EU-Getreideernte noch schlechter als erwartet
Die EU-Getreideernte ist deutlich schlechter ausgefallen als ursprünglich prognostiziert. Sowohl die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) als auch der EU-Dachverband des Getreide- und Futtermittelhandels (COCERAL) weisen in ihren Schätzungen deutlich nach unten korrigierte Zahlen aus.
|
Weniger Ölsaaten
COCERAL ist sogar noch pessimistischer: Der Getreidehandel erwartet eine Gesamternte von 273,0 Mio t, also noch einmal 1,14 Mio t weniger als die Bauernverbände und Genossenschaften. Da COCERAL für 2009 aber ein höheres Aufkommen als COPA/COGECA ausweist, ist der Rückgang noch deutlicher, nämlich 20,2 Mio t. Auch die Ölsaatenernte ist nach Einschätzung der Experten 2010 geringer ausgefallen. COPA/COGECA rechnen im Jahresvergleich mit einem Rückgang um 0,4 Mio t auf 27,9 Mio t, davon 19,8 Mio t Rapssaat und 7,0 Mio t Sonnenblumensaat. COCERAL veranschlagt eine Produktion von insgesamt 27,7 Mio t, nach ihren Statistiken eine Verminderung um 1,5 Mio t. Die Händler gehen von 20,2 Mio t Raps und 6,7 Mio t Sonnenblumen aus. COPA/COGECA befürchten, dass die schlechten Witterungsbedingungen auch die Qualität der Ware EU-weit verschlechtert hätten. Ferner seien in vielen Mitgliedstaaten die Saatbettbedingungen nicht optimal, was die Ernte 2011 beeinträchtigen könne. Insbesondere erwarte man eine Einschränkung der Rapsfläche.
Marktinstrumente beibehalten
COPA/COGECA nahmen ihre Schätzungen zum Anlass, um noch einmal die Notwendigkeit einer starken Gemeinsamen Agrarpolitik zu unterstreichen. Generalsekretär Pekka P e s o n e n erklärte in Brüssel, die EU müsse die wirtschaftliche Rolle der Landwirte in der Nahrungsmittelproduktion bewahren, um die Versorgung von 500 Millionen Bürgern sicherzustellen. Dazu gehörten angesichts immer größerer Preisschwankungen ausreichende Instrumente zur Marktsteuerung und die Fortführung der Direktzahlungen. Nicht nur Spekulation beeinflusse die Preise - die Produktionsschwankungen schlügen sich durchaus auf den physischen Markt durch. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Getreide, Paul T e m p l e , forderte eine schärfere Beobachtung der Marktentwicklungen durch die EU. Die großen Getreideexportländer der Welt hielten Daten zurück und erleichterten so Preistreiberei. AgE
|
|
|
Bewerten Sie jetzt: EU-Getreideernte noch schlechter als erwartet
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
articleview;9190
Suche







