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Wie Mann der Frau den Hof macht
75 Schülerinnen und Schüler aus Oberösterreich haben an einem speziellen Partnerschafts-Seminar teilgenommen.
Starke Sprüche gegenüber Frauen zeigen keine Wirkung und hinterlassen einen schlechten Eindruck, das war eine der Grundaussage im Partnerschafts-Seminar der Landwirtschaftlichen Fachschulen.
Gertraud Grabmann, Betriebsführerin in Andorf, Bezirksbäuerin von Schärding, und Heide Briglauer, Meisterin und Betriebsführerin aus Zell/Pram, haben sich zum Ziel gesetzt mit Hofnachfolgern in der Facharbeiterstufe der Landwirtschaftlichen Fachschulen, die Rolle der Frau am bäuerlichen Betrieb neu darzustellen. Landwirtschaftliche Fachschulen unterstützen ihre Schüler und Schülerinnen, wenn es um das Rollenverständnis für die zukünftige Ehefrau, Bäuerin und Betriebsleiterin am Bauernhof geht.

Der eher antiquierten Frage „Der Frau den Hof machen?“ wurde in den Fachschulen Andorf, Mistelbach, Mauerkirchen und Kirchschlag nachgegangen.

Tatsächlich kommt diese Redewendung aus der Landwirtschaft und hieß früher soviel wie - der junge Bauer, der sich eine Frau nimmt, muss ihr einen Platz auf dem Hof einräumen. Gleichzeitig heißt es auch, dass die bisherige Bäuerin eine andere Rolle bekommt und die Ehefrau des Hofnachfolgers an dessen Seite steht.



Die Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft können zu neuen Aufgabenverteilungen innerhalb der bäuerlichen Familienbetriebe und somit auch für die Frauen auf den Bauernhöfen führen. Je nach Betriebsausrichtung und Betriebsgröße, Ausbildung und Fähigkeiten der Betriebsleiter entscheidet sich, wie der Hof geführt wird.

Aus eigener Erfahrung wissen die Schüler/innen, dass bei einer Einheirat in einen Familienbetrieb sich für alle eine neue Situation ergibt und die Rollen neu verteilt werden müssen. Mit den Fragen – „Soll sich die Frau auf den bäuerlichen Betrieb einstellen?“ oder „Soll sich der bäuerliche Betrieb auf die Frau einstellen?“ – wird methodisch überlegt. Reflektiert wird über jene Veränderungen, die am Betrieb bewusst bedacht und beschlossen werden müssen.

Zehn verschiedene Bäuerinnenporträts wurden mit dem Ziel vorgestellt, dass es kein einheitliches Bild für die Bäuerin mehr gibt. Es kommt heute auf die Ausbildung und die innere Einstellung der Frau an aber auch auf die Möglichkeiten des Betriebes.

Klar wurde dadurch den Hofnachfolgern, dass es Sinn macht, die eigenen Vorstellungen zum Bild der Bäuerin offen zu lassen. Künftige Hoferben sollen wie andere junge Männer auch in erster Linie eine Frau für das Leben, eine Partnerin suchen und nicht "eine Frau zur Arbeit am Hof".

In diesem Workshop haben die Schülerinnen und Schüler sehr intensiv und engagiert gearbeitet und viele Impulse bekommen. Sie haben erfahren, welche Veränderungen im Rahmen der Generationenfolge gerade im Rollenbild der Frauen passieren. Die wichtigste Erkenntnis war, dass Veränderungen in der Familie und am Betrieb sich nicht von selbst regeln, sondern ausführlich besprochen werden müssen.


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Autor: Angelika Konrad Veröffentlichungsdatum: 03.07.2008 08:54
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