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Schweinetage in OÖ - ein Rückblick
Etwa 600 Besucher besuchten Ende November die Oberösterreichischen Schweinetage 2007. Die Landestage der Ferkelproduktion und der Schweinemast präsentierten sich aufgrund ihrer praxisnahen Themen am Puls der österreichischen Schweineproduktion. Anbei einige Auszüge.
„Wer keine Ferkel hat, wenn die Preise fallen, der hat auch keine, wenn sie wieder steigen!“ Josef Weiß, Landesanstalt für Landwirtschaft, München
Lk-Präsident Hannes Herndl und dessen Stellvertreter Franz Reisecker nahmen zum Programmpaket Ländliche Entwicklung Stellung. Dass das Ziel der Landwirtschaftskammer, intensiver geführten Veredelungsbetrieben einen Zugang zum ÖPUL zu eröffnen, verfehlt wurde, sei laut Herndl einer massiven Intervention von NGO’s und politischen Vertretern zu verdanken. Mit der damit neu verankerten 2 GVE-Grenze und der Beschränkung der Stickstoffdüngung auf durchschnittlich 150 kg pro Hektar wurde der Vorwurf dieser Gruppierungen, ein „Intensivierungsprogramm“ auf die Beine zu stellen, entkräftet.

Tierschutzkontrollen
Dr. Heinz Grammer, Veterinärverwaltung des Landes OÖ, berichtete über die bisherigen Erfahrungen aus den Tierschutzkontrollen in Schweinebetrieben. Im Jahr 2006 wurden von insgesamt 167 Kontrollen an Schweinebetrieben 18 Beanstandungen erfasst. Heuer werde die Beanstandungsquote sogar unter 5% zu liegen kommen. Die häufigsten Probleme waren:
• Gefährliches Material (Nägel, die aus der Buchtenwand schauen, ausgebrochener Spaltenboden,…)
• Zu hohe Besatzdichte
• Keiner oder ungenügender Krankenstall
• Kein oder ungenügendes Beschäftigungsmaterial
• Ungenügende Tränkeeinrichtung
• Alarmanlage
Es ist jedem Schweinehalter zu empfehlen, die Checkliste zur Selbstevaluierung – Tierschutz am Betrieb anzuwenden. Diese ist unter www.landwirt.com/schweine/ erhältlich.

Ferkelmarkt im Keller – was tun?
„Märkte reagieren nicht auf Kosten-, sondern auf Angebotssituationen“, stellte Josef Weiß, Betriebswirt der bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft, klar. Allerdings gelte es zu bedenken, dass der Schweinemarkt in der Vergangenheit immer auf die Entwicklung des Getreidepreises reagiert habe, allerdings eben über die Anpassung des Angebots. „Bei einem Produktionsintervall von der Besamung einer Sau bis zur Schlachtreife des Mastschweins von 10 Monaten und 2 Monaten Reaktionszeit dauert es etwa ein Jahr, bis der Schweinemarkt reagieren kann“, so Weiß. Allerdings wird an den Terminmärkten ebenfalls eine Hausse der Futterpreise dokumentiert. Das oberste Gebot ist derzeit die Liquiditätssteuerung. Klärende Gespräche mit der Bank und Lieferanten sollen geführt werden. „Für flächenstarke kleinere Ferkelerzeuger könnte die eigene Mast eine vernünftige Lösung darstellen“, so Weiß. Ansonsten werde die Zeit zeigen, ob angesichts des teuren Zukauffutters, hoher Kapitaldienste, Personalkosten in Form von tatsächlich zu zahlenden Löhnen und teilweise erheblichen Kosten für die Gülleentsorgung das Überleben dänischer oder holländischer Betriebe wirklich leichter ist als in mit hohen Eigenkapitalquoten und mit ausreichend Fläche ausgestatteten sowie mit familieneigenen Arbeitskräften besetzten Betrieben in süddeutschen Regionen.

Preiswerte Futterration
Dr. Hermann Lindermayer von der Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub (Bayern), stellte ein „Zehn-Punkte-Programm“ zur Futterkostensenkung in der Mast vor. Einige davon in Kurzform:
• Bei einer Futterverwertung von 4:1 ab 115 kg Lebendgewicht sind besonders bei geringen Zunahmen die Endgewichte zu überdenken. Bei 25 bis 30 Euro/dt Futterkosten wird der Deckungsbeitrag durch den negativen Futterkostenüberschuss je nach Leistung um 5 bis 15 Euro pro Mastschwein gemindert.
• 12,8 bis 13,2 MJ ME/kg sind ein sicheres Energieniveau. Plus 1 MJ ME/kg kosten 2 bis 4 Euro pro Mastschwein.
• Durch die Erhöhung der Fütterungsphasen können gegenüber einphasiger Fütterung 2 bis 3 Euro pro Mastschwein gespart werden.


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Autor: Roman Goldberger Veröffentlichungsdatum: 30.11.2007 16:55
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