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Kitzmast: Ergebnisse eines Fütterungsversuches mit Kuhmilch
Immer mehr Betriebe spezialisieren sich auf die Erzeugung von Ziegenmilch. Die weiblichen Kitze werden für die Nachzucht benötigt. Der Großteil der männlichen Tiere muss jedoch geschlachtet werden. Viele Betriebe, vor allem große Betriebe, wollen sich aber nicht mit der Kitzmast befassen, da sie mit der Milcherzeugung schon genug Arbeit haben. Dabei sind Ziegenkitze sehr gefragt.
Kitzfleisch ist sehr gefragt, doch für die meisten Milchproduzenten ist die Mast zu arbeitsintensiv.
Die Aufzucht der Kitze mit Kuhmilch ist grundsätzlich möglich, wobei aus arbeitswirtschaftlichen Gründen der kalten Sauertränke der Vorzug zu geben ist, es sei denn, es steht ein Tränkeautomat zur Verfügung. Pro Box müssen mehrere Saugstellen zur Verfügung stehen, um ein Verdrängen an der Saugstelle zu mindern. Wichtig ist, dass die Kitze von Anfang an die Möglichkeit der Raufutteraufnahme haben, dadurch kann der Milchverbrauch gesenkt werden und das Wachstum der Kitze ist besser.
Das Tränkeverfahren hat auf die Merkmale der Mast- und Schlachtleistung keinen nennenswerten Einfluss gezeigt. Durch die Verdünnung der Milch konnte keine Milch eingespart werden, die Kitze haben den niedrigeren Trockenmassegehalt der verdünnten Tränke durch eine Mehraufnahme kompensiert. Betriebe, die Interesse an der Kitzmast haben, sollten sich aber bereits vor Mastbeginn um die Vermarktung kümmern. Derzeit können die Kitze zu Ostern sehr gut abgesetzt werden, während der übrigen Zeit ist ein gesicherter Absatz aber etwas schwieriger bzw. der Preis ist dementsprechend niedrig. Unser Praxisbetrieb konnte einen Erlös von Euro 4,64 pro kg Lebendgewicht erzielen. So ergibt sich für den kg Schlachtkörper ein Preis von ca. Euro 8,70. Nach Abzug der Tierkosten (Euro 1 pro Tier), Milchkosten, Heu, Stroh, Ameisensäure konnte ein Gewinn von Euro 1,90 pro kg Lebendgewicht erzielen, legt man den Erlös auf die investierte Arbeitszeit um dann ergibt sich ein Stundenlohn von Euro 16,43. Nicht berücksichtigt sind die variablen Kosten (Stallkosten, Transportkosten, Tierarztkosten,…). Für den Absatz der Kitze werden auch noch Partner (Fleischerbetriebe oder Selbstvermarkter) gesucht, um einen Markt für Kitzfleisch aufzubauen.

Autoren: Reinhard HUBER und DR. Ferdinand RINGDORFER, Abteilung für Schafe und Ziegen, Lehr und Forschungszentrum für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein


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Autor: Angelika Konrad Veröffentlichungsdatum: 13.02.2008 16:18
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