Bodenbearbeitung: Nasse Böden nicht zu tief bearbeiten
Wird Weizen nach der Vorfrucht Körnermais gesät, sind meist späte Anbautermine die Folge. Die schwindende Kraft der Herbst-Sonne und vermehrt auftretende Regenfälle führen oft zu nassen Bearbeitungs- und Aussaatsituationen. Um den Boden dabei nicht nachhaltig zu schädigen, sind einige Grundsätze einzuhalten.
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Fehler beim Bearbeiten nasser Böden
• Der erste Arbeitsgang erfolgt zu tief.
Wenn der Boden durchnässt ist, muss beim ersten Mal möglichst flach gearbeitet werde, um den unter diesen Umständen unvermeidlichen Schmierhorizont später unterfahren zu können. Durch die Bearbeitung werden Bodenpartikel aus dem Bodenverband gerissen, trocknen schneller ab und werden beim nächsten Arbeitsgang mit dem feuchten Boden darunter vermischt. Dadurch wird das Abtrocknen des Bodens beschleunigt
• Zu langes Abwarten
Mit der tiefen Lockerung wird in der meist vergeblichen Hoffnung, die Böden trocknen von sich aus ab, zu lange gewartet. Der nicht bearbeitete Boden lüftet dadurch schlechter ab
• Keine Nachbearbeitung und Rückverfestigung
Grob (und tief) gelockerte Böden bleiben ohne Nachbearbeitung und Rückverfestigung liegen aufgrund der Vorstellung, dass nachfolgend auftretende Niederschläge dadurch besser abgeleitet werden. Diese Niederschläge stauen sich aber auf der Bearbeitungszone und führen dort unweigerlich zu Verdichtungs- und Reduktionszonen. Die nicht zerkleinerten, groben Kluten nehmen zudem weniger Wasser auf.
• Den Boden noch schnell vor dem Regen bearbeiten
Die im feuchten Zustand bearbeitete Erde wird durch den nachfolgenden Regen zum Estrich. Dieser nimmt kein Wasser auf, verschlämmt und macht dann erst richtig dicht.
• Mehr Bearbeitungsgänge
Im feuchten Boden müssen 1 bis 2 Bearbeitungsgänge mehr durchgeführt werden. Darauf wird gern aus Kostengründen verzichtet. Die Folgen sind in der nachfolgenden Ernte und in den Jahren danach noch zu spüren.
Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar GmbH, Schackenthal (D)
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