Bundesfleischrinderschau 2010


Greinbachhalle, 2. und 3. Oktober 2010
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Bundesfleischrinderschau 2010

7. Bundesfleischrinderschau

Kategorien zum Thema: Mutterkuhhaltung Rinder Rindermast
Eine der herausragenden Tierschauen Österreichs, die 7. Bundesfleischrinderschau fand Anfang Oktober in Greinbach in der Oststeiermark statt. Züchter aus verschiedensten Regionen Österreichs stellten 250 erstklassige Zuchtrinder vor. Greinbach war an diesem Wochenende der Nabel der heimischen Fleischrinderszene.
Vorentscheidungen - Gruppensieger

7. Bundesfleischrinderschau in der Greinbachhalle
7. Bundesfleischrinderschau in der Greinbachhalle
Mit der feierlichen Eröffnung, der Bundesländerparade, dem Richten der Gruppen und dem Auftritt des Bullenflüsterers war am Tag eins in Greinbach für beste Unterhaltung und Spannung gesorgt.
Der Obmann der Fleischrinder Austria Johann Harsch eröffnete die Schau in Greinbach und durfte als Ehrengäste unter anderem den Obmann der Rinderzucht Steiermark Willi Rechberger, den steirischen Kammeramtsdirektor DI Werner Brugner und ZAR Obmann Anton Wagner begrüßen. Nach der feierlichen Eröffnung mit Einzug aller Bundesländerdelegationen und nach den Grußworten der Ehrengäste begann der erste Tag mit dem Preisrichten aller Rassen und den Gruppenentscheidungen. Der spannende Vormittag wurde nur durch eine Vorführung des deutschen Bullenflüsterers Bernd Möller unterbrochen, der in einem Rondo aus Panelen im Vorführring einem Limousinjungstier binnen einer halben Stunde ein Halfter anlegte. Diese Vorführung begeisterte das Publikum, der Ring in Greinbach war bestens gefüllt.
Nach einer Mittagspause wurde in der Greinbachhalle bis etwa 16 h alle Tiere in insgesamt 51 Gruppen gerichtet.
Mit einem Züchterabend, bei dem der Erfahrungsaustausch unter den Fleischrinderzüchterkollegen hochgehalten wurde, und wo Köstliches vom gegrillten Limousinochsen kredenzt wurde, konnte der wunderbare Tag in angenehmer Stimmung ausklingen. Zu den Züchtern gesellten sich abends der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger und der Vizepräsident der steirischen Landwirtschaftskammer Johann Resch.

Championswahlen bei der Fleischrinderschau 2010
Schon um 8.30 h in der Früh am zweiten Tag startete der Jungzüchterwettbewerb, an dem 52 Tiere in 6 Gruppen gegeneinander antragen. Zum Gesamtsieg reichte es hier für die 13 jährige Sissi Dufter, die die 2009 geborenen Pinzgauer Kalbin Walli von Züchter Thomas Strubreiter vorführte. Reservejungzüchterchampion wurde der 19-jährige Robin Pircher mit der Hochlandrinderkuh Pia vom Frohngütl von Bernhard Pirchner aus Rauris. Auf Platz drei landeten ex equo Anna Koiner , Stefan Schoner und Antonia Krenn.

Bullenflüsterer als neuerlicher Höhepunkt

Bullenflüsterer Bernd Möller
Bullenflüsterer Bernd Möller
Bernd Möller aus Sachsen war auch am zweiten Tag als Bullenflüsterer ein Highlight des Veranstaltungstages. Es gelang ihm, dem Limousinbullen in etwa 15 Minuten ein Halfter anzulegen.
Nach einer kleinen Pause begann das Richten der Champions um 11 h. Es galt immerhin 17 Gruppen zu richten und die Bundeschampions zu ermitteln. Bei einigen Rassen bzw. Tierkategorien wie z.B: bei den Tuxer und Pustertaler Sprinzen Stieren oder bei den Weiß Blauen Belgiern gab es keine Championsentscheidungen am zweiten Tag, so dass die Sieger des Vortages automatisch zu Bundessiegern gekürt wurden.
Die Versteigerung wertvoller Preise rundete das spannende Nachmittagsprogramm ab. Gegen 15,30 h konnte Fleischrinder Austria Obmann Johann Harsch eine gelungene und von hoher Tierqualität gekennzeichnete Veranstaltung erfolgreich beschließen. Die gebotene Veranstaltungs- und Tierqualität legte die Latte für weitere zukünftige Schauen sehr hoch, waren sich Aussteller und Verantwortliche in Greinbach einig.

