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Futterqualität aus dem Grünland ist wieder mehr wert
Steigende Getreidepreise erhöhen die wirtschaftliche Vorzüglichkeit guter Grundfutterqualitäten. Bestandespflege, Düngung, Futterwerbung und Konservierungstechnik sind kritisch zu hinterfragen, ob sie den Anforderungen an hohe Qualitäten gerecht werden.
Im Frühjahr nicht zu früh auf die Wiesen – warten wir ab und kombinieren wir wenn nötig das Abschleppen mit der Nachsaat.
Das Qualitätsspektrum beim Grünlandfutter ist sehr vielfältig und die Qualitätsansprüche der Nutztierkategorien und Leistungsgruppen sind sehr unterschiedlich.

Energie, Rohprotein und Rohfaser

Je nach Pflanzenbestand, Schnittzeitpunkt, Ernteverfahren, Konservierung und Lagerung ergeben sich Futterpartien mit charakteristischen Qualitätseigenschaften. Spitzenbetriebe mit hoher Milchleistung brauchen Grundfutter mit hohen Verdaulichkeiten (70-75 %) der organischen Masse, und daraus resultiert eine hohe Energiedichte von 6,1 bis 6,5 MJ NEL/kg TM. Derartige Futterpartien sind meist gut mit Nährstoffen, insbesondere Stickstoff, versorgt und liefern bei rechtzeitiger Nutzung auch Rohproteingehalte von 150 bis 170 g/kg TM. Der Rohfasergehalt hängt sehr stark vom Schnittzeitpunkt, vom Anteil der Obergräser und vom Stängel-/Blattverhältnis ab. Je höher die Rohfaserwerte liegen, desto geringer ist der Energie- und Rohproteingehalt. Will man hohe Leistungen aus dem Grundfutter erzielen, sollte der Rohfaseranteil gerade so hoch gehalten werden, dass die Strukturwirksamkeit gegeben und die Futteraufnahme bestmöglich gewährleistet ist.

Unterversorgung häufig

Nach umfangreichen Untersuchungen der Grünlandflächen im Berggebiet durch das LFZ Raumberg-Gumpenstein konnte allgemein eine Unterversorgung von 90 % der Flächen mit Phosphor festgestellt werden. Auch drohen viele Grünlandflächen im pH-Wert unter 5 zu fallen. Sofern in der kreislaufbezogenen Bewirtschaftung mehr Nährstoffe dem Boden entzogen werden als über die Dünger wieder hingebracht werden, sollte hier eine gezielte Zusatzdüngung – sofern es die gesetzlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen zulassen – nach erfolgter Bodenanalyse stattfinden. Betriebe, die viel Kraftfutter kaufen, müssen mit einer Nährstoffanreicherung im Boden rechnen.

Einebnen, Mulchen, Kräuterregulierung

Eine wichtige Pflegemaßnahme stellt auf den Weiden auch das Mulchen dar. Befindet sich auf der Weidefläche ein erheblicher Weiderest, so wäre es mehr als sinnvoll, diese verschmähten Pflanzen, bevor sie in Samenreife kommen, zu mulchen. Zu den Pflegemaßnahmen zählt auch die Beikrautregulierung, wobei hier absolute Unkräuter und Giftpflanzen (Ampfer, Herbstzeitlose, Weißer Germer usw.) bekämpft und vom Pflanzenbestand entfernt werden sollen. Die zur Dominanz neigenden Kräuterarten (Kuhblume, Wiesenkerbel, Geißfuß usw.) müssen durch eine starke Graskonkurrenz in Schach gehalten werden. Ein zu hoher Kräuteranteil macht in Bezug auf Futterqualität (hohe Bröckelverluste, geringer Zuckergehalt, schlechtes Anwelk- und Trocknungsverhalten usw.) Probleme. Das beste Rezept gegen die Verkrautung ist ein kompakter, stufig aufgebauter und harmonischer Pflanzenbestand.

Autoren: Univ.-Doz. Dr. Karl BUCHGRABER, Univ.-Doz. Dr. Leonhard GRUBER, Dipl.-Ing. Alfred PÖLLINGER, Univ.-Doz. Dr. Erich M. PÖTSCH, Ing. Reinhard RESCH, Dipl.-Ing. Walter STARZ und Dr. Andreas STEINWIDDER, LFZ Raumberg-Gumpenstein


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Autor: Rudolf Hoenle Veröffentlichungsdatum: 10.03.2008 13:57
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