Am Mittwoch fand der bisher größte europaweite Kuhauftrieb statt: Das European Milk Board, kurz EMB, mit 11 Mitgliedorganisationen - darunter auch Österreich - organisierte eine länderübergreifende Marketingaktion, in der die Milchbauern Ihrer Forderung nach fairen Preisen Nachdruck verleihen.
Grün-weiß-rote Faironika
In den kommenden Wochen stellen die Landwirte täglich neue Faironikas auf. In Schweden hört die Kuh wie in Österreich auf den Namen Faironika, ist aber gelb und blau, in Italien heißt sie Onestina und ist grün, weiß, rot. "Wenn man mit dem Auto von Schweden nach Italien fährt, muss man alle Faironikas in ihren Nationalfarben gesehen haben, egal welche Straße man wählte", beschreibt IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil die neue Farbenpracht an Europas Autobahnen und Landstraßen.
Staatspreis und Cäsar
Ewald Grünzweil sieht sich und die IG-Milch in ihrer Arbeit bestätigt: "Nachdem "A faire Milch" in den Handel gekommen ist, prophezeiten uns die sogenannten Experten aus der Milchwirtschaft, dass nach einem Monat niemand mehr davon sprechen würde. Mittlerweile erhielten wir insgesamt schon fünf Auszeichnungen für das Marketingkonzept von "A faire Milch"." Darunter finden sich so heiß begehrte Awards wie der Staatspreis für Marketing oder der "Bronzene CÄSAR" als oberösterreichischer Werbepreis.
Milch geht alle an
"Faironika ist ein ideales Kommunikationskonzept und Transportmittel um auf unsere Anliegen europaweit aufmerksam zu machen", erklärt Ernst Halbmayr, Projektleiter von "A faire Milch" die Lokomotivfunktion von "A faire Milch". Die europaweite Kommunikation wird seiner Meinung nach die Wirkung nicht verfehlen und die Botschaft bei den Konsumenten ankommen: "Es ist auch in eurem Interesse, dass es eine funktionierende Milchproduktion gibt".
Milch aktiv verkaufen
Dem EMB und der IG-Milch bleibt noch viel Arbeit übrig: In der kommenden Marktliberalisierung wollen sie das Angebot bei den Bauern gebündelt sehen und streben einen Systemwechsel im Milchsektor an. Der Milchbauer sollte seine Milch aktiv vermarkten und das beste Angebot bedienen.
Derzeit werden Landwirte, die ihre Milch einer anderen Molkerei verkaufen oder bündeln wollen, von den Genossenschaften massiv blockiert.
Das Verständnis der Konsumenten für kostendeckende Preise hat die IG-Milch schon gefunden, wie der Absatz der EUR 1,19 teuren "A faire Milch" zeigt, der sich derzeit bei 50.000 bis 80.000 verkaufte Liter pro Woche einpendelt. Jetzt heißt es noch "dem Genossenschaftsgedanken neues Leben einzuhauchen", wie Ewald Grünzweil betont.
Weitere Informationen zur europaweiten Aktion finden Sie auf der neuen Homepage des EMB:
www.fairmilk.org