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Leben mit dem Feind
Seit 2002 ist das Burgenland Befallsland des Maiswurzelbohrers. Seit Ende der 90er Jahre wurde entlang der Landesgrenze ein intensives Monitoring mit Pheromonfallen gemeinsam mit der AGES durchgeführt. Im Vorjahr wurden die ersten Käfer im Bezirk Neusiedl am See entlang der ungarischen und slowakischen Grenze gefangen.

Reifefraß durch den adulten Käfer
In den Befallsgebieten aus dem vorigen Jahr wurden auf Flächen ohne Fruchtfolge heuer generell insektizide Maßnahmen angewendet. Trotzdem kam es zu einer Verzehnfachung der Fangzahlen auf den betroffenen Feldern. Es konnten auch keine Unterschiede, zumindest in den Fangzahlen, zwischen insektizider Saatfurchenbehandlung und Saatgutbeizung festgestellt werden. Zu wirtschaftlichen Schäden ist es allerdings nicht gekommen, was uns bei der Larvenbekämpfung durchaus optimistisch stimmt.

Barrieren innerhalb Österreichs

Was die burgenländischen Maisbauern nicht akzeptieren können, ist, und das ist in der Saison 2003 bereits geschehen, dass die Verbringung ihrer Maisprodukten in andere österreichische Bundesländer eingeschränkt wird. Dafür gibt es weltweit keinerlei Rechtsgrundlagen, weil diese dem Prinzip des freien Warenverkehrs entgegen sprechen würden.
Die Landwirtschaftskammer wird gemeinsam mit den Bauern alles unternehmen, um den Käfer an der Ausbreitung in andere Bundesländer zu hindern. Gelingen, und das zeigen Beispiele aus anderen Befallsgebieten, wird uns das vermutlich nicht. Man kann also davon ausgehen, dass alle Berufskollegen in den nächsten Jahren, die in Österreich und auch in der EU Mais produzieren, ebenso Bekanntschaft mit diesem Schädling machen werden, wie dies die Burgenländer bereits getan haben.

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Autor: Rudolf Hoenle Veröffentlichungsdatum: 29.12.2003 16:27
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