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China überprüft nach Melamin-Skandal Milchindustrie
Nach dem Skandal um verseuchte Milchprodukte will die chinesische Regierung die gesamte Molkerei-Industrie des Landes überprüfen. Lokale Behörden sind aufgefordert, grundlegende Änderungen im Milchmarkt und bei Molkereiprodukten herbeizuführen, hieß es in einem Papier, das der Staatsrat nach einer Krisensitzung am vergangenen Freitag veröffentlichte.
In China waren tausende Kinder an Nierensteinen erkrankt, nachdem sie mit kontaminierter Babynahrung gefüttert worden waren. Vier Säuglinge starben bisher.

Melamin in Trockenpulver

Der Hersteller Sanlu hatte Trockenpulver mit Melamin vermischt, um einen höheren Eiweißgehalt der minderwertigen Milch vorzutäuschen. Die giftige Chemikalie wird in der Industrie als Bindemittel verwendet. Auch in Frischmilch der großen Milcherzeuger Yili, Mengniu und Bright Dairy ist bereits Melamin gefunden worden. Die Regierung entzog den drei Unternehmen daraufhin das Qualitätssiegel "erstklassige Marke". Außerdem galt für zahlreiche Supermärkte in China als Reaktion auf die Entrüstung der Verbraucher ein Verbot für Milch, Milchpulver und Joghurt der drei größten Milchproduzenten. Singapur hat seine Einfuhren von Milch aus China am Freitag sogar gänzlich gestoppt.

EU verschärft Einfuhrkontrollen

Der chinesische Staatsrat versprach, die für den Lebensmittel-Skandal verantwortlichen Hersteller, Kontrollbehörden und Funktionäre zu bestrafen. Das größte Augenmerk sei jedoch auf die Rettung der erkrankten Kinder gerichtet. Die Kontrolluntersuchungen in ländlichen Gegenden sollen ausgeweitet werden. Krankenhäuser seien angewiesen, kostenlose Checks und Behandlungen anzubieten. China hat keine von der EU anerkannten Prüfverfahren für Rückstände und exportiert deshalb keine Milchprodukte in die EU. Trotzdem hat die Europäische Kommission ihre Mitgliedstaaten zur Verschärfung ihrer Einfuhrkontrollen aufgerufen. Die 27 Länder müssten verstärkt darauf achten, dass keine Milchprodukte aus der Volksrepublik über Drittstaaten in die Europäische Union gelangten, sagte die Sprecherin von Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou am Freitag laut Dow Jones News in Brüssel. (AIZ)


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Autor: Stephanie Großpötzl Veröffentlichungsdatum: 23.09.2008 11:34
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