BIO-Austria: Kuh ist kein Klima-Killer

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Auf Einladung von BIO AUSTRIA stellt die deutsche Veterinärin Dr. Anita Idel ihre Studienergebnisse über die Klimarelevanz von Kühen vor. In Ihrem Buch „Die Kuh ist kein Klima- Killer“ zeigt sie auf, dass den Kühen keine Klimaschädigung angelastet werden kann.
Laut der deutschen Veterinärin Dr. Anita Idel kann den Kühen keine Klimaschädigung angelastet werden.
Laut der deutschen Veterinärin Dr. Anita Idel kann den Kühen keine Klimaschädigung angelastet werden.
Nur Agrarsystemen, die durch zu hohen Einsatz von Kraftfutter ausschließlich auf die Maximierung der Produktion abzielen, könne die Klimaschädigung angelastet werden, so Idel in ihrem Buch. Umgekehrt kann Rinderhaltung im Rahmen einer ökologisch-ganzheitlichen Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen, da so Dauergrünland erhalten und damit große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid unwirksam im Boden gespeichert werden können. „Im Rahmen der bevorstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU muss der Schutz des Bodens und die artgerechte Tierhaltung eine zentrale Rolle einnehmen. Nicht in der Produktionsmaximierung, sondern in der Produktionsoptimierung liegt der Schlüssel zum Klimaschutz in der Rinderhaltung“, so Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA.

Rehabilitierung der Kuh
Anita Idel, Lead-Autorin des Weltagrarberichts, spricht sich für eine ganzheitliche Betrachtung der wegen Methan-Ausscheidungen aus den Rindermägen vereinfachend als Klima-Killer gebrandmarkten Kuh aus. In ihrem Buch „Die Kuh ist kein Klima-Killer!“ nähert sich die Tierärztin der Rinderhaltung sowohl auf dem naturwissenschaftlichen Weg, als auch in einem kulturellen Kontext und belegt die multifunktionalen Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanzen und Tieren in einer nachhaltigen Landwirtschaft. Ausschlaggebend für die Klimabilanz der Kuh ist die Art ihrer Nutzung. Rinder und ihre wiederkäuenden Verwandten können sogar zum Klimaschutz beitragen, vorausgesetzt sie sind in eine ökologisch-ganzheitliche Agrarkultur richtig eingebunden. Rinder sind Weidetiere, 40% der weltweiten Landfläche sind nicht ackerfähiges Dauergrünland. Erst ein Agrarsystem, in dem alle Nutztiere möglichst schnell wachsen und zur Schlachtreife kommen müssen, macht den Einsatz von energiereichem Kraftfutter nötig. „Nachhaltiges Weidemanagement hat weltweit mehr Potenzial Kohlendioxid zu speichern als irgendeine andere landwirtschaftliche Praxis. Wir müssen nicht nur die Kuh rehabilitieren, sondern auch die Systemfrage stellen. Die Entscheidung, ob wir mit Rindern das Klima killen oder schützen, liegt bei uns“, so Idel. Biologische

Rinderhaltung ist Klimaschutz
In der biologischen Landwirtschaft werden eine Reihe von Prinzipien gelebt, welche die Rinderhaltung klimafreundlich gestalten. So wird etwa die Anzahl der Rinder auf der Fläche begrenzt, auf chemischsynthetische Schädlingsbekämpfungsmittel und leicht lösliche mineralische Düngemittel verzichtet, der Einsatz von Getreide als Kraftfutter limitiert und die Stoffkreisläufe möglichst regional geschlossen. Die Leistung einer Milchkuh wird damit nicht maximiert, vielmehr steht die nachhaltige Optimierung der Gesamtleistung der Landwirtschaft im Vordergrund.
Strenge BIO AUSTRIA Richtlinien in der Rinderfütterung
Gemäß den BIO AUSTRIA-Richtlinien darf in der Rinderfütterung die zulässige Kraftfuttermenge eines Betriebes maximal 15% der Gesamtjahres-Trockenmasseaufnahme betragen. Die Tiere werden grundsätzlich mit hofeigenem und biologischem Futter ernährt. Werden Futtermittel zugekauft, so stammen diese primär von inländischen BIO AUSTRIA-zertifizierten Betrieben. Ist eine Einfuhr von Futtermitteln nach Österreich notwendig, so ist dies nur nach Genehmigung und aus dem benachbarten Ausland möglich.

GAP muss Bodenschutz ins Zentrum rücken
BIO AUSTRIA Obmann Rudi Vierbauch fordert: „Der Blick auf die Zusammenhänge und die Notwendigkeit für ganzheitliche Lösungsansätze müssen auch bei der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU für die Periode nach 2013 im Zentrum stehen. Nachhaltige und artgerechte Tierhaltung und der Schutz des Bodens müssen dabei stärker gewichtet werden als bisher, um dem Ziel des Klimaschutzes entsprechen zu können. Die biologische Landwirtschaft hat hier der Gesellschaft viel zu bieten und soll als höchstwertige Agrar-Umweltmaßnahme ausgebaut werden“, so Vierbauch abschließend.

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