Die Bundessieger der Bundesfleischrinderschau:

Angus:
Bundeschampion bei den Angus Kühen wurde die Kuh Boa Salma 55 von Fred Zehetner und Daniela Wintereder, NÖ. Sie gewann vor Kalbin Grete von Andreas Privasnik aus Kärnten.
Bei den Angus Stieren setzte sich der 2006 geborene rote Angus Stier Bobby von Andreas Privasnik durch. Er wurde Bundeschampion vor dem 2009 geborenen Jungstier Jordan von Karl und Marianne Paulik aus Oberösterreich.

Galloway:
Bundeschampion weiblich wurde die Kalbin Heher Dora vor der Kuh Heher Dina. Beide Tiere stammen aus der Zucht von Karl Hametner aus Hagenberg im Mühlkreis, OÖ.
Champion bei den Stieren wurde der Stier BOA 43 von Wintereder Zehetner aus Niederösterreich vor dem Stier Fun von Dryje Markus , beide Züchter sind aus NÖ.

Hochlandrind:
Hier gewann die schauerprobte Jungkuh Pia vom Frohngütl vom Rauriser Bernhard Pirchner den Championstitel vor der Kalbin Vanda von den Züchtern Anna und Gerhard Rockenschaub aus Weitersfelden in OÖ.
Champion bei den Stieren wurde der Stier Dukey von Herbert Reindl aus Pregarten in OÖ. Reservechampion wurde Leon vom Brandlehen von Ingrid Wieshofer aus Goldegg in Salzburg.

Murbodner:
Hier siegte die GS Jaga Tochter Susanne von Edith Lanner aus Kammern im Liesingtal. Reservechampion in der hochwertigen Murbodner-weiblich-Gruppe wurde die Kalbin Lore von Franz Schrotthofer aus Langenwang.
Bei den Stieren setze sich der 2006 geborene Herold Sohn Hektor von Berhard und Barbara Schaupp aus Göstling an der Ybbs vor dem Jungbullen Mirko von Katharina Köberl aus Wenigzell durch.

Tux Zillertaler:
Bundeschampion weiblich wurde die Kuh Alpenrösli von Karl Mair aus Ellbögen, Tirol. Sie gewann vor Kuh Biene von Gottfried Weinhappl aus Weiz, Stmk.
Die Stierwertung entschied Samba, ein extrem bemuskelter Stier von Peter Gatt aus Ellbögen vor Stier Samprars von Johann Dengg aus Fügen, beide Tirol, für sich.

Pustertaler Sprinzen:
Zum Bundeschampion auserkoren wurde Kuh Capra von Thomas Strubreiter aus Scheffau, Salzburg. Reservechampion wurde Kuh Maike von Anton Pletzer aus Hopfgarten im Brixental.
Bei den Stieren wurde der 2005 geborene Elvis von Walter Reiter aus Aibl in Tirol zum Champion. Reservechampion wurde Bulle Penstar von Anton Pletzer aus Hopfgarten im Brixental.

Fleckvieh:
Die weibliche Gesamtsiegerin wurde die Poker Tochter Kroatia von der LFS Treibach Althofen, Treibach. Diese enorm harmonisch entwickelt Kalbin siegte vor der Kuh Amse P von Johannes Wachholbinger aus St. Marienkirchen in OÖ.
Zum Stierchampion Fleckvieh gekürt wurde der Wieselburger Genostar Vererber GS Rambold P. Der perfekt bemuskelte und sehr harmonische Stier gewann vor dem perfekt bemuskelten Jungstier Sigi PP von Martin Bittermann aus Heidenreichstein, NÖ

Blonde d Aquitaine
Champion in der insgesamt sehr hochwertigen Rassegruppe BA wurde bei den weiblichen Tieren die fünfeinhalbjährige Kuh Fortuna des Züchters Anton Schütter aus Langenwang. Diese perfekt rassetypische Kuh mit viel Harmonie, klaren und trockenen Fundamenten, bestem Rahmen und guter Bemuskelung setzte sich vor Kuh Aube von Veronika Teufl aus St. Georgen am Ybbsfelde, NÖ. durch.
Bundessiegerstier wurde GS Uves von Ing. Martin Teufl aus Oberndorf in Niederösterreich. Der siebeneinhalbjährige Stier präsentierte sich perfekt bemuskelt, vital, harmonisch bei bestem Rahmen und bester Länge auf guten Fundamenten. Er siegte vor dem gewaltig harmonisch entwickelten Jungstier Hubert von Züchter Heinrich Kornfell aus Lichtenegg in NÖ.

