Ferkelgesundheit: Circo-Impfung wird eingeführt

Aufbruchstimmung unter Schweinehaltern: Neben einer Entlastung am Ferkelmarkt wird die Verbesserung der Tiergesundheit durch eine obligatorisch eingeführte Circo-Impfung erwartet.
Die Regelung der verpflichteten PCV2-Ferkelimpfung gilt nur für Ferkel, die über die Vermittlung der Erzeugergemeinschaften vermarktet werden.
Die Regelung der verpflichteten PCV2-Ferkelimpfung gilt nur für Ferkel, die über die Vermittlung der Erzeugergemeinschaften vermarktet werden.
Die einheitliche Herkunft hat im Zeitalter der Virusinfektionen verstärkt Bedeutung bekommen. Nach PRRS und dem nicht bewältigten PMWS (post weaning multisystemic wasting syndrome = unspezifisches Kümmern nach dem Absetzen) kam PDNS (Porcine Dermato-Nephropathy Syndrom = Haut-Nieren Erkrankung), eine von der Klinik relativ einfache Form der PCV2 Infektion. Die Tiere zeigen in der Mast im Gewichtsbereich von ca. 60kg rote Flecken die am Schlögl beginnen. Behandlungsversuche waren bisher nicht besonders erfolgreich, die überwiegende Zahl der erkrankten Tiere verendete. Waren anfangs nur vereinzelt Fälle von PDNS zu beobachten, musste man in der letzten Zeit feststellen dass diese spezielle Form der Erkrankung immer höhere Ausfallraten zeigte. Weiters ist der Zeitpunkt des Auftrittes der klinischen Symptome, der vor 3-4 Jahren noch im Gewichtsbereich von ca. 50-60kg lag, in vielen Fällen nach vorne gewandet.

Impfung soll helfen
Mit der Einführung der Schutzimpfung gegen Circovirus(PCV2) - Infektionen scheint aber ein Mittel gefunden worden zu sein, mit dem man die klein- und mittelständische Ferkelproduktion auch entsprechend konkurrenzfähig halten kann. Daher wurde in Süddeutschland in den meisten Erzeugergemeinschaften die flächendeckende Impfung gegen PCV2 eingeführt. Versuche und Feldstudien sind nicht nur in diesen Bundesländern Deutschlands, sondern auch bei uns mit gutem Erfolg gelaufen.

Impfung nur durch Tierarzt
Nach derzeitigem Rechtsstand darf nur der Tierarzt diese Impfung verabreichen. Verhandlungen der Erzeugergemeinschaften mit der Tierärztekammer über eine Ausnahme ähnlich der Mykoplasmenimpfung blieben bislang erfolglos. Es ist aber trotzdem von einer praxistauglichen Lösung in absehbarer Zeit auszugehen.
Begleitend dazu werden von den Erzeugergemeinschaften seit Beginn der Circovirusproblematik Anstrengungen zur Optimierung von Betriebshygiene- und Management unternommen.

Als wichtigste Punkte sind folgende Maßnahmen zu nennen:

  • Parasitenbehandlungen der Sauen vor der Einstallung in die Abferkelung
  • Wurfausgleich nur innerhalb der ersten 24 Stunden
  • Rein-Raus Verfahren mit Reinigung und Desinfektion
  • Kein Zurücksetzen der Tier in jüngere Altersgruppen
  • Krankenbuchten einrichten
  • Kontrolle Belegdichte/Freßplatzbreite
  • Kontrolle Stallklima/Stalltemperatur
  • Hygiene bei zootechnischen Maßnahen (Kastration, Kupieren)
  • Allgemeine Betriebshygiene


Fazit
Alle genannten Maßnahmen zur Optimierung der Betriebshygiene minimieren das Risiko eines Krankheitsausbruchs. Es wäre aber fatal zu glauben, dass mit Einführung der Impfung begleitende Maßnahmen reduziert oder zurückgefahren werden können. Die Unterbrechung von Infektionsketten bleibt weiterhin ein elementarer Bestandteil in der Führung eines Schweineproduktionsbetriebes.

Autor: Hans-Peter BÄCK, Styriabrid, St. Veit

veröffentlicht: 08.08.2008 12:40

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