Der Maiswurzelbohrer rückt an

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Nachdem der Maiswurzelbohrer im Vorjahr erstmals sichtbare Schäden verursachte, konnte er sich in diesem Jahr weiter ausbreiten. Hier ein erster Überblick.
Ergebnisse des Maiswurzelbohrer-Monitorings in Österreich (Stand September 2012)
Ergebnisse des Maiswurzelbohrer-Monitorings in Österreich (Stand September 2012)
Der Maiswurzelbohrer (MWB) konnte in österreichischen Maisbeständen heuer noch besser Fuß fassen als zuvor. In der ersten Hälfte der Saison wurden die Käferzahlen des Vorjahres in den bekannten Befallsgebieten gegenüber dem Vorjahr nochmals übertroffen, anschließend war es dem Käfer dann möglich, neue, bisher unbesiedelte Lebensräume zu erobern. In Nord- und Osttirol wurden an mehreren Standorten erstmals Diabrotica-Käfer gefangen. Dies betrifft Standorte im Inntal und die Umgebung von Lienz. Betroffen sind vor allem Maisäcker nahe der Grenze zu Bayern bzw. Kärnten. Die dort festgestellten Fangzahlen von bis zu acht Käfern pro Falle lassen darauf schließen, dass es sich nicht um isolierte Einzelfunde handelt, sondern dass eine Ausdehnung des besiedelten Areals der Diabrotica-Käfer stattgefunden hat.Positive Nachrichten hingegen kommen aus den letzten noch befallsfreien Bundesländern Vorarlberg und Salzburg. Bis Ende des Beobachtungszeitraums 2012 konnten hier keine Käfer des MWB beobachtet werden.

Hoher Diabrotica-Befall im Burgenland
Mehr als 1.000 gefangene Diabrotica-Käfer je Falle sind im Burgenland an sämtlichen Standorten anzutreffen, in der Oststeiermark sehr häufig, in Wien, Niederösterreich, in Teilen von Kärnten jedoch nur vereinzelt. Dies hängt mit der Zeitdauer seit dem Erstfund und der eingeschränkten Möglichkeit eines Fruchtwechsels an diesen Stellen zusammen. Darüber hinaus wurden in den nördlichen Teilen des Burgenlandes (Bezirk Neusiedl) erstmals in Österreich starke Befruchtungsschäden an Maiskolben durch die an den Narbenfäden fressenden Käfer beobachtet.

Stärkste Ausbreitung des Maiswurzelbohrers in Oberösterreich
Die stärkste Ausbreitung des Käfers trat in Oberösterreich auf, wo es zu einer starken Vergrößerung des Befallsgebietes gegenüber dem Vorjahr kam: Waren zu Saisonende 2011 noch 61 % der Standorte befallsfrei, so reduzierte sich dieser Anteil im Jahr 2012 auf 41 %. In der Steiermark sowie in Kärnten stieg die Anzahl der in Pheromonfallen gezählten Käfer weiter an und hat sich seit dem ersten Auftreten vervielfacht. Problematisch gestalten sich diesbezüglich die kleinräumig strukturierte Landwirtschaft in diesem stark befallenen Gebiet sowie die hohe Zahl an Veredlungsbetrieben (Mastvieh) mit hohen Anteilen an Futtermaisflächen in der Fruchtfolge. Dadurch ergibt sich ein hoher Anteil an Dauermaisflächen, welcher eine Massenvermehrung der Käfer begünstigt.

Dr. Andreas Kahrer, AGES Wien

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veröffentlicht: 10.12.2012 20:34