DI Rudolf Wiedmann, Landesanstalt für Schweinezucht, Forchheim, zeigt auf, dass die Entscheidung für das optimale Gruppenhaltungssystem vielen Betriebsleitern schwer fällt. Leistung, Kosten und Arbeit stehen im Mittelpunkt der Überlegungen.
DI Rudolf Wiedmann stellte die Eigenschaften verschiedener Haltungssysteme für Gruppenhaltung von Zuchtsauen vor.
Die Auswahl eines geeigneten Fütterungsverfahrens ist relativ komplex, weil mit der Festlegung auf ein Fütterungsverfahren in der Regel auch weitgehend das Haltungsverfahren mitbestimmt ist. Als Entscheidungskriterium spielt neben der Neigung des Betriebsleiters für ein bestimmtes System auch die Berücksichtigung des Tierverhaltens - ganz besonders des Ernährungsverhaltens - eine zentrale Rolle. Fütterungssysteme, bei denen die Sauen gemeinsam in abgesperrten Fressständen das individuell zugeteilte Futter aufnehmen können, sind in der Wartesauenhaltung das Maß aller Dinge. Wer darauf verzichten möchte, kann sich nur über einen höheren Managementaufwand und entsprechende Ausgleichsmaßnahmen diesem Optimum nähern. Eine möglichst geringe Stressbelastung ist auf Dauer wesentliche Voraussetzung für gesunde, immunstabile Sauenbestände mit hohen Leistungen.
Stressbelastung und Wohlbefinden der Sau hängen auch stark von der Gestaltung der Gruppenbucht und den Ausweichmöglichkeiten der Tiere ab. Ständiger Zugang zu Beschäftigungsmaterialien verhindert Aggressionen. Auch die Arbeitsbelastung des Betriebsleiters ist zu beachten: Die Beschickung weitflächiger Gruppenbuchten erfolgt arbeitssparend mit einem Teleskoplader.