Charolais:
Bundeschampion weiblich wurde aus einer äußerst harmonischen und starken Gruppe die Kuh Liberty von Johann Ebner aus Himmelberg in Kärnten. Die Kuh überzeugte vor allem im Rassetyp, in der Beckenbreite und in der Oberlinie. Zum Reservechampion gewählt wurde Laura von Hermann Eberhard aus Liebenfels, ebenfalls aus Kärnten.
Bundessiegerstier wurde der etwas temperamentvolle aus österreichischer Zuchtlinie stammende Altstier BAM BAM MS von Josef Franz Maizinger aus Himmelberg, der beste Übergänge, tolle Bemuskelung, eine lange Keule und einen breiten Rücken aufweist und deshalb zum Champion auserkoren wurde. Ihm als Reservechampion zur Seite gestellt wurde der französischstämmige Jungbulle bester Entwicklung Echnaton von Johann Ebner aus Himmelberg, Kärnten.

Limousin:
Die sehr hochwertige Tiergruppe im weiblichen Bereich konnte Züchter Heinrich Ertl aus Oberkurzheim in der Steiermark mit seiner Kuh Ibiza für sich entscheiden. Sie plazierte sich vor Kuh Franca von Rosa Bauer aus Passail.
Bundeschampion männlich wurde der schon ältere Stier UNICEF, ein französisch gezogener Ausnahmestier von Karl Rauchenberger aus Türnitz in NÖ. Ihm als Reservechampion zur Seite gestellt wurde Heinrich Ertls Stier Smirko.

Weiß Blaue Belgier:
Hier fanden am zweiten Tag keine Championswahlen statt, so dass die Gruppensieger von Tag 1 automatisch auch die Bundeschampions sind.
Champion weiblich wurde die Kalbin Sophie von Willibald Schilcher aus St. Andrä im Lavanttal, Ktn.
Bundeschampion männlich wurde Stier Jumbo, ein 2008 geborener Jungstier von Sabine und Eduard Legat aus Oberhaag in der Steiermark.

Pinzgauer

Bundeschampion weiblich wurde aus einer Gruppe von 5 Kühen die 2003 geborene Haller-Wirk Tochter Lisa, aus dem Besitz von Helene Dick aus Maishofen. Über den Reservechampion –Titel freuen darf sich Kuh Wien, eine immerhin schon im Jahre 2000 geborene vitale Kuh von Familie Dick aus Piesendorf. Beide Titel gingen hier ins Pinzgauer Stammland Salzburg.

Tiroler Grauvieh

Hier setzte sich in einer Gruppe weiblicher Tiere die Dinos Tochter Schöne als Champion durch. Sie steht im Besitz von Günther Röck aus Wenns in Tirol. Reservesieger wurde die Kuh Gamsl von der Lehranstalt Imst im Tiroler Oberland.

Bei den Pinzgauern und beim Tiroler Grauvieh gab es aufgrund fehlender Tiergruppen keine männlichen Bundeschampions


Perfekte Fleischrinder – engagierte Züchter
Ziel der Verantwortlichen der Schau war es , die Vielfalt der in Österreich gezüchteten Rassen zu präsentieren. Es gelang, 250 erstklassige Rinder von insgesamt 13 Rassen nach Greinbach zu bringen. 136 Züchter aus allen Regionen Österreichs kamen, um ihre Tiere an den zwei Tagen zu präsentieren.

Johann Harsch, Obmann Fleischrinder Austria:
„Wir sind von der Qualität der hier ausgestellten Tiere begeistert. Man sieht deutlich, dass die heimische Fleischrinderzucht am richtigen Weg ist. Was mich stolz macht, ist die Tatsache, dass die Züchter über die Rassen hinweg bei so einer Schau zusammenstehen und zusammenhalten. Wir fühlen uns hier allesamt als große Familie. Mein Dank geht an alle haupt- und ehrenamtlichen Funktionäre und an das Veranstalterland Steiermark. Meine Erwartungen wurden bestens erfüllt und ich bin mir sicher, dass es in drei Jahren wieder eine Bundesfleischrinderschau geben wird.“

Maria Wimmer und Franz Pirker
Maria Wimmer und Franz Pirker
DI Franz Pirker, Geschäftsführer Fleischrinder Austria und Gesamtverantwortlicher für die 7. Bundesfleischrinderschau:
„Der Andrang von Züchterseite zur Schau war groß, so dass wir innerhalb der Tiere vormustern mußten. Daher ist die Qualität auf dieser Schau auch sehr gut. Wenn die Züchter auf der Veranstaltung zufrieden sind, was der Fall sein dürfte, dann glaube und hoffe ich, dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben. Der gute Besuch hat mich sehr gefreut. Ich hoffe, dass diese Veranstaltung als Highlight für viele in positiver Erinnerung bleiben wird.“

Züchtermeinungen:
Ein Rinderschau lebt vom Interesse der Züchter und dem Andrang des Publikums. Beides war bei der 7. Bundesfleischrinderschau in Greinbach gegeben, wie die Züchterstatements zeigen:

Thomas Strubreiter, Salzburg, Obmann der ARCHE AUSTRIA und Pustertaler Sprinzen und Jochberger Hummeln-Züchter, der mit zwei Tieren in Greinbach ausstellte:
„Das ist eine wunderbare Schau mit einer sehr positiven Stimmung. Die Steirer sind sehr freundlich, alle sind sehr hilfsbereit. Trotz der Randlage im Osten Österreichs ist der Besuch gut und Greinbach ein idealer Ort für eine Veranstaltung wie diese.“

Reinfried Kraxner, LFS Treibach-Althofen
Reinfried Kraxner, LFS Treibach-Althofen
Reinfried Kraxner, LFS –Althofen, Treibach, Kärnten
„Ich bin mit dem Ausstellungsergebnis mehr als zufrieden, wir sind mit drei Tieren da und haben einen ersten und zwei zweite Plätze in den Gruppenwertungen erreicht. Der Standort Greinbach und die Bedingungen hier sind super. Die Qualitätsdichte beim Vieh ist enorm hoch, es ist gewaltig, wie viel sich beim Qualitätszuchtvieh in den letzten Jahren in Österreich getan hat.“


Walter Steinberger, FV-Fleisch Züchter aus Mauterndorf
Walter Steinberger, FV-Fleisch Züchter aus Mauterndorf
Walter Steinberger, FV-Fleisch Züchter aus Mauterndorf, Stmk
„Hier in Greinbach ist über alle Rassen eine sehr hohe Tierqualität zu sehen. Die Organisation läuft perfekt und der Zeitrahmen bei der Schau wurde bestens eingehalten. Für mich war der Bullenflüsterer Bernd Möller eine sehr gelungene Schaueinlage, denn was der Mann kann, wäre für viele von uns Züchtern ebenfalls enorm wichtig. Man konnte am vollen Ring sehen, wie sehr dieses Thema die Bauern interessiert.“


Josef Grüner, Limousinzüchter aus Naas
Josef Grüner, Limousinzüchter aus Naas
Josef Grüner, Limousinzüchter aus Naas, Stmk

„ Mit unseren 3 Tieren konnten wir in zwei Gruppen jeweils einen Reservesieger stellen. Wir sind damit sehr zufrieden . Mit der Limousinzucht beschäftigen wir uns seit 1994, und wir sind gerne bei dieser Schau dabei. Ich finde, dass es keinen besseren Veranstaltungsort als Greinbach für diese Schau gibt, denn baulich und von den Parkplätzen her ist es hier einfach ideal.“


Christine Gremsl, Limousinzüchterin aus  Aspangberg
Christine Gremsl, Limousinzüchterin aus Aspangberg
Christine Gremsl, Limousinzüchterin aus Aspangberg , Niederösterreich
„Ausstellungen in Greinbach sind für uns durch die Nähe zur Heimat eine Art Heimspiel. Wir habe drei Jungstiere hier. Jede Ausstellung in Greinbach ist für uns ein Heimspiel mit viel positiver Werbung in der für uns wichtigen Stammregion. Wir knüpfen hier immer gute Kontakt und konnten bislang immer Geschäfte bzw. Tierverkäufe anbahnen.“


Martin Teufl, Blonde d Aquitaine-Züchter
Martin Teufl, Blonde d Aquitaine-Züchter
Martin Teufl, Blonde d Aquitaine-Züchter aus Oberndorf, Niederösterreich
„Ich war schon auf 6 Bundesfleischrinderschauen und bin heute mit 3 Tieren hier. In Greinbach ist sehr viel Fachpublikum vertreten. Wer hier her kommt, hat Interesse an der Rasse. Die Ergebnisse stellen natürlich immer nur Momentaufnahmen dar und spiegeln die Meinung des Preisrichters wider. Friedrich Averbeck hat unsere Gruppen sehr gut gerichtet. Es hat Spaß gemacht, hier dabei zu sein.

Linktipp: Homepage Rinderzucht Tirol www.rinderzucht-tirol.at
Linktipp: Fleckvieh Austria www.fleckvieh.at


veröffentlicht: 03.10.2010 21:22

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