-Raum.

Sauen – Gruppenhaltung
Die Ferkelerzeuger in der gesamten EU stehen vor der größten Herausforderung in der Geschichte dieses Betriebszweiges. Wegen der Preismisere in den letzten Jahren und des gleichzeitigen Kostendrucks bei Futtermitteln wird einem nicht zu unterschätzenden Teil der Betriebe, die noch nicht umgestellt haben, schlichtweg die finanzielle Kraft fehlen, um bis 31.12.2012 auf diese Haltungsanforderung umzustellen. Auf die konjunkturell verursachte Bestandesabstockung wird also im EU-Raum ein Bestandesabbau wegen teils unüberbrückbarer rechtlicher Auflagen folgen. Die knappe Ferkelversorgung, die 2012 mit Sicherheit gegeben ist, wird also darüber hinaus prolongiert werden. Dass es wegen der Sauen-Gruppenhaltung EU-weit ein Minus beim Ferkelaufkommen geben wird, ist sicher. Über das Aus maß kann derzeit aber höchstens spekuliert werden. Die Wahrscheinlichkeit größerer Verwerfungen am europäischen Ferkelmarkt ist aber sehr hoch.

Autor: DI Johann STINGLMAYR, Geschäftsführer VLV-Ferkelring und VÖS-Koordinator für Recht und Politik, Wels

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 1 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen.

veröffentlicht: 21.12.2011 21:19

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