Arge Rind steigerte 2010 Umsatz um 6,5%

Die Arge Rind, Dachorganisation für sieben österreichische Erzeugergemeinschaften, hat im Vorjahr 251.335 Rinder verkauft und damit einem Umsatz von 200 Mio. Euro erwirtschaftet, ein Plus von 6,5% gegenüber 2009.
Die ARGE Rind konnte im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus verzeichnen.
Die ARGE Rind konnte im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus verzeichnen.
"Pro Woche werden im Schnitt zirka 3.000 Schlachtrinder - 63% davon im Rahmen von Qualitätsprogrammen, was den Bauern einen Mehrerlös von rund 89 Euro/Stück bringt - sowie 2.000 Nutz- und Einstellrinder vermarktet ", teilte Arge-Geschäftsführer Rudolf Rogl bei der Generalversammlung am 06.05.2011 im Kärntner Schloss Krastowitz mit.

Regionalprogramme und BIO mit deutlichster Steigerung
Die deutlichste Umsatzsteigerung (25%) verzeichneten die verschiedenen Regionalprogramme im Rahmen des AMA-Gütesiegels in Zusammenarbeit mit der Spar-Gruppe. Dazu zählen unter anderem Murbodner Ochsen, a la carte Kalbinnen, Mühlviertler Jungrinder sowie diverse Kalbfleisch-Projekte. Auch in der Biorinder-Vermarktung gab es 2010 ein starkes Wachstum von 12%. Hauptkunde bleibt hierbei die Bio-Eigenmarke von Rewe Ja! Natürlich. Ebenfalls ausgebaut wurde das Projekt M-Rind - eine Kooperation mit OSI (Verarbeitungsbetrieb für Hamburger) und McDonalds Österreich, im Rahmen dessen wöchentlich zirka 400 Schlachtkühe vermarktet werden.

Schwerpunkt Gastrobetreuung
Ein zentraler Schwerpunkt der Arge war in den vergangenen Jahren die Gastrobetreuung. Mittlerweile beliefert sie mit Premium Rind, Kärntner Fleisch, Donauland Rind und Alpenvorland Rind bereits 10% dieses Marktes mit heimischem Qualitätsrindfleisch. Bis 2013 will man es auf 25% bringen. Im laufenden Jahr wolle man die Qualitätsproduktion im Rahmen des AMA-Gütesiegels und im Biobereich weiter ausbauen, um den Markterfordernissen und Konsumentenwünschen entgegenzukommen, teilte Rogl mit.

Völlige Entkoppelung der Ausgleichszahlungen abgelehnt
Für die heimischen Rinderbauern sei 2010 ein "durchschnittliches " Jahr gewesen. Die Preise hätten sich erst gegen Jahresende verbessert - vor allem bedingt durch verstärkte Drittlandexporte von Lebensvieh und Rindfleisch in die Türkei. Dennoch sei der eingeschlagene Weg einer engen Zusammenarbeit zwischen den Erzeugergemein-schaften, den Fleischverarbeitern und dem Lebensmittelhandel bisher "ein erfolgreicher gewesen" und werde das auch bleiben, stellte Obmann Josef Fradler fest. Fradler betonte dabei aber auch die große Bedeutung der Ausgleichszahlungen und Rinderprämien für das Einkommen der österreichischen Tierhalter. Einer völligen Entkoppelung ohne Produktionsbezug (Rinderprämien) sehe die Arge Rind daher sehr problematisch entgegen. Sie befürchtet die Abwanderung der Rindermast in begünstigte Lagen und ihre Umwandlung in größere Betriebseinheiten.

Köstinger: Entscheidender Punkt bei GAP-Reform wird Agrarbudget sein
"Die Themen der Landwirtschaft werden auch verstärkt im EU-Parlament durch gewählte Vertreter wahrgenommen. Die österreichische Position zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist, dass die Direktzahlungen in der 1. Säule im Wesentlichen der Grundabsicherung der Betriebe dienen und möglichst wenige grüne Auflagen enthalten sollen. Die 2. Säule sollte weiterhin zusätzliche Programme (ähnlich dem ÖPUL) beinhalten, wobei den einzelnen Mitgliedstaaten entsprechende Flexibilität eingeräumt werden soll, um auch Qualitätssegmente entsprechend bedienen zu können ", erläuterte EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger den aktuellen Stand zur GAP-Reform. Der entscheidende Punkt werde jedoch die finanzielle Ausstattung des Agrarbudgets nach 2013 sein, über das letztendlich die Staats- und Regierungschefs entscheiden würden. Eine stärkere Liberalisierung des Außenhandels, vor allem ein Abkommen mit den Mercosur-Staaten (Paraguay, Uruguay, Argentinien, usw.) würde auf jeden Fall negative Auswirkungen auf den Rinder- und Zuckermarkt haben, betonte Köstinger. (AIZ)

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