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Kälber: So bekommen Sie Frühdurchfall in den Griff
Durchfall verursacht in der Kälberaufzucht hohe Verluste. Neben Totalverlusten können auch Dauerschäden bei den Tieren auftreten. Außerdem entstehen bei Durchfallbehandlungen Kosten, viel Zeitaufwand und oftmals eine große Belastung für die bäuerliche Familie.
Ein gereinigtes und desinfiziertes Kälberiglu ist ein ideales Zuhause für ein neugeborenes Kalb.
Eine Vielzahl von Ursachen kann Durchfall auslösen, deshalb kann man ihn auch als Faktorenkrankheit bezeichnen. Fehler in der Haltung, Fütterung und Hygiene führen zu einem hohen Keim- und Krankheitsdruck, sodass die Kälber an Durchfall erkranken. Zudem gibt es viele Erreger, die einen Durchfall bei den Kälbern verursachen.

Milchtränke nicht absetzen
An Durchfall erkrankte Kälber verlieren viel Flüssigkeit und trocknen schnell aus. Außerdem haben sie einen hohen Verlust an Elektrolyten (Na, K, Cl), an Blutpuffer und Eiweiß. Neben der Austrocknung tritt eine Übersäuerung des Blutes ein, es kommt zu einer Blutacidose und zu Energiemangel. Die Kälber trinken nicht mehr, auch Todesfälle können sehr schnell auftreten.
Durchfallkälber müssen sofort Flüssigkeit und Elektrolyte bekommen. Die Milchtränke darf nicht abgesetzt werden. Es sollten dreimal täglich 1,0 und 1,5 Liter Milch verabreicht werden. Die Elektrolyt-Präparate enthalten Elektrolyte, Puffersubstanzen und Energie. Es gibt Präparate, die über die Milch oder über das Wasser verabreicht werden können (zB Diakur Plus). Die meisten Elektrolyte dürfen nicht über die Milch, sondern als Zwischentränke im Wasser gegeben werden. Darauf sollte man beim Einsatz von Elektrolyttränken achten.

Fazit
Es gibt viele Ursachen, die einen Durchfall bei Kälbern herbeiführen. Durch richtige Diagnosestellung kann eine gezielte Vorbeuge- und Behandlungsstrategie angewandt werden. Frühdurchfälle, ausgelöst durch Rota-, Corona-Viren, können viele Schäden und Verluste für Milchviehhalter verursachen. Deshalb sollten alle Maßnahmen ergriffen werden, um diese seuchenhaft auftretende Erkrankung bei Kälbern möglichst in den Griff zu bekommen.

Autor: DI Hans EIBLMEIER, Pfeffenhausen (D)

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