Große Augen machte das Publikum, als Dr. Wilfried Adams aus Nordshein-Westfalen seine Erfahrungen mit der Blauzungenkrankheit schilderte. Vor allem die enorme Geschwindigkeit der Ausbreitung ließ die Zuhörer aufhorchen.
Vorarlberg und ein Großteil Tirols sind schon seit längerem im Beobachtungsgebiet. Ein Ausbruch der Krankheit im benachbarten Bayern
Erkrankte Rinder zeigen eine Rötung der Maul- und Nasenschleimheut mit vermehrtem Speichelfluss.
zog diese Konsequenz nach sich. Aufgrund der kalten Witterung ist vor dem Frühsommer nicht mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen. Diese Galgenfrist wird nun für die Vorbereitungen auf den Tag X genützt.
Symptome beim Rind
Rinder zeigen bei mildem Krankheitsverlauf eine leicht erhöhte Rektaltemperatur sowie eine Rötung der Maul- und Nasenschleimhaut mit vermehrtem Speichelfluss. Im weiteren Verlauf verfärben sich Maulschleimhaut und Lippen blaurot und es können sich geschwürige Veränderungen an den Schleimhäuten und am Flotzmaul entwickeln. An den Augen ist beidseitig eine Lidbindehautentzündung mit vermehrtem Tränenfluss erkennbar. Im Bereich der Zitzen sieht man flächige, scharf abgegrenzte Rötungen mit Krustenbildung, die anfänglich mit Trittverletzungen verwechselt werden können.
Milchleistung geht zurück
Je nach Verlauf und Schweregrad der Infektion sind 10 bis 50 % der Rinder betroffen. Schwerpunktmäßig lassen sich Verluste bei Kühen in den ersten Wochen der Laktation feststellen. Der Rückgang der Milchleistung beläuft sich in infizierten Herden auf ca. 10 bis 20 